Waghalsige Action. Markus Bauer
19.04.2022 16:30
Faszination und Risiko Seitenwagen
Die halbe Schweiz trifft sich im Frauenfelder Schollenholz am Ostermotocross
Am Ostersamstag und Ostermontag fanden in Frauenfeld bei herrlichem Frühlingswetter, nach zweijähriger coronabedingter Pause wieder Motocross-Rennen mit 330 Fahrern statt. Es wurden bei den Junioren und bei der Elite die Schweizermeister erkoren.
Frauenfeld Am Ostermontag starten 130 Fahrerinnen und Fahrer in vier Kategorien auf dem Traditionsparcours im Schollenholz zu spektakulären Rennen. Der Organisator, der Motor- und Radsportverein (MRSV) Frauenfeld freut sich, dass nach zweijährigem Corona-Unterbruch die Rennen zu den Schweizermeisterschaften wieder an ihrem ursprünglichen Termin an Ostern stattfinden. Laute Motoren sind zu hören, die Fahrer aus der ganzen Schweiz und aus dem Ausland stehen vor dem Start unter Adrenalin. Aus sportlicher Sicht liegen die Interessen beim Publikum bei den Meisterschaftsläufen.
«Ich freue mich, dass die Rennen bereits am Samstag gut gestartet sind», sagt Andrea Läderach Präsidentin des Organisationskomitees. Am Ostersamstag fanden die Rennen der Junioren-Kategorien mit 200 Fahrern statt. Einzelne Fahrerinnen, wie Sandra Keller aus Schlatt waren mit den Männerteams am Start. Am Ostermontag sind die Anwärter auf den Schweizermeistertitel bei den Elite-Kategorien am Start. Gleichzeitig sorgt die Kategorie Seitenwagen für Spektakel.
Pressechef Thomas Theiler nickt zufrieden. «Am Morgen konnten wir nach Zeitplan und unfallfrei die Rennen durchführen.» Andrea Läderach schätzt die Besucherzahl auf rund 6000 Besucherinnen und Besucher, verteilt auf dem Gelände. Auf dem Gelände ist ein Mix an Dialekten und Sprachen auszumachen. Andreas Imfeld, ein Besucher aus Feldkirch sagt: «Mich faszinieren am meisten die Rennen im Seitenwagen.» Besucherin Corina Meili aus Homburg fuhr am Samstag in der Junioren-Kategorie. Am Ostermontag fiebert sie zusammen mit ihrer Familie für die besten Fahrer mit.
Lokalmatadoren und Fans diskutieren
In der Mittagsruhe sitzen Fahrer und Zuschauer beisammen und sprechen über die einzelnen Läufe. In der mobilen Werkstatt hantieren Helfer und Mechaniker an schweren Töffs. Eine junge Fahrerin, die 12-jährige Adina Sobisch aus Baselland bereitet sich mental auf den ersten Lauf vor, während ihr Vater das Motorrad reinigt. Fabian Weilenmann aus Zihlschlacht fährt seit seiner Kindheit, das sind 20 Jahre Motocross. Weilenmann, der 30-jährige Fahrer der Swiss MX2 spricht von guten Bedingungen für diese Rennen mit dem weichen Boden, der bei jedem Durchgang der Motocrössler Erde aufwirbelt. Für Seitenwagenfahrer Dominik Schlienger ist der «Boden zu weich». Lokalmatador Robin Scheiben in der Kategorie Swiss MX2 sagt: «Ein bisschen nervös bin ich schon.» Friedlich ist die Stimmung auf dem Gelände. Die Zuschauer verteilen sich im Schatten oder an der Sonne. Ein Zuschauer sagt: «Ich komme jedes Jahr an die Rennen in Frauenfeld.» Eine Familie verfolgt die Rennen aus sicherer Distanz das erste Mal. Manche bringen Klappstühle mit und sorgen unter Sonnenschirmen für Atmosphäre.
Speaker Sepp Betschard begrüsst inzwischen am Mikrofon Sponsoren und Gäste, bevor er die Rennen dokumentiert. Und auch für die jüngsten Kinder hält der Speaker einen Tipp bereit – denn mit dem Motocross-Probefahren ist bereits ein wenig für den Motocross-Nachwuchs getan.
Am Dienstag meldete die Thurgauer Kantonspolizei, dass ein Seitenwagen-Gespann kurz nach 15 Uhr während eines Rennens stürzte. Der 21-jährige Fahrer und sein 20-jähriger Beifahrer wurden verletzt. Während der Fahrer nach der Erstversorgung durch den Rettungsdienst von der Rega versorgt werden musste, wurde der Beifahrer vom Rettungsdienst ins Spital überführt.
Die Rangliste kann unter www.mrsv-frauenfeld.ch/ abgerufen werden.