Heinz Nater (links) konnte mehrmals Bundesräte am Schwaderlohschiessen begrüssen, hier Ueli Maurer. Werner Lenzin
20.10.2022 07:00
«Ich nenne Bundesräte Kollegen»
Heinz Nater gab das Präsidium der Schwaderlohkommission ab - An der Landsgemeinde wurde er zum Ehrenpräsident ernannt
Heinz Nater blickt zurück auf 35 Jahre in der Schwaderlohkommission. Davon zehn Jahre als Präsident. Die Arbeit habe ihm immer Freude gemacht: «Kein Anlass, keine Sitzung war ein Muss».
Kemmental «Ich bin mit dem Schwaderlohschiessen gross geworden», sagt Heinz Nater im Gespräch. Mit sechs Jahren begann seine «Karriere» als Hülsensammler. Das war 1966. Seine Begeisterung für den Schiesssport äusserte sich auch darin, dass er nach dem Hülsensammler zum Zeiger, dann zum Warner und schliesslich zum Schützen wurde. 1987 wurde er dann Schützenmeister des Schwaderlohverbandes.
Traditionsanlass fasziniert
2012 trat er als Präsident die Nachfolge von Ruedi Schnyder an. «Bis dahin standen meist Personen mit politischen Ämtern an der Spitze des Verbandes», blickt er zurück. Er selbst hatte nie solche Ambitionen, das Präsidium des Schwaderlohverbandes übernahm er mit viel Engagement und Erfahrung. «Dieses traditionelle Schiessen fasziniert aus verschiedenen Gründen viele Menschen, es nehmen jährlich 1500 Männer und Frauen im Alter zwischen 16 bis 90 Jahren teil».
Aber der Erfolg des Schwaderlohschiessens sei nicht garantiert. 2010 habe sich der Verband aufgrund sinkender Teilnehmerzahlen Gedanken über die Zukunft gemacht. «Damals gab es das Projekt 2010+, der gesamte Anlass wurde in allen Details überprüft und Massnahmen getroffen», kann sich Heinz Nater gut erinnern. Erfolgreich umgesetzt wurden die Werbung, nicht nur der Schiessplan wurde an möglichst vielen Veranstaltungen verteilt, auch die verschiedenen Medien wurden intensiver einbezogen.
Kontakte knüpfen und halten
Was den ehemaligen Präsidenten besonders freut ist die Tatsache, dass die jeweils rund 50 Ehrengäste ihre Teilnahme am Schwaderlohschiessen nicht als lästige Pflicht ansehen. «Die eingeladenen Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Militär kommen gerne nach Neuwilen». Heinz Nater schätzte dabei vor allem, dass gute Kontakte geknüpft werden konnten. In seiner Amtszeit als Präsident durfte er mit Adolf Ogi, Samuel Schmid und Ueli Maurer gleich drei Bundesräte begrüssen. «Und wir sind heute noch in Kontakt», kann er mit Stolz anfügen.
Wenn er so zurückblicke gebe es nur einen Umstand, der ihn nervös gemacht habe: «Mitte der 2000er Jahre, ich weiss nicht mehr genau wann, war der Nebel so dicht, dass mit dem Schiessen erst um 11.30 Uhr begonnen werden konnte, rund zwei Stunden später als es der Zeitplan eigentlich verlangt». Denn die traditionelle Landgemeinde beginnt um 15.40 Uhr. «Nun galt es halt, die Sicherheitsaspekte zu berücksichtigen und trotzdem so schnell wie möglich mit dem Schiessen durchzukommen.»
Lob und Dank von der Regierung
An der Landsgemeinde vom 25. September beim Schützenhaus Bäärenmoos wurde Heinz Nater als Präsident verabschiedet. Regierungspräsidentin Cornelia Komposch liess es sich dabei nicht nehmen, Heinz Nater ein grosses Kompliment auszusprechen. «Dein Name steht für Schwaderloh und es ist ganz wesentlich Dir zu verdanken, dass dieser traditionelle Anlass immer noch auf derart grosse Beliebtheit stösst und nie in Frage gestellt war», sagte sie in ihrer Festansprache. Im Namen der Regierung sprach sie Heinz Nater den Dank für sein unermüdliches Schaffen aus.
Heinz Nater wurde an der letzten Landsgemeinde einstimmig zum Ehrenpräsident ernannt. Er habe das Präsidium an Christoph Zürcher und damit in jüngere Hände übergeben, aber «das Schwaderloschiessen werde ich natürlich auch in den kommenden Jahren besuchen». Sein Amt habe er mit grosser Freude ausgeübt, kein Anlass, keine Sitzung sei ein Muss gewesen. «Auch wenn ich nun nicht mehr Präsident der Schwaderlohkommission bin, mir wird ganz bestimmt nicht langweilig, schliesslich habe noch genug andere Hobbies».
Von Kurt Peter