Sie setzen sich mit ihren Organisationen an den Tagen gegen Rassismus ein. Kathi Nguyen (offene Jugendarbeit) und Radmilla Blickenstorfer (MIR) vorne sowie
14.03.2024 07:00
Für Toleranz und Offenheit
Erstmals ist die Stadt Kreuzlingen bei den landesweiten Aktionstagen gegen Rassismus mit dabei
Viele spannende Veranstaltungen sind während der Aktionstage gegen Rassismus in Kreuzlingen geplant. Dazu haben sich mehrere Organisationen und Vereine unter der Federführung der städtischen Fachstelle Familie und Integration zusammengefunden. «Ein klares Zeichen setzen», nennt Stadtrat Daniel Moos das Ziel.
Kreuzlingen Am 21. März ist der internationale Tag gegen Rassismus. «Rund um dieses Datum werden wir in der Stadt mit vielen Programmpunkten die Bevölkerung sensibilisieren», sagte Stadtrat Daniel Moos. Kreuzlingen beteilige sich erstmals an diesem internationalen Tag, das habe sicher auch damit zu tun, dass Ämter neu besetzt seien und neue Akteure in Kreuzlingen ihr Engagement aufgenommen hätten. «Für eine Stadt mit 56 Prozent Ausländeranteil und einem Bundesasylzentrum sei Rassismus ein relevantes Thema», meinte er weiter. «Die Aktionstage werden ein klares Zeichen gegen Rassismus, Ausgrenzung und Diskriminierung setzen».
Für eine gerechte Welt
Rassismus dürfe in Kreuzlingen keinen Platz haben. Gegen Rassismus und für eine offene, gerechte Welt müssten sich alle einsetzen, erklärte der Stadtrat. In Kreuzlingen haben sich dazu mit Agathu, der offenere Jugendarbeit, dem Filmforum Kreuzlingen-Konstanz, dem Migrations- und Integrationsrat, der Gruppe Erzählzeit, dem Apollo und der Fachstelle Familie und Integration zur Organisation zu den Aktionstage zusammengefunden. Für Zeljka Blank-Antakli, Leiterin der Fachstelle Integration und Familie ist Diskriminierungsschutz ein wichtiges Anliegen. «Und ganz wichtig ist es, dass wir die Bevölkerung sensibilisieren».
Morgen Freitag, 15 März, 18 Uhr, starten die Aktionstage im «Das Lokal». Die Gruppe Erzählzeit lädt unter dem Motto «Alter Tabak» in dieses ehemalige Tabakgeschäft an der Hauptstrasse 26 ein. Barbara Springer: «Alter Tabak kann vieles bedeuten, weckt Erinnerungen, ist voll von Geschichten. Moderierte Geschichten sind das bei uns». Die Gruppe besteht seit 2024 und lädt Menschen ein, die Geschichten aus ihrem Leben an ganz verschiedenen Orten erzählen.
Agathu lädt zur Besichtigung
Die Arbeitsgruppe für Asylsuchende Thurgau (Agathu) lädt am Mittwoch, 20. März, zum Tag der offenen Tür. Die Räumlichkeiten an der Freiestrasse 28a sind von 14 bis 17 Uhr zu besichtigen, es werden mehrere Führungen angeboten. Die offene Jugendarbeit lädt am Donnerstag, 21. März, 19 Uhr, zur Vernissage der Ausstellung «Perspektiven - Kreuzlingen durch die die Linse der Jugend» ein. Durch einen Workshop mit Kuratorin Kateryna Voropai konnten sich die Jugendlichen mit Kunst, moderner Kunst und Fotografie auseinandersetzen und haben ihr Handy in die Hand genommen und selbst eine Ausstellung gestartet. Sie zeigen 50 Ausschnitte aus ihrem Kreuzlinger Alltag und setzen ein Zeichen gegen Rassismus.
Rita Arulkumaran befasst sich in ihrer Maturarbeit mit den Tamilinnen und Tamilen in der Schweiz. Deren Geschichte in der Schweiz beginnt mit dem Ausbruch des Bürgerkrieges vor 41 Jahren. Unter dem Titel «Unspoken - Identität und psychische Leiden in der tamilischen Diaspora» findet am Freitag, 22. März, 19 Uhr, in der Agathu eine Lesung und Diskussion darüber statt. Rita Arulkumaran bekam für ihre Maturaarbeit den ersten Preis des Jugendwettbewerbs der Stiftung ThinkThank Thurgau 2023.
«Lebendige Bibliothek: Inspirierende Frauen» heisst es am Samstag, 23. März, von 15 bis 17 Uhr, im Apollo. Lebendige Bibliothek ist ein persönliches Begegnungsformat. Geladene Frauen geben jeweils im hautnahen Erzählformat Einblicke in ihre Lebensgeschichte. Den Dokumentarfilm «Je Suis Noires» zeigen Filmforum KUK und Integrations- und Migrationsrat der Stadt Kreuzlingen am Sonntag, 24. März, 17 Uhr, im Kult-X. Schauspielerin Kathrin Iten spielt am Dienstag, 26. März, 19 Uhr, im Kult-X, die Beamtin Bettina Zimmermann. Die Leiterin des nationalen Kompetenzzentrums lässt sich in die Akten blicken. Sie macht sich Gedanken, wie man Menschen kompetent willkommen heissen kann und prüft, ob sie den Einbürgerungstest erfolgreich bestehen. Sie versucht, systemtreu zu helfen ohne Emotionen platzen zu lassen. Stets mit dem Ziel vor Augen, ein Dossier erfolgreich abschliessen zu können. Ein satirisches Einfrauenstück, eine Produktion von DAS VENTIL.
Von Kurt Peter