Das Wärmenetz soll bis zum Bindersgarten ausgebaut werden. Kurt Peter
17.11.2022 00:00
Hohe Investitionen in Tägerwilen
Am 5. Dezember findet die Gemeindeversammlung zum Budget 2023 statt
Das Budget 2023 der Politischen Gemeinde Tägerwilen sieht ein Defizit von 376 000 Franken vor. Bei einem gleichbleibenden Steuerfuss von 33 Prozent rechnet der Gemeinderat mit höheren Steuereinnahmen aber auch deutlich steigendem Aufwand.
Tägerwilen Um die in den vergangenen Jahren deutlichen Abweichungen zwischen Voranschlag und Rechnung zu vermeiden, habe der Gemeinderat entschieden, die Steuereinnahmen mutiger zu budgetieren, erklärt Gemeindepräsident Markus Ellenbroek. «So wurde das Steuersoll a 100 Prozent von den im bisherigen Verfahren konservativ berechneten 14 Millionen Franken auf 15,2 Millionen Franken erhöht». Damit würden teilweise auch die vom Gemeinderat zu vorsichtig budgetierten Steuereinnahmen abgefangen.
Erfolgreicher Wärmeverbund
Aufgrund der anstehenden Bautätigkeit und des damit verbundenen Bevölkerungswachstums gehe der Gemeinderat weiterhin von einer positiven Entwicklung bei den Steuereinnahmen aus. Das Total des Nettoaufwandes steige gegenüber dem Budget des Vorjahres um 650'000 Franken auf 6,03 Millionen Franken. «200'000 Franken davon sind dem geplanten Energieförderprogramm und der Umsetzung Energierichtplans zuzuschreiben», hält Markus Ellenbroek fest. Bei einem gleichbleibenden Steuerfuss von 33 Prozent rechnet das Budget der Politischen Gemeinde mit einem Verlust von 376'000 Franken.
Das Wasserwerk rechnet mit einem Gewinn von 24'000 Franken. Die Preiserhöhungen betreffen die Grundtaxe und die Verbrauchsgebühr. Das Elektrizitätswerk sieht beim Netz einen Verlust von 113'000 Franken vor, beim Stromhandel einen Gewinn von 55'000 Franken. Erfolgreich ist der Wärmeverbund unterwegs. In diesem Jahr wurde die Liegenschaft an der Lindenstrasse angeschlossen, 2023 soll die Erweiterung Richtung Bindersgarten erfolgen. Für das kommende Jahr rechnet das Budget mit einem Gewinn von 41'000 Franken.
Fernwärmenetz ausbauen
Das Investitionsbudget der Politischen Gemeinde sieht Ausgaben in Höhe von 5,1 Millionen Franken vor. Über zwei Kreditbegehren werden die Stimmberechtigten anlässlich der Gemeindeversammlung entscheiden. 1,07 Millionen Franken werden für die Sanierung des Rüselweges ab Torggelgasse und der Rüselbachstrasse bis Hinterdorfstrasse beantragt. Im Rahmen der Erneuerungsplanung für das Werkleitungs- und Gemeindestrassennetz stehen diese Abschnitte an. Neben der Erneuerung der Werksleitung und der Strassenbeleuchtung ist auch vorgesehen, die Brücke zur Hinterdorfstrasse inklusive Gewässerdurchlass zu sanieren.
Gleichzeitig wird der Einmündungsbereich des Rüselbachs in den Chastelbach verbessert. Das Fernwärmenetz des Wärmeverbundes soll in Richtung Bindersgarten/Müller-Thurgau ausgebaut werden. An der Gemeindeversammlung wird daher auch über einen Kreditantrag von 640'000 Franken abgestimmt. Das Projekt umfasst den Ausbau der Fernwärmeleitung im Schulweg. Vom Hasenweg bis in die Müller-Thurgau-Strasse und weiter bis zum Bindersgarten geführt werden. Ursprünglich war dieses Geschäft nicht als separates Traktandum geführt, doch «die Materialpreise, insbesondere für die Chromstahlleitungen, haben sich massiv erhöht», begründet Ellenbroek das Vorgehen.
Mehrere Studien
Der Gemeinderat informiert an der Versammlung auch darüber, dass die vierjährige Versuchsphase für die Buslinie 907 Ende 2022 ausläuft und hofft auf die Zustimmung zur Weiterführung der Linie zwischen Kreuzlingen und Tägerwilen. Im Budget sind auch verschiedene Beiträge an Projektentwicklungen enthalten. Für das Workshopverfahren Zentrumsgestaltung sind 40'000 Franken vorgesehen. Die Investitionsrechnung der Gemeinde führt 50'000 Franken für eine Studie zur Gesamtsanierung der Bürgerhalle und einer Erweiterung der Nutzung des Erdgeschosses auf. Das in die Jahre gekommene Friedhofsgebäude muss ins Auge gefasst werden. Auch hier sind 50'000 Franken in der Investitionsrechnung ausgewiesen. «Es geht um Sanierung und Erweiterung der Aufbahrungshalle, vielleicht aber auch um einen Neubau», so der Gemeindepräsident, Markus Ellenbroek.
Von Kurt Peter