Höchster Jahresgewinn in TKB-Geschichte
Für das Geschäftsjahr 2023 konnte die Thurgauer Kantonalbank (TKB) sehr gute Zahlen präsentieren. Der Jahresgewinn von 159 Millionen Franken ist der höchste Wert in der über 150-jährigen Geschichte der TKB.
Präsentierten den Jahresabschluss 2023 der Thurgauer Kantonalbank (v.l.): Finanzchef Hanspeter Hutter, Bankpräsident Roman Brunner und GL-Vorsitzender Thomas Koller. Bild: zVg
Für das Geschäftsjahr 2023 konnte die Thurgauer Kantonalbank (TKB) sehr gute Zahlen präsentieren. Der Jahresgewinn von 159 Millionen Franken ist der höchste Wert in der über 150-jährigen Geschichte der TKB.
Weinfelden Die Thurgauer Kantonalbank hat das Geschäftsjahr 2023 gut gemeistert. Die Bank geniesse grosses Vertrauen und habe sowohl im Hypothekargeschäft als auch im Anlagegeschäft zulegen können, erklärten Bankpräsident Roman Brunner und der GL-Vorsitzende Thomas Koller an der Bilanz-Medienkonferenz in Weinfelden. Während die Konjunktur in der Schweiz gut war, es eine Zinswende sowie eine moderate Inflation gab, so spüre auch die TKB einen Fachkräftemangel. «Gerade im Bereich der Kundenberater oder der IT ist es schwer, neue Arbeitnehmer zu rekrutieren», erklärte Roman Brunner. Über die kommenden Jahre möchte die TKB ihre Attraktivität daher noch weiter steigern.
Im Kerngeschäft, der Vergabe von Hypotheken, hat die TKB ihre führende Rolle erneut gestärkt. Die Hypothekarforderungen nahmen in einem weitgehend intakten Immobilienmarkt um über 800 Millionen Franken (+ 3,7 Prozent) auf 24,0 Milliarden Franken zu. Das gesamte Ausleihungsvolumen stieg um 3,3 Prozent auf 25,4 Milliarden. Franken. Auf der Passivseite der Bilanz gingen die Kundeneinlagen leicht zurück (- 0,6 Prozent auf 18,6 Milliarden Franken), was unter anderem im Zusammenhang steht mit Umschichtungen in Wertschriftenanlagen. Das Total der verwalteten Kundenvermögen stieg um rund 10 Prozent auf 25,4 Milliarden Franken. Der Nettoneugeld-Zufluss beträgt 2,3 Milliarden Franken.
Der Immobilienmarkt bleibe weiter stabil, hier profitiere der Kanton Thurgau durch die Zuwanderung. «Sehr positiv stimmt mich, dass wir im vergangenen Jahr 7'000 neue Kunden für die TKB gewonnen haben», zeigte sich Koller erfreut.
Ertragsmässig konnte die Bank zulegen und einen Geschäftsertrag von 426,9 Millionen Franken erzielen (+ 14,6 Prozent). Der grösste Beitrag stammt aus dem Zinsengeschäft, wo der Brutto-Erfolg um 12,6 Prozent gestiegen ist. Da der Wertberichtigungsbedarf für Ausfallrisiken weiterhin moderat ist, resultiert auch in der Nettobetrachtung ein klares Plus von 11,6 Prozent. Betragsmässig beläuft sich der Erfolg aus dem Zinsengeschäft auf 285,1 Millionen Franken. Einen positiven Effekt hatte neben höheren Erlösen aus Kartentransaktionen weiterhin die Vermögensverwaltung, wo die Bank in den letzten Jahren ihre Positionierung geschärft hat.
Die gute Ertragslage vermag den Anstieg auf der Aufwandseite gut zu kompensieren. Der Geschäftsaufwand beträgt 186,1 Millionen Franken (+ 8,4 Prozent). Im Zuge des höheren Mitarbeiterbestandes nahm der Personalaufwand um 6,7 Prozent zu. Der Sachaufwand stieg im Zusammenhang mit der Strategieumsetzung um 11,5 Prozent auf 65,7 Millionen Franken.
Die operative Leistung der Bank spiegelt der Geschäftserfolg von rund 228 Millionen Franken. Dieser übertrifft den Vorjahreswert um gut 20 Prozent. Erneut stärkt die TKB ihre eigenen Mittel durch eine Zuweisung an die Reserven für allgemeine Bankrisiken. Diese beträgt 55 Millionen Franken. Nach Berücksichtigung der Steuern resultiert ein Jahresgewinn von 159,0 Mill ionen Franken. Gegenüber 2022 entspricht dies einer Zunahme von 7,5 Prozent. «Von diesem guten Ergebnis profitieren auch die Eigentümer der Bank. Die Dividende pro Partizipationsschein wird um 20 Rappen erhöht, sie beläuft sich neu auf 3,30 Franken», betonte Finanzchef Hanspeter Hutter. An den Haupteigentümer, den Kanton Thurgau, liefere die Bank 51,3 Millionen Franken Gewinn ab (+ 6,4 Prozent).
Bei der Umsetzung der Unternehmensstrategie 2023 bis 2027 sei die Bank auf Kurs. Im laufenden Jahr wolle die TKB ihr Selbstbedienungsangebot erweitern. Interessierte sollen online eine Geschäftsbeziehung eröffnen können. «Per April schafft die TKB alle Kontoführungsgebühren für Private und Geschäftskunden ab. Auch die Positionierung als Arbeitgeberin will die TKB stärken und ihre Werte gezielt leben», so Thomas Koller. Das bedeutende Sponsoring-Engagement für die Region wird fortgeführt. In finanzieller Hinsicht erwartet die TKB vor dem Hintergrund der aktuellen Wirtschaftslage für das laufende Jahr einen tieferen Unternehmenserfolg als 2023.
Von Nico Wrzeszcz
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