Simon Engeli, Daniel Moos, Claudia Thoam und Bernhard Weber (vl) präsentierte im Kult-X das neue Kulturkonzept. IDSK
30.05.2024 05:00
«Es läuft nichts, stimmt nicht»
Das neue Kulturkonzept will die Breite des Angebotes weiter fördern - Kulturkommission erstmals Mitautorin
Grundlagen für die Förderung und Pflege der Kultur: Das ist das städtische Kulturkonzept, welches den gesetzlichen Auftrag erfüllt. Dabei soll die lokale Kultur in der Breite gefördert, Akteure vernetzt und Synergien genutzt werden.
Kreuzlingen Stadtrat Daniel Moos, Claudia Thom, Sachbearbeiterin Kultur im Departement Gesellschaft und die beiden Mitglieder der Kulturkommission Bernhard Weber und Simon Engeli stellten am Montag das neue Kulturkonzept der Stadt Kreuzlingen vor.» Das Konzept bietet die Grundlagen für die Förderung und Pflege der kommunalen Kultur», sagte Daniel Moos zu Beginn. Der öffentliche Berichtteil erläutere die Ziele der Kulturpolitik, der Massnahmenteil sei das Arbeitsinstrument des Stadtrates.
Kultur bildet das Zentrum
«Das vorliegende Kulturkonzept ist eine Fortführung des Kulturkonzepts 2019 bis 2023, ergänzt durch aktuelle Themen in Kultur und Gesellschaft. Erstmals ist die Kulturkommission an der Erarbeitung beteiligt». Die Stossrichtung des Konzepts habe sich geändert, erklärte der Stadtrat. Es gehe nun um die breite Förderung der lokalen Kultur. In der Stadt seien zahlreiche Akteure am vielfältigen Angebot beteiligt. «Wir wollen diese Akteure vernetzen und Synergien fördern, vielleicht auch ein neues Format finden, das prägend sein könnte. Aber die Stadt wird nicht als Veranstalterin auftreten», machte Daniel Moos klar.
Bernhard Weber sprach mit Blick auf Kreuzlingen «als von Winterthur hergezogener Mensch von einer speziellen Stadt». In der ursprünglich aus drei Gemeinden zusammengewachsene Stadt könne Kultur das Zentrum bilden. Das Angebot bezeichnete er als «Bindeglied zwischen der urbanen Stadt und dem ländlichen Raum». Wobei er in die urbane Stadt auch Konstanz miteinbezieht. «Es soll möglichst viel Kultur in die Stadt gebracht werden. Bernhard Weber zeigte sich überzeugt davon, dass «wir hier ein Angebot haben, das in der Anzahl, der Vielfalt und der Qualität einzigartig für eine Stadt dieser Grösse ist». Die oft gehörte Aussage «hier läuft ja nichts» sei schlicht falsch.
Es fehlen 200 Sitzplätze
«Das Konzept ist prägnant, bietet eine gute Übersicht und ist klar formuliert», zeigte sich Simon Engeli überzeugt. Das Papier zeige auf, dass «wir eine lebendige Kultur wollen, die von unten kommt». Für ihn stand die Förderung der Zusammenarbeit im Vordergrund. Aber auch, und das sagte er als erfahrener Theatermann, die Schaffung eines Veranstaltungsraums mit bis zu 200 Sitzplätzen mit passender Infrastruktur für Theater, Cabaret und Konzerte. «Diese Chance haben wir nun im Kulturzentrum Schiesser, ich hoffe, dass diese durch die Zustimmung zum Kredit im September auch genutzt wird».
Denn ein solches Vorhaben könnten Vereine nicht stemmen, da brauche es die Power der Stadt. An der Vernetzung der Vereine sei zu arbeiten, aber das komme im Alltag der Verantwortlichen aufgrund des Arbeitsaufwandes zu kurz. «Das ist nicht die Frage des Willens, sondern der Kapazität», sagte er. Engeli sah daher auch die Stadt in der Pflicht. Eine Fachstelle für Kultur sei nötig. Claudia Thom sah es als wichtig an, auch langfristige Ziele zu verfolgen. Die wiederkehrende Förderung von Vereinen mit Leistungsvereinbarungen sei Teil der Nachhaltigkeit städtischer Kulturpolitik. «Wir wollen die Kulturvermittlung stärken, es läuft sehr viel, leider kommt nicht alles bei den Konsumierenden an». Als wichtigen Bestandteil städtischer Kultur bezeichnete sie die Museen. Und: «Ein regelmässig stattfindendes Kulturforum wird die Vernetzung der Akteure fördern».
Von Kurt Peter