09.02.2022 23:45
Entdecken, melden, beheben
Eine App mit vielen Funktionen für die Regio Frauenfeld steht in den Startlöchern
Ein Schlagloch in der Strasse, eine defekte Strassenlaterne oder illegal abgeladener Müll – wer solche Sachen entdeckt, kann sie bald schnell, unkompliziert und standortgenau an die dafür zuständige Gemeindeverwaltung melden. Es ist nur eine von vielen Funktionen, welche die neue App für die Regio Frauenfeld möglich macht. Sie soll im Frühjahr einsatzbereit sein.
Frauenfeld/Region Eine neue App soll die Interaktion zwischen Gemeinden und ihren Einwohnerinnen und Einwohnern, aber auch untereinander stärken. Fertig entwickelt ist die App noch nicht. Momentan entscheiden die beteiligten Gemeinden, welche Funktionen sie nutzen wollen und wie sie diese in der Praxis umsetzen können. Ein Beispiel dafür ist die eingangs erwähnte Meldefunktion mittels GPS. Sie soll in Frauenfeld als «Stadtmelder» aufgeschaltet werden. Doch jemand muss das eingehende Feedback ja auch bearbeiten. In der Kantonshauptstadt rechnet man allein wegen dem «Stadtmelder» mit einem Personalaufwand von bis zu zwei Stunden pro Woche. Das Amt für Kommunikation und Wirtschaftsförderung, der Info-Schalter, der Werkhof sowie Thurplus wären beteiligte Stellen. Werden weitere Funktionen aktiviert, könnte sich der Personalaufwand entsprechend steigern.
Am 25. Januar hat der Frauenfelder Stadtrat die Beteiligung an der Regio-App beschlossen. Die Kosten gehen zulasten des Kredits für das Projekt «Miteinander Frauenfeld gestalten». Zusammen mit neun Regio-Gemeinden soll es bald losgehen.
Pushup-News der Gemeinde
Die Möglichkeiten, welche die App bietet, sind vielfältig. Die Gemeinden könnten ihre Bewohnerinnen und Bewohner per Pushup-Nachrichten erreichen, auch wenn diese nicht zu Hause sind. Gut für News, Notfälle oder nur, um an die bevorstehende Papiersammlung zu erinnern. Die App will zudem als «digitaler Dorfplatz» zwischenmenschliche Begegnungen erleichtern, sei es, um sich zu verabreden, auszutauschen, Services anzubieten oder Hilfsgesuche zu veröffentlichen. Für ein grösseres Fest könnte der gesamte Helfereinsatz mit dieser App organisiert werden. Vereinen und Gewerbe könnten sich auf der App vorstellen, Kulturveranstalter ihre Events bekannt machen. Interessierte könnten sich über Hotels und Restaurants oder Sehenswürdigkeiten und Wanderrouten informieren. Und vieles mehr.
Die Regio-App wird derzeit von der Winterthurer Firma Anthrazit AG entwickelt. Grundlage ist deren Citymobile-App. Die Firma bewirbt ihre Lösungen als effizient, transparent, flexibel und sicher. Und garantiert grösstmögliche Mitwirkung. Sie bietet des Weiteren Benutzeroberflächen an, die über die Browser und Apps der Endgeräte hinausgehen: «anthrazit Stelen» sind interaktiven Panels im öffentlichen Raum.
Wie Judith Janker, Geschäftsführerin der Regio-Geschäftsstelle, sagt, soll die App im Frühjahr 2022 einsatzbereit sein. «Die App lebt von ihren Usern», so Janker. Sobald es so weit ist, wollen die Verantwortlichen die Bevölkerung detailliert informieren.
Noch unklar ist allerdings, in welchem Umfang die Regio-App bestehende Angebote überflüssig machen würde. Wie der Frauenfelder Stadtrat an seiner Sitzung erkannte, sind teilweise redundante Informationen auf der städtischen Webseite und auf Frauenfeld kompakt verfügbar. Muss man sich jetzt Sorgen um diese Plattformen machen? Eher nicht. Der Stadtrat hat jedoch eine Einführungsphase beschlossen, nach der aufgrund der gemachten Erfahrungen eventuelle Doppelspurigkeiten beseitigt und so Kosten gespart werden können.
Von Stefan Böker