Trotzdem die Anfragen im Impfzentrum zurückgehen, bleibt es vorerst bestehen. Bild: Angelina Rabener
23.02.2022 00:00
Eine Viertelmillion Mal gepiekst
Das Impfzentrum in Weinfelden fährt seinen Betrieb momentan zurück
850 Stellen wurden Dank den Impfzentren im Kanton neu geschaffen. Alleine in Weinfelden standen die Mitarbeitenden bisher 70'000 Stunden im Einsatz. Die Anfrage geht nun zurück, die Verantwortlichen sind jedoch bereit, sollt es wieder «los gehen».
Weinfelden Am 6. April 2021 wurde im Impfzentrum Weinfelden die erste Covid-19-Impfung verabreicht. Ein knappes Jahr später wurde bereits zum 250'000 Mal gepikst. Das kantonale Impfzentrum im Herzen des Thurgaus wurde zum Flaggschiff der Impfkampagne und übernahm mit über 2000 möglichen Impfungen pro Tag rund die Hälfte aller Impfungen. Die flexible Arbeitsweise des Personals wird vom Kanton besonders gelobt. Die verschiedensten Berufsbilder waren für den reibungslosen Ablauf des Betriebs nötig. Von der Kinderärztin, zum Pflegepersonal bis zur Datenerfasserin waren in Weinfelden im Einsatz, welche gemeinsam aktuell fast 70'000 Arbeitsstunden leisteten. Organisiert und koordiniert wurden alle kantonalen Impfzentren durch die Hirslanden Gruppe. «Aufgrund der guten Zusammenarbeit waren wir schon immer in der Lage, kurzfristige Personalanpassungen nach oben und unten durchzuführen», so Thomas Walliser Keel vom Informationsdienst des Kantons. Die Hirslanden Gruppe arbeitete mit spezialisierten Temporärstellen-Firmen zusammen, welche die Mitarbeitenden vermittelten. Careanesth hat für die Hirslanden das Personal für die Impfzentren Frauenfeld, Weinfelden und das Impfschiff rekrutiert und angestellt. Seit Januar 2020 sind dies rund 850 Mitarbeitende in unterschiedlichen Pensen. «Die Mitarbeitenden wurden anhand des Schulungskonzeptes an Schulungstagen in ihren Tätigkeitsbereich eingeführt, geschult und begleitet. Durch den medizinischen Leiter und Projektleiter der Hirslanden Gruppe wurden Standartarbeitsweisen erarbeitet und fortlaufend auditiert. Diese bilden die Basis unter anderem für die Einführung und die kontinuierlichen Schulungen der Mitarbeitenden», so Christian Bierer, Kommunikationsleiter.
Impfungen gehen zurück
Die Nachfrage nach Impfungen haben laut Walliser in den letzten Wochen deutlich abgenommen: «Das Impfzentrum in Weinfelden wird aber vorderhand weiterbetrieben. Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass kaum mittelfristig verlässliche Prognosen möglich sind. Es ist uns aber wichtig, der Thurgauer Bevölkerung auch weiterhin ein zentrales, wenn auch reduziertes Impfangebot zur Verfügung stellen zu können», betont er. Das Zurückfahren der Infrastrukturen werde so geschehen, dass ein Wiederaufbau des nötigen Angebots zügig möglich sei. Gleichzeitig wird laut Walliser darauf geachtet, dass dabei nicht unnötige Kosten anfallen. Dass das Impfzentrum auf übermässigen Vorräten «sitzen bleibt», ist nicht der Fall. So gebe es laut Walliser eine grossen Lager an Dosen. «Die Impfdosen sind gefroren mehrere Monate haltbar. Aufgetaut wird anhand der geplanten Impfungen. Eine Rückgabe an den Bund ist aus Qualitätsgründen ausgeschlossen.»
Mit einem Handgriff bereit
Die Konzepte für den Ablauf in einem Impfzentrum wurden in kurzer Zeit erarbeitet. «Sämtliche Konzepte und Protokolle sind wie üblich archiviert und sofort greifbar. Ebenso wichtig sind die Kontakte und das Know-how, das die beteiligten Personen aufgebaut haben, auch dies bleibt weitgehend erhalten.
Desirée Müller