Daniel Moos übernimmt als neuer Stadtrat am 1. Juni das Departement "Gesellschaft". Kurt Peter
26.01.2023 00:00
Eine Vielfalt, die fasziniert
Daniel Moos über sein Departement Gesellschaft, seine Ziele und die vielen Herausforderungen der Stadt
Daniel Moos übernimmt als neuer Stadtrat das Departement Gesellschaft. Für ihn eine vielfältige Aufgabe, eine neue Herausforderung in vielen Bereichen. Er will zuerst eine Auslegeordnung machen, Prioritäten hat er noch keine.
Kreuzlingen «Bei der Entscheidung, welcher Stadtrat welches Departement übernimmt, gab es verschiedene Erwägungen, doch das ich das Departement Gesellschaft übernehmen werde, wurde als sinnvoll erachtet», so Moos im Gespräch. Seinen fachlichen Hintergrund kann er als Vizevorsteher des Departementes «Dienste» als Stellvertreter von Thomas Beringer einbringen. Denn neben Sicherheit und Häfen gehört auch Energie Kreuzlingen dazu. «Es war, nach dem Ausgang der Wahl mit der Bestätigung der bisherigen Stadträte und des Präsidiums, wahrscheinlich, dass ich das Departement Gesellschaft übernehmen werde», erklärt Moos.
Synergien nutzen
Das Departement umfasst zahlreiche Aufgaben. «Spannend sind sicher die Liegenschaften, muss doch hier ein Portfolio von über 100 Millionen Franken bewirtschaftet werden», sagt der neue Stadtrat. Für ihn gelte es, sich Gedanken darüber zu machen, «welche Liegenschaften behalten wir, welche können wir veräussern und welche eventuell dazukaufen». Die Stadt müsse in diesem Bereich strategische Überlegungen anstellen. Auch eine der nächsten Aufgaben von Daniel Moos: Die Zukunft der Bodensee-Arena. «Wenn wir eine erfolgreiche Zukunft wollen, dann geht das nur zusammen mit den beteiligten Vereinen», zeigt er sich überzeugt. Schon weit gediehen sei die Zusammenlegung der Bäder zu einer Gesellschaft. «Die Stadt kann dann sowohl das Schwimmbad Hörnli wie auch das Freizeit- und Familienbad Egelsee aus einer Hand führen und Synergien im Betrieb nutzen».
Es werde zu einer erfreulichen Amtshandlung kommen, wenn im Herbst der Erweiterungsbau des Egelsees eröffnet werden. «Und ich habe als Stadtrat nichts dazu getan, das war eine hervorragende Zusammenarbeit zwischen Schule und Stadt, ich freue mich auf diese Veranstaltung». Ohnehin sei der Bereich Sport in Kreuzlingen gut aufgestellt. «Dorena Raggenbass und ihr Departement haben hier in den vergangenen Jahren sehr gute Arbeit geleistet». Die beiden Sportplätze Klein Venedig und Döbeli seien saniert oder ständen vor Abschluss der Sanierungsarbeiten. Moos ist überzeugt davon, den Sportvereinen der Stadt gute Trainings- und Spielbedingungen bieten zu können.
PV-Anlagen für Liegenschaften
«Ich habe Ideen und Pläne im Kopf, die ich als Stadtrat angehen werde. Aber ich will zuerst eine Auslegeordnung machen». Denn vielleicht sei die eine oder andere Idee im Departement schon angedacht oder sogar weit gediehen. «Daher werde ich natürlich zuerst die Gespräche führen und dann weiss ich, welche Projekte wie weit sind oder in Angriff genommen werden müssen». Das Departement Gesellschaft habe viele Erfolge vorzuweisen. Beispielsweise im Bereich Integration. «Bei unserem sehr hohen Anteil an ausländischer Bevölkerung haben wir bemerkenswert wenige Friktionen». Das sei natürlich auch ein Verdienst der Arbeit der vergangenen Jahre, beispielsweise mit der Gründung des Ausländerbeirats. Die in den Legislaturzielen 2019 bis 2023 gesetzten Ziele, «die nicht stimmberechtigte ausländische Bevölkerung in die politische Entscheidungsfindung mit einzubeziehen» unterstützt er.
Den Handlungsbedarf sieht Daniel Moos darin, alle städtischen Liegenschaften mit Photovoltaikanlagen zu versehen. Das sei einerseits wichtig um Energie zu produzieren, aber auch, um die Versorgungssicherheit zu unterstützen. Zudem sei dies ganz im Sinne der Energiestrategie des Bundes. «Das Goldlabel der Energiestadt ist auch Verpflichtung. Und ein Auftrag, die gesetzten Ziele weiter zu verfolgen».
Neuer Wind, die selben Ziele
Den Leitsatz in der Kultur könne er unterstützen. «Der Stadtrat unterstützt ein reges und vielfältiges Kulturangebot. Er stärkt und fördert die vielfältige Arbeit der Kulturvereine sowie der Kultur- und Kunstschaffenden. Ein zentraler Kulturbetrieb mit verschiedenen Sparten gibt Kreuzlingen Profil und schafft Identität», heisst es. So brauche seiner Ansicht nach das Kult-X Zeit, um sich zu etablieren. «Kultur in Kreuzlingen ist auch Wirtschaftsförderung, vor diesem Hintergrund macht die Unterstützung durch die Stadt Sinn. Was er sich wünsche sei ein weiteres Alleinstehungsmerkmal wie etwa «Kabarett in Kreuzlingen». Es werde in der Stadt viel geboten, «aber vielleicht finden wir eine Lücke, die wir attraktiv füllen können». Um die Idee anzugehen und deren Realisierbarkeit zu prüfen, werde er mit Kulturkommission und Kulturdachverband Kontakt aufnehmen.
Mit ihm komme neuer Wind in das Departement. «Jeder neue Stadtrat hat einen anderen Stil, auch wenn es schwierig sein wird, die Arbeit von Dorena Raggenbass zu toppen». Neuer Wind komme zwar, die Ziele aber blieben dieselben. Er selbst werde auch als Stadtrat in seiner jetzigen Anstellung zum möglichen Pensum tätig bleiben, denn: «Der Fachkräftemangel fordert die Wirtschaft und grundsätzlich gilt auch für die Verwaltung: Das Personal ist das höchste Gut».
Von Kurt Peter