Routinier Nikola Marinovic verlieh der Kreuzlinger Abwehr in der Schlussphase wieder mehr Stabilität. Felix Walker
25.04.2022 13:04
HSC Kreuzlingen gewinnt Spitzenkampf
Tabellenführung vor letzten drei Meisterschaftspartien verteidigt
In einem hochklassigen Spitzenkampf verteidigt der HSC Kreuzlingen die NLB-Tabellenspitze mit dem 35:31 (20:13)-Heimsieg über Verfolger SG Wädenswil/Horgen.
Handball Es war ein Vorgeschmack dafür, was die Zuschauer im möglichen Playoff-Finalduell um den NLA-Aufstieg ab dem 20. Mai erwarten wird. Aktuell geht man davon aus, dass sich der HSC Kreuzlingen und die SG Wädenwil/Horgen, die klar besten Teams der bisherigen 23 Runden, auch in der Best-of-5-Serie gegenüberstehen werden. Die 350 Zuschauer in der Kreuzlinger Egelseehalle kamen am Samstag jedenfalls in den Genuss einer hochstehenden und zumindest in der zweiten Halbzeit auch hart umkämpften und spannenden Partie, die mit einem hochverdienten Triumpf der Thurgauer endete. Die Kreuzlinger traten mit ihrem 15. Sieg in Serie beziehungsweise dem 20. Erfolg im 23. Saisonmatch den Beweis an, dass sie sich aktuell in Aufstiegsform befinden. Vor allem in der ersten Halbzeit (20:13) zeigten sie eine überragende Leistung und dominierten die Zürcher dank einer gewohnt kompakten Defensive um Abwehrchef Bujar Ramosaj, einem starken Torhüter Haris Berisha (Abwehrquote 41 Prozent) und einem treffsicheren Topscorer Paul Kaletsch (sieben Tore, davon fünf Penalties) in jeder Hinsicht.
Nachlassen bestraft
Dass gegen die Zürcher, welche über die gesamten 60 Minuten ein hohes Tempo anschlagen können, ein Nachlassen allerdings umgehend bestraft wird, mussten die Kreuzlinger in den letzten 20 Minuten erfahren. Nach drei Treffern in Serie zum 25:17 (38.) liessen sie die Zügel etwas schleifen, schlossen mehrere Angriffe überhastet ab und packten auch in der Abwehr nicht mehr ganz so entschlossen zu. Diese Unkonzentriertheiten nützten die Zürcher zu einer Aufholjagd, die ihnen innerhalb von knapp vier Minuten fünf Treffer in Serie zum 25:22-Anschluss bescherte.
Damit kam der Tabellenzweite plötzlich doch wieder in Schlagdistanz. Zwar reagierte der HSCK postwendend und zog nochmals auf 28:22 weg, doch die Gäste blieben nun, angeführt von Sandro Gantner, dem zweitbesten Torschützen der Liga, dran. Näher als bis auf drei Treffern liessen sie die Thurgauer aber nicht aufschliessen. Schlussendlich fehlte dem Team von Cheftrainer Pedrag Milicic, der die Spielgemeinschaft seit seiner Amtsübernahme im Sommer 2018 zu einem NLB-Spitzenteam geformt hat, aber doch einiges, um die Wende schaffen zu können. Die Kreuzlinger brachten die Punkte 39 und 40 sicher ins Ziel, mussten dabei allerdings zur Kenntnis nehmen, dass man sich gegen die Zürcher keine längere Auszeit leisten sollte.
Auch wenn sich der Kreuzlinger Erfolgstrainer Werner Bösch über den saisonübergreifend 14. Heimsieg in Serie freute, dürfte er in der Matchanalyse mit seinen Spielern sicher auch den einen oder anderen Kritikpunkt besprechen. So war in den letzten 20 Minuten die Chancenverwertung nicht mehr auf dem hohen Niveau der ersten Halbzeit und in der Deckung gab man insbesondere dem Zürcher Goalgetter Sandro Gantner zu viel Spielraum, was dieser zu sieben Treffern alleine nach der Pause nützte.
Heimvorteil sichern
Für die Kreuzlinger stehen bis zum Beginn der Aufstiegs-Playoffs am Freitag, 20. Mai, noch drei Meisterschaftspartien auf dem Programm. Dabei treffen sie ausnahmslos auf Teams aus der hinteren Tabellenregion. Am nächsten Samstag, 19 Uhr, gastiert der stark abstiegsgefährdete TV Steffisburg (12. Rang) in der Egelseehalle. Danach spielt der HSCK noch auswärts gegen den bereits als erster von zwei Absteigern feststehenden HS Biel (Sa, 7. Mai, 17 Uhr) und zum Abschluss erneut zu Hause gegen den aktuellen Tabellenzehnten TV Möhlin (Mi, 11. Mai, 20 Uhr). In diesen drei Partien wollen die Kreuzlinger den Leaderthron verteidigen, um sich so den Heimvorteil für den Playoff-Final (best of 5) zu sichern. Aktuell liegen sie drei Punkte vor der SG Wädenswil/Horgen, die wiederum fünf Zähler Vorsprung auf Stäfa besitzt. Wädenswil/Horgen will am nächsten Samstag das Playoff-Finalticket mit einem Heimsieg über den Abstiegskandidaten Solothurn ebenfalls lösen.
red
HSC Kreuzlingen – SG Wädenswil/Horgen 35:31 (20:13)
Egelsee. – 350 Zuschauer. – Sr. Capoccia/Jucker.
Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Kreuzlingen, 3-mal 2 Minuten gegen Wädenswil/Horgen.
Kreuzlingen: Berisha (1.-47./11 Paraden), Marikovic (47.-60./5 Paraden); O. Wipf, Lutz (1), Dedaj (7), Bär, Heim (1), Kaletsch (7/5), Portmann (1), Kun, Ramosaj (2), Blättler (4), Schneider (1), L. Lioi, Zeller (3), Tahirukaj (8).
Wädenswil/Horgen: Kasalo 1.-18./5 Paraden und für 5 Penalties), Steiner (18.-60./6 Paraden); Si. Gantner (4), Pospisil (2), Sa. Gantner (10/3), Lechner (1), D. Gantner (1), Imhof, P. Gantner (1), Kälin, Schuler (2), Zuber (5/2), Döbbeling, Gorlé, Wolfer (2), Karlen (3).
Bemerkungen: Kreuzlingen ohne Kappenthuler (rekonvaleszent) und Nahaj (verletzt); Penaltystatistik: Kreuzlingen 5 von 7, Wädenswil/Horgen 5 von 6. – Rausch-Best-Player-Wahl: Valon Dedaj (K) und Sandro Gantner (W/H).