Haben Programm und «Co-Labor» vorgestellt: Marco Kern, Claudia Rüegsegger, Katrin Widmer und Mike Surer.
19.08.2021 00:00
Eine offene Werkstatt im Eisenwerk
Im Eisenwerk steht der Start ins neue Programm mit Covid-Zertifikat bevor – mit spannenden Events und Projekten
Es ist immer noch schwierig, langfristig zu planen. Dennoch: Das Programm im Eisenwerk fürs laufende Jahr und die ersten Monate 2022 steht. Und mit der offfenen Werkstatt «Co-Labor» gibt es eine Neuerung, die es in sich hat.
Frauenfeld «Wir setzen jetzt auch auf Zertifikatspflicht», teilte Marco Kern, Co-Präsident der Eisenwerks-Genossenschaft, anlässlich der Programmvorstellung mit. Dies betrifft Konzerte im Innern. Draussen und beim Beiz- und Barbetrieb ist das nicht nötig. Erstes Konzert, bei dem die Gäste am Einlass ein gültiges Covid-Zertifikat vorzeigen müssen, ist am 11. September mit der Frauenfelder Kult-Band «Circles». Es ist ein Abschiedskonzert nach über 50-jähriger Bandgeschichte – und die Band habe das so gewollt, wie Claudia Rüegsegger, die Geschäftsleiterin des Vereins «Kultur im Eisenwerk», ergänzte. Mit Zertifikat lässt sich schliesslich beinahe so wie früher feiern.
Auch den «Eisenwerklern» erleichtert die Zertifikatspflicht das Arbeiten. Denn das vergangene Jahr war alles andere als einfach. Veranstaltungen mussten mehrfach verschoben oder abgesagt werden. Ein zermürbendes Hin- und Her. Zeitweise waren nur noch Theater-Workshops in der ehemaligen Schraubenfabrik erlaubt – wie ein flackerndes Lichtlein, bevor die Kerze ausgeht, meinte Claudia Rüegsegger. Dennoch sei es gelungen, die Mitarbeitenden in den Programmgruppen bei der Stange zu halten. Und dank Subventionen und weil so viele ehrenamtlich arbeiten, wird es finanziell wohl eng, «aber nicht existenzgefährdend», so Rüegsegger.
Programmhighlights
Sie wies stolz auf einige Highlights aus dem Programm hin. Da wäre die Ausstellung der Ostschweizer Künstlerin Tamara Janes, die mit Smartphone-Fotos in der Shedhalle experimentiert. Vernissage ist am 2. September um 19 Uhr. Dann wäre da noch ein neues Projekt «Tanz und Theater» zum Mitmachen für Erwachsene, Probestart ist am 5. September (noch kann man sich anmelden!). Oder das Stück «Optima Forma» des Freien Theaters Thurgau, welches morgen das erste Mal aufgeführt wird. Oder die nachmittägliche Kunstversteigerung mit abendlichen Konzerten von Bands des Frauenfelder Kult-Labels «AuGeil Records». Oder die Jazz-Konzerte. Und, und, und ...
Mit besonderer Freude aber durfte Claudia Rüegsegger ankündigen, dass inmitten der Krise etwas Neues seinen Anfang genommen hat: die Gemeinschaftswerkstatt «Co-Labor.
«Co-Labor»-ieren im Eisenwerk
Mit dem «Co-Labor» erweitere der Verein seinen Tätigkeitsbereich und ziehe im besten Fall neues Publikum ins Eisenwerk, hofft Katrin Widmer, welche das Projekt zusammen mit Genossenschafts-Co-Präsident Mike Surer anführt. Ziel ist, in den Räumen des kürzlich aufgelösten Waldgut-Verlags eine offfene, stets zugängliche Werkstatt auf die Beine zu stellen. Für Leute, die zuhause keinen Platz oder kein Geld für teure Maschinen zu haben. Ob im «Co-Labor» dann geschreinert, gemalt, genmäht oder mit dem 3D-Drucker gedruckt wird, muss sich noch weisen. «Es gibt kein OK, welches eine Schreinerwerkstatt hinstellt», verdeutlichte Widmer. Das Projekt sei vielmehr partizipativ. Und Surer ergänzte: «Vieles ist möglich. Auch dass Werkzeuge ausgeliehen werden.» Finanziell angeschoben wird die Idee vom Verein und der Genossenschaft, aber auch von der Stadt Frauenfeld. Sollte sich das Projekt festigen, denken die beiden Verantwortlichen an einen jährlichen Mitgliedsbeitrag nicht höher als 100 Franken. «Niemand soll ausgeschlossen werden, weil er sich das nicht leisten kann», meinte Widmer.
Kick-Off zum «Co-Labor» ist übrigens am Montag!
von Stefan Böker