Die Brandursache ist klar, das Helvetia-Haus kann abgerissen werden.
Bild: Angelina Rabener
03.07.2023 14:45
Helvetia-Haus: Anklage wegen Fahrlässigkeit
Nach dem verheerenden Brand des Helvetia-Hauses am 12. November 2022, stand die Liegenschaft monatelang ohne Dach mit einem Provisorium da. Vor dem Abriss musste die Brandursache ermittelt werden. Diese steht nun fest. Angeklagt wird eine 53-jährige Frau.
Kreuzlingen Dicke Rauchschwaden und meterhohe Flammen stiegen am 12. November 2022 in den Kreuzlinger Himmel. Das Helvetiahaus an der Hauptstrasse brannte lichterloh. Nachdem die Feuerwehr den Brand am Dachstock löschen konnte und man das Ausmass sah, war klar, alle ansässigen Firmen - Büros, Schulungszimmer und der Outlet-Store der Firma Schiesser mussten ihr Hab und Gut packen und ausziehen. Das Haus war nicht mehr bewohnbar. Am Gebäude entstand ein Sachschaden von mehreren hunderttausend Franken.
Hausbesitzer Jürg Pengler sprach damals von einer «Katastrophe». Denn eigentlich war das Geschäftshaus «Helvetia» ein Abbruchprojekt und sollte einer neuen Überbauung weichen. Acht Monate stand das Haus nun mit provisorisch abgedecktem Dach am Kreuzlinger Boulevard und wartete auf seinen Abbruch. Vor ein paar Tagen rollten die Bagger an und begannen das Haus abzureissen. Ein Zeichen, dass die Brandursache geklärt werden konnte.
Technischer Defekt oder brennende Kerzen
Wie die Generalstaatsanwaltschaft Thurgau auf Anfrage der Kreuzlinger Nachrichten erklärt, nennt der Bericht des Brandermittlungsdienstes der Kantonspolizei Thurgau als mögliche Brandursachen entweder einen technischen Defekt oder brennende Kerzen. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft Thurgau hat eine Mieterin des Geschäfts- und Wohnhauses die ihr in diesem Zusammenhang obliegenden Sorgfaltspflichten verletzt. Die Staatsanwaltschaft wird aus diesem Grund in den nächsten Tagen Anklage gegen die 53-jährige Frau wegen fahrlässiger Verursachung einer Feuersbrunst erheben.
Angelina Rabener