Sandra Himmelberger (links) und Renate Giger (rechts) übergaben das Positionspapier an Stadträtin Dorena Raggenbass. Kurt Peter
26.01.2023 00:00
«Es geht um Anerkennung»
Positionspapier von vier Kindertagesstätten zur Motion «Gleichbehandlung der Kindertagesstätten» überreicht
Mit einem Positionspapier nehmen vier Kreuzlinger Kindertagestätten Stellung zur von einer Motion geforderten Gleichstellung aller Institutionen. Vor allem geht es um die finanzielle Unterstützung aus dem Budget der Stadt.
Kreuzlingen Am 8. September 2022 reichten die Gemeinderäte Alexander Salzmann und Christian Brändli eine Motion zum Thema «Kindertagesstätten» ein. Grundsätzlich ging es dabei um die Gleichbehandlung der Institutionen bei der Subventionierung der vom Kanton bewilligten Betreuungsplätze mit einem gleichlautenden Leistungsauftrag. Am Dienstag luden vier Kitas zur Medieninformation ein und stellten ihr Positionspapier vor. Renate Giger, Präsidentin des Stiftungsrates Montessori Kinderhaus, sprach von «sich ständig wiederholenden Gesprächen über die Finanzierung, wir wünschen uns eine Leistungsvereinbarung, wie sie mit dem Doldenhof und dem Verein Kreuzlinger Kinderkrippen bereits besteht».
Wertschätzung fehlt
Sandra Himmelberger, Calimero, Dagmar Fuchs, Montessori Kinderhaus, Lilian Höhener, Kita Rägäbogä und Magdalena Abend, Kleine Wunder, stellten ihre Institutionen vor. Von den vier Institutionen werden 223 Kinder aus 178 Familien betreut. Sie beschäftigen 47 Fachpersonen, 13 Lernende und 6 Praktikanten. «Wir wünschen uns mit dem Positionspapier auch Anerkennung für die Arbeit der Kitas, die Wertschätzung fehlt uns und eine finanzielle Unterstützung wäre ein wichtiges Signal», sagte Magdalena Abend. Eine gemeinsame Stellungnahme zu erarbeiten sei nicht einfach gewesen, so Jan Harder, Mitglied des Montessori-Stiftungsrates, doch aufgrund der Situation «müssen wir uns positionieren».
So begrüsst das Positionspapier zunächst die Motion und das Ziel, die Entwicklung und die Förderung der Kinder bereits im Vorschulbereich angesichts des wachsenden Bedarfs in den letzten 20 Jahren in Kreuzlingen neu zu regeln. Die Rolle aller Kindertagesstätten müsse gleichberechtigt ausgestattet sein, fordert das Papier. «Es muss eine finanzielle Unterstützung und/oder Subventionen für alle Kitas aus dem Budget der Stadt für laufende Kosten, Qualität und fortwährende Ausbildung in einem gerechten und nachprüfbaren Verteilschlüssel nach Grösse, Zahl der Kinder und Mitarbeiter angemessen verteilt werden», so die Forderung.
Stadtrat will Motion umsetzen
Der Zugang von Kindern aus einkommensschwachen Familien müsse entsprechend geregelt sein. «Die Prüfpflicht für Zuschüsse an Familien sollte zukünftig durch die Stadtverwaltung erfolgen», erklärte Jan Harder ergänzend. Der Zuschuss an die Familien sollte direkt an die Kindertagesstätten für jedes Schuljahr im Voraus und jährlich ausgeschüttet werden. «Auf Basis eines solchen Zuschusses sind wir als Kindertagesstätten bereit, eine entsprechende Anzahl von Plätzen/Kontingenten pro Schuljahr diesen Kindern zur Verfügung zu stellen», heisst es im Positionspapier. Und es pressiert den Kitas: Die Regelung müsse mit dem neuen Schuljahr 2023/2024 in Kraft treten und Zuschüsse gegebenenfalls rückwirkend im Budget 2024 vorgesehen werden.
An der Medienkonferenz nahm die zuständige Stadträtin Dorena Raggenbass Stellung zum Positionspapier. Mit den Horten sei in Zusammenarbeit eine gute Lösung getroffen worden, «die Kitas stehen auf der Pendenzenliste». Der Stadtrat wolle die Motion umsetzen, der Prozess laufe. Derzeit werde ein Bericht verfasst mit dem Ziel, ab Sommer mit den Kitas eine Leistungsvereinbarung abzuschliessen, welche eine Subventionierung von Kindern aus einkommensschwachen Familien möglich mache. Einkommensschwach heisst in diesem Fall ein steuerbares Einkommen von unter 80'000 Franken. «Mit dem Doldenhof arbeiten wir in diesem Modell, es hat sich bewährt», sagte Dorena Raggenbass. Wenn es um zusätzliche Beiträge an Betriebskosten gehe, sei es nicht einfach, eine gerechte Lösung zu finden. Die Stadträtin verwies darauf, dass auch der Kanton betreffend Kita-Plätze etwas verändern wolle. «Er will mit den Kitas Vereinbarungen erarbeiten, an denen sich die Gemeinden dann beteiligen werden». Sie sah die momentane Situation als Zwischenphase, wenn ein entsprechendes kantonales Gesetz in Kraft sei, müssten die Gemeinden dieses ausführen.
Von Kurt Peter