Die evang. Kirchgemeinde stimmt über den Verkauf der Boje ab. zVg
17.05.2022 15:38
Gemeinde stimmt über Verkauf der Boje ab
Was wird aus der Boje, dem Jugendhaus der Evangelischen Kirchengemeinde Kreuzlingen? Mehrmals hat die Evangelische Kirchengemeinde über die Zukunft ihres Jugendhauses diskutiert, am Dienstag, 24. Mai, könnte der entscheidende Richtungsentscheid fallen. „Informationen Liegenschaften“, steht unter Punkt 7 der Einladung zur Kirchengemeindeversammlung ab 19.30 Uhr im Kirchengemeindehaus.
Kreuzlingen Auf Nachfragen bei Mitgliedern des Kirchengemeinderats geht es dabei um die drei Immobilien im Stadtzentrum: Das Pfarrhaus, das Gemeindehaus und die Boje, direkt gegenüber der Kirche in der Bärenstrasse. Alle drei Häuser sind sanierungsbedürftig und im Unterhalt auf Dauer zu teuer.
Jugendliche und Eltern sind alarmiert. „Die Abstimmung hat uns völlig kalt erwischt“, sagen Melanie Böhm und Kerstin Conz, deren Kinder regelmässig in der Boje sind. Sie wollen, dass das Thema nicht nur im stillen Kämmerchen diskutiert wird, sondern die Gemeinde ausdrücklich zu diesem Thema eingeladen wird, um etwa in einem Workshop neue Optionen zu entwickeln, oder auch Vermietungen zu prüfen. Das wäre nicht nur eine Chance für die Gemeinde, sondern auch für die Stadt“, finden die beiden. Dass die Entscheidung über ihr Jugendhaus ohne sie getroffen wird, wollen die Jugendlichen nicht. Sie haben bereits ein Plakat gemalt und wollen auch vor der Gemeindeversammlung sprechen.
Auch innerhalb der Kirchengemeinde ist der Verkauf umstritten. Denn vor dem Hintergrund sinkender Mitgliederzahlen wäre das Kirchengemeindehaus eigentlich viel zu gross. Einzelne Mitglieder des Kirchengemeinderats wollen daher lieber das Gemeindehaus opfern und das Gebäude der Boje direkt gegenüber der Kirche behalten und als Gemeindehaus nutzen. Das Problem: Fürs Gemeindehaus fehlt ein Käufer. Die Boje wäre attraktiver und leichter zu verkaufen. Doch ein Verkauf der Boje würde die Gemeinde vor neue Probleme stellen: Die Kirchenbesucher hätten dann keine Toilette mehr, die sie nach dem Gottesdienst besuchen können. Und ob die Jugendlichen das Gemeindehaus überhaupt annehmen würden, ist auch unklar. Bislang lehnen sie es ab.
red