Fabrizio Ribezzi will als Macher in den stadtrat gewählt werden. Kurt Peter
01.09.2022 06:00
«Ganz und gar Kreuzlinger»
Fabrizio Ribezzi will vom Gemeinderat in den Stadtrat - «Gesellschaft» als Wunschdepartement
Fabrizio Ribezzi kandidiert in den Stadtrat, um, wie er sagt, umzusetzen. Seine Leidenschaft gelte der Stadt, er wolle Projekte realisieren und sehe sich als Sprachrohr initiativer Unternehmer und kreatives Teammitglied in der Exekutive.
Kreuzlingen «Meine Kandidatur als Stadtrat habe ich schon lange im Kopf», so FDP-Gemeinderat Fabrizzio Ribezzi. Nachdem es ihm im ersten Anlauf nicht gelungen war, einen Sitz in der Legislative zu gewinnen, schaffte er es 2019. «Aber der Wunsch, in die Exekutive zu wechseln, war noch immer da. Weil ich halt ein operativer Mensch bin». Als FDP-Gemeinderat habe er in den letzten dreieinhalb Jahren viel lernen können. «Ich bin gerne im Gemeinderat, aber ein Amt im Stadtrat reizt mich sehr».
Mehr daraus machen
Er gehöre eindeutig in den exekutiven Bereich. «Ich habe mir ein solides Unternehmen mit drei Gastronomiebetrieben in Kreuzlingen aufgebaut, ich habe mich entschieden, mich aus der Leitung nach und nach herauszunehmen». So bleibe ihm Luft für eine Aufgabe, in der er sich «auf Kreuzlingen konzentrieren kann». Zudem wolle er seine Zeit auch in andere spannende Projekte investieren, sich zur Ruhe setzen oder auf Lorbeeren ausruhen komme nicht in Frage.
Im Restaurant «Alte Badi» wirtet Fabrizio Ribezzi seit 2006. Die Lage direkt am Schifffahrtshafen bezeichnet er als top, der Seeburgpark zwischen dem Hafen und dem Seegarten «soll so bleiben wie er ist», kommt er auf das Thema zu sprechen. Gerade die «Coop andiamo»-Veranstaltung habe gezeigt, dass vielfältige Events möglich seien, ohne an den Nutzungen des Parks etwas verändern zu müssen. Für ihn sind aber schon noch Sachen umsetzbar: «Eine Konzertmuschel beim Hafen, attraktivere Möblierungen zum Verweilen sind für beispielsweise Massnahmen zur Gestaltung des Platzes». Ein Platz, der für Fabrizio Ribezzi zu wenig belebt ist. «Hier sollten Märkte stattfinden, Konzerte, Zirkus, Familienattraktionen, das ist der Platz am See, an den die Bevölkerung kommen muss».
Boulevard ist Durchgangsstrasse
Er plädiert daher auch für den Bau eines Parkhauses an der Seestrasse. Das würde Platz schaffen für weitere Gastronomiebetriebe. «Dieses Angebot müssen wir deutlich erhöhen, vielleicht auch nur mit saisonalen Attraktionen wie einem Gelatistand oder Chnusperli». Er ist davon überzeugt, durch solche Massnahmen auch mehr Touristen, auch und vor allem aus Konstanz an das Kreuzlinger Seeufer zu bringen. Eine weitere Idee hat der Gastronom schon lange im Kopf. Er habe vor Jahren vorgeschlagen, eine einzige, zentrale 1.-August-Feier auf dem Hafenplatz abzuhalten, organisiert durch die jeweiligen Quartiervereine. «Hier haben wir doch die ganze Infrastruktur und auch eine Top-Lage für dieses Fest».
Es liege auch an der Politik, den Boulevard zu beleben. Veranstaltungen wie das Kreuzlinger Fest, der Gartentag, die Jazzmeile oder das Spielfest gehörten genau hier her. Und dennoch macht er sich keine Illusionen: «Der Boulevard ist und bleibt eine Durchgangsstrasse». Ribezzi, der zwei Betriebe am Boulevard betreibt, gibt sich etwas ratlos, wenn es um die Belebung des Zentrum. geht. Aber er wolle alle Massnahmen mit diesem Ziel unterstützen, rege sich aber auf, wenn Menschen, die hier lebten, nur profitieren wollten: In einer Stadt gibt es Lärm, damit muss man leben können».
Vielfältige Aufgaben
Bei einer Wahl in den Stadtrat wolle er sich dafür einsetzen, dass zunächst alle grossen Projekte umgesetzt würden. «Ich denke an den Bäderbetrieb, die Verwaltung, die Tiefgarage Bärenplatz, die Sanierung des Schifffahrtshafens». Ihm gehe es nicht um ein einziges städtisches Thema, denn die Aufgaben seien vielfältig. So sei es an der Zeit, das Quartierdenken aufzugeben und städtisches Leben zu initiieren. Es gelte die Verkehrsprobleme an die Hand zu nehmen. Und hier hat er, der sich nicht als Visionär bezeichnet, doch eine radikale Idee: «Zwischen Helvetiaplatz und der Unterführung Konstanzerstrasse geht der Verkehr unter die Erde. So bekommen wir Platz und Ruhe auf der Bahnhofstrasse».
Das Departement «Gesellschaft» wäre bei einer Wahl auch sein Wunsch. «Es sind brutal viele Aufgaben, die auch nach monatelanger Einarbeitungszeit nicht alle detailliert erfasst werden können». Eine gewissen Überblick habe er, aber er wisse nicht über alles Bescheid. Doch er werde sich bestimmt ins Zeug legen. «Wenn es denn zur Wahl kommt».
Von Kurt Peter