Die Sanierung der Torggelgasse und Rüselbachstrasse inklusive Sanierung der Brücke und Einmündungsbreich der Bäche kann saniert werden. Kurt Peter
07.12.2022 12:00
Fernwärmenetz bis zum Bindersgarten bewilligt
Tägerwiler Gemeindeversammlung heisst Budgets 2023 und zwei Kreditvorlagen gut
Das Wachstum der Gemeinde schlägt sich in Tägerwilen im Budget 2023 und in den Investitionen nieder. Höher veranschlagte Steuereinnahmen sollen die bisherige Kluft zwischen Budget und Rechnung schliessen, investiert werden 5,1 Millionen Franken.
Tägerwilen 89 Stimmberechtigte konnte Gemeindepräsident Markus Ellenbroek am Montagabend in der Bürgerhalle zur Budget-Gemeindeversammlung begrüssen. Gemeinderätin Rebecca Fässler erläuterte das Budget 2023, welches bei einem gleichbleibenden Steuerfuss von 33 Prozent ein Defizit von 376'000 Franken vorsieht. «Wir haben die Steuereinnahmen im Vergleich zu den Vorjahren deutlich höher eingeschätzt, um die Lücke zwischen Budget und Rechnung in Zukunft zu schliessen». Der Gemeinderat prognostiziere einen Zuwachs des Steuersolls bei den natürlichen Personen um 20 Prozent, bei den juristischen Personen um 28 Prozent.
Weiter hohe Investitionen
Das Budget sei geprägt von einem weiter fortschreitenden Wachstum der Gemeinde. Für das kommende Jahr seien Investitionen, inklusive der Werke, von 5,1 Millionen Franken geplant. Der Finanzplan bis 2027 zeige steigenden Investitionsbedarf der Gemeinde auf. «Dabei spielen auch die Gemeindeliegenschaften eine grosse Rolle». Sie verwies dabei speziell auf die Hertlerhalle, die Bürgerhalle und das Friedhofsgebäude. Aber auch im Bereich Hochwasserschutz und Gemeindestrassen seien weiterhin hohe Investitionen nötig. Gemeinderat Jean-Michel Farine ging auf die Budgets der Werke ein. Das Wasserwerk schliesse mit einem Gewinn von 24'000 Franken, die Investitionen lägen bei 1,085 Millionen Franken. Das Elektrizitätswerk schliesse mit einem Defizit von 55'000 Franken, der Wärmeverbund mit einem Gewinn von 58'000 Franken.
«Ich halte das Budget für überbelastet», sagte Jörg Sinniger in der anschliessenden Diskussion. Es gelte, bei den Ausgaben rechtzeitig Gegensteuer zu geben. Er kritisierte im Speziellen die geplanten Ausgaben für eine Schnellladestation der E-Mobilität in Höhe von 100'000 Franken. «Es ist nicht Aufgabe der öffentlichen Hand, solche Anlagen zu erstellen, es liegt in der Verantwortung der Automobilisten, welchen Antrieb sie bevorzugen». Das Thema sei in der Energiekommission diskutiert worden, so Gemeindepräsident Markus Ellenbroek. Im Sinne des Energierichtplans und der Energiewende werde die Ladesäule als positiv bewertet. Jörg Sinniger stellte trotzdem den Antrag, die 100'000 Franken aus dem Budget zu streichen. Die Gemeindeversammlung folgte dem Antrag aber nicht und lehnte ihn mit 16 Ja- gegen 64 Nein-Stimmen ab. Die Budgets mit gleichbleibendem Steuerfuss wurden dann einstimmig genehmigt.
Zentrumsplanung geht voran
Das Kreditbegehren über 1,07 Millionen Franken für die Sanierung des Rüselwegs ab Torggelgasse und der Rüselbachstrasse bis Hinterdorfstrasse wurde von Markus Ellenbroek erläutert. Bestandteil des Kredites sei neben Strasse inklusive Beleuchtung auch die Brückensanierung inklusive Einmündungsbereich Rüselbach/Chastlerbach, Wasserwerk und Elektrizitätswerk. Der Antrag wurde diskussionslos und einstimmig genehmigt. Jean-Michel Farine ging auf den Kreditanantrag über 640'000 Franken für den Ausbau des Fernwärmenetzes des Wärmeverbundes ins Gebiet Müller-Thurgau/Bindersgarten ein. «Richtung Osten sind die grössten Verbraucher und für ein Fernwärmenetz braucht es am Ende der Leitung solche grossen Abnehmer», erklärte er. Die Verträge mit dem Bindersgarten seien unterschrieben. Die Vorlage fand denn auch die erwartet hohe Zustimmung und wurde einstimmig genehmigt.
Über den aktuellen Stand des Hertlerkreisels berichtete Markus Ellenbroek. «Das Baugesuch liegt nun auf, nachdem der Kanton die Kreiselgestaltung neu erarbeitet hat». Grund dafür: Ein Landbesitzer der angrenzden Parzelle habe 34 Quadratmeter nicht zur Verfügung stellen wollen. «Wir beginnen mit dem Bau im Frühling», ergänzte er. Im Projekt «Zentrumsgestaltung» sei der Perimeter festgelegt worden. «Er reicht von der ehemaligen Post bis zur Hauptstrasse und umfasst die angrenzenden Liegenschaften. Wir wollen mehr als nur die Gemeindewiese in die Planungen miteinbeziehen». Der nächste Schritt sei ein Runder Tisch mit den betroffenen Liegenschaftenbesitzern, dann gebe es mehrstufige Workshops mit dem Ziel, einen Masterplan zu erarbeiten. Die Bevölkerung werde in den Prozess mit einbezogen.
Von Kurt Peter