Christine Forster, einzige Frau bei den Wahlen in den Stadtrat. zVg
11.08.2022 00:00
«Es gibt grosses Potenzial»
Christine Forster kandidiert für den Stadtrat - Junge Generation und Initiativen unterstützen
Als einzige Frau geht Christine Forster ins Rennen um einen Sitz im Stadtrat. Sie ist parteilos, sieht Kreuzlingen als Ort mit grossen Qualitäten und will Visionen sowie Projekte mit Nachhaltigkeit und Strahlkraft fördern.
Kreuzlingen Seit ihrer Jugend engagiere sie sich in und für die Stadt, erklärt Christine Forster im Gespräch. «Ich habe schon früh erkannt, dass dies der Ort ist, um alt zu werden». Nach Studium und Reisen kam sie mit 28 Jahren zurück und ihr war klar: «Kreuzlingen, das ist es». Die Grösse, die Lage, die schönen Quartiere, die Qualitäten und das grosse Potenzial an der Grenze seien faszinierend, Chance und Herausforderung zugleich.
Nachhaltigkeit und Strahlkraft
Als Musikerin sei sie daran interessiert, dass es Veranstaltungen aller Art gebe, dass etwas laufe. «Das ist mir ein grosses Anliegen, die neue, die junge Generation zu unterstützen, Initiativen zu fördern». Sei dies in den Bereichen Sport, Kultur, Wirtschaft oder Gesellschaft. Sie werde sich, wenn sie in den Stadtrat gewählt werde, für «Initiativen mit Nachhaltigkeit und Strahlkraft einsetzen». Sie sei ein Typ, der an das Gute im Menschen und an Visionen sowie Projekte glaube und dabei nicht von Anfang an Hindernisse sehe. «Sind diese da, müssen sie überwunden werden».
Eines ihrer Anliegen: «Das Zentrum muss grüner werden». Sie befürworte die Freihaltung der Festwiese in grossen Teilen. Dies zugunsten einer familienfreundlichen Gestaltung, wie sie erklärt. Und das eine Tiefgarage realisiert werden müsse, sei für sie klar. «Ein Baukörper für dringend nötigen Schulraum befürworte ich auf diesem Platz, es muss aber ein sinnvolles, architektonisch ansprechendes und sich gut in den Campus einfügendes Projekt handeln». Aber das Zentrum solle nicht nur grüner werden. Christine Forster sieht die Probleme der Geschäfte am Boulevard und «ich werde mich dafür einsetzen, dass mit Massnahmen, wie einem selbstfahrenden Bus, Attraktivität geschaffen wird».
Eigenes «Wahlbüro»
Das Zentrum mit Boulevard, Löwenstrasse und Sonnenstrasse sei wenig familienfreundlich gestaltet, erklärt Christine Forster. Neben dem Freizeit- und Familienbad Egelsee gelte es, weitere Massnahmen zu treffen. Dabei stehe für sie eine Verkehrsberuhigung in diesem Areal im Vordergrund. Am Boulevard werde sie ihren Treffpunkt im Wahlkampf einrichten: «An der Hauptstrasse 51 miete ich vorübergehend Räumlichkeiten, ein Ort zum Kennenlernen, für Gespräche aber auch für Diskussionen und Veranstaltungen». Seit Montag ist die Kandidatin vier bis fünf Mal in der Woche hier anwesend.
Sie wisse, dass ihre Kandidatur nach den Diskussionen um ihre Rolle im Kult-X nicht überall gut ankomme. «Von Anfang an aber war es ohnehin mein Ziel, die Geschäftsleitung Ende 2022 abzugeben». Dies nach einer jahrelangen Aufbauarbeit. Schlankere Strukturen im Kult-X seien gescheitert, die Gespräche mit der Stadt komplizierter geworden. Deshalb sei der Rückzug an der letzten Generalversammlung über die Bühne gegangen. «Aber mit gutem Gewissen, das Projekt steht gut da».
Offen für alle Departemente
Zur Kandidatur für den Stadtrat habe sie sich nach dem überzeugenden Ja zum Kult-X im September 2021 entschieden. «Ich bin eine komplett unabhängige Person mit grossen Netzwerk und einer breiten Basis. Ich will mich nicht verbiegen, im Stadtrat werde ich mich für die Allgemeinheit einsetzen». Sie versuche die Wahl ohne Partei, habe aber eine grosse Unterstützung erfahren. Sie sei es als Teamplayerin gewohnt, zusammenzuarbeiten. «Aufgrund meiner Interessen und Ausbildung wäre das Departement Gesellschaft von der nicht mehr antretenden Stadträtin Dorena Raggenbass mein Wunsch, doch es ist klar, dass nach der Wahl auch andere Departemente neu verteilt werden könnten».
Alle Abteilungen hätten ihren Reiz, meint Christine Forster. Sie sei für alle Aufgaben offen. Beim Departement Bau und Umwelt, «eine Herkulesaufgabe», wie sie meint, gebe es zum Beispiel Gestaltungsmöglichkeiten im Bereich Stadtbild, Verkehr, Umwelt. Auch die Energiepolitik interessiere sie und liege ihr am Herzen. Ob sie bei einem zweiten Wahlgang antritt lässt die Kandidaten offen: «Es kommt darauf an, wie ich am 25. September abschneide».
Von Kurt Peter