Von Langrickenbach nach Frauenfeld: Am 1. Juni tritte Denise Neuweiler ihr Amt als Regierungsrärin an. zVg
01.05.2024 07:00
Finanzen sind Herausforderung
Die Langrickenbacherin Denise Neuweiler übernimmt das Departement Erziehung und Kultur
Die neue Regierungsrätin Denise Neuweiler sieht den Thurgau als attraktiven Standort für Wirtschaft, Bildung und Kultur. Die landschaftliche Vielfalt soll erhalten, Investitionen in die Infrastruktur aufgrund der finanziellen Herausforderungen nach Prioritäten getätigt werden.
Langrickenbach Am 1. Juni übernimmt Denise Neuweiler das Departement Erziehung und Kultur von Monika Knill. «Ich freue mich auf die Herausforderungen in diesem wichtigen Departement. Was im Detail auf mich zukommt, werde ich dann sehen», sagt sie im Gespräch. Das kulturelle Angebot im Kanton bezeichnet sie als gut, von Museen über Theater bis hin zu Konzerten «finden unsere Einwohnerinnen und Einwohner viele attraktive Möglichkeiten». Aber auch in der staatlichen Kulturförderung werde die sehr angespannte finanzielle Situation zur Herausforderung.
Prioritäten setzen
«Der Kanton muss sehen, was sich umsetzen lässt, wird Prioritäten setzen müssen», so Denise Neuweiler. Vor grossen Herausforderungen sieht sie die Schulgemeinden in der Schaffung von Schulräumen. Den guten Bildungsstandard gelte es zu erhalten. «Das ist zentral für den Standort Thurgau». Eine wichtige Rolle dabei spiele die Pädagogische Hochschule Thurgau (PHTG) in Kreuzlingen. Vor allem in der Forschung erfülle sie zentrale Aufgaben. Zum attraktiven Standort für die Wirtschaft zählt sie auch das duale Bildungssystem.
Aber auch die Realisierung des Digital & Innovation Campus in Kreuzlingen diene dazu, Fachkräfte im Kanton zu halten und neue zu gewinnen. «Hier spielt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit der Universität Konstanz und der HTWG Konstanz eine zentrale Rolle». Denise Neuweiler schätzt diese seit vielen Jahren bestehende Zusammenarbeit, denn «mit unseren Möglichkeiten können wir auch dafür sorgen, dass sich der Thurgau als Hochschul- und Wirtschaftsstandort weiterentwickelt und kein reiner Wohnkanton wird». Durch tiefe Lebenshaltungskosten und niedrige Steuern sei der Kanton für die Zuwanderung attraktiv.
Spannende Gemeinde-Aufgaben
Grenzüberschreitend sieht sie auch die Zusammenarbeit im Tourismus. «Länderübergreifende Verbindungen sind wichtig, sie spielen gerade am Bodensee eine zentrale Rolle». Sei es in den Bahn- oder Schiffsverbindungen: «Unsere Gäste sollen bequem rund um den See reisen können». Der Kanton müsse aber auch die landschaftliche Vielfalt des Kantons und die attraktiven Ausflugsziele wie die Kartause Ittingen oder den Arenenberg pflegen. «Der Erhalt der vielen Naherholungsgebiete ist mir ein wichtiges Anliegen. Ich ziehe Qualität auf jeden Fall der Masse vor».
In Langrickenbach stehen nun Wahlen für das Gemeindepräsidium an. Den Nachfolger oder die Nachfolgerin erwarte ein gutes Gemeinderatsteam und eine gut organisierte Verwaltung. «Die kommenden Aufgaben sind spannend, aber finanziell anspruchsvoll», weiss Denise Neuweiler. Derzeit sei die Überarbeitung der Kleinsiedlungen im Zonenplan und Baureglement am Laufen. Das sei eine komplexe Aufgabe in einer Gemeinde wie Langrickenbach mit den vielen Siedlungen und Weilern. «Der Neubau des Werkhofes mit Feuerwehrdepot beschäftigt den Gemeinderat ebenso wie der Hochwasserschutz und die umfangreiche Strassen- und Werkleitungssanierung in Herrenhof», blickt die Noch-Gemeindepräsidentin voraus.
Was sie sich für die Zukunft wünsche, sei eine bessere Anbindung der Gemeinde an den öffentlichen Verkehr. Das Postauto verkehre zwischen Bahnhof Amriswil und Münsterlingen, «bisher fährt an Wochentagen jede Stunde ein Bus. Eine Verdichtung des Fahrplans wäre wünschenswert, allerdings auch mit finanziellen Beiträgen verbunden». Sie sei sich nicht sicher, ob sich das wirklich auch lohne, in einer Landgemeinde, in der das Auto unverzichtbar sei.
Von Kurt Peter