22.11.2023 05:00
«Im dritten Stock brennt es»
Einsatzübung der Feuerwehren Kreuzlingen und Tägerwilen im Alterszentrum - Sicherheitskonzept bewährt sich
Grosseinsatz der Feuerwehren Kreuzlingen und Tägerwilen, fünf verletzte Personen, Rauch und Atemgifte im dritten Stock des Hauses B des Alterszentrums: Eine Einsatzübung der Feuerwehren Kreuzlingen und Tägerwilen ging von diesem Szenario aus.
Kreuzlingen «Für uns war die Übung rückblickend ein grosser Erfolg, denn unser Sicherheitskonzept funktioniert», zog Geschäftsführer Marco Styner Bilanz. Alexander Salzmann, Angehöriger der Feuerwehr und Bereichsleiter Finanzen und Administration des Alterszentrums zeigte sich ebenfalls zufrieden. «Wir haben als Genossenschaft die Übung initiiert, denn es ging auch darum, die Sicht der Feuerwehren bei einem Einsatz im Heim zu kennen».
Mit der Bahre gerettet
Die Übungsannahme ging davon aus, dass im dritten Stock des Hauses B eine Waschmaschine, Tumbler sowie die Warmwasseranlage in Brand gerieten. Fünf Verletzte Personen mussten gerettet werden, zum Einsatz kamen die Autodrehleiter der Feuerwehr Kreuzlingen und der Hubretter der Feuerwehr Tägerwilen. Während dieser nahe des Sallmanschen Parks zufahren konnte, musste die Drehleiter rückwärts über die Kirchstrasse zum Gebäude. «Das war aufgrund des Parkplatzes und der provisorischen Trafostation schon ein heikles Manöver», beschrieb es Alexander Salzmann.
Die Feuerwehr verlegte vom Erdgeschoss bis in den dritten Stock Schläuche und rückte dem Brand mit Atemschutz zu Leibe. Vier verletzte Personen wurden mit der Autodrehleiter in Sicherheit gebracht, eine Person mit dem Hubretter. Josef Walter hatte sich als Bewohner des Alterszentrums freiwillig zur Übung gemeldet, «ohne dass ich wusste, was auch wirklich auf mich zukam. Aber es war problemlos und hat Spass gemacht». Er wurde mit einer Bahre vom dritten Stock in Sicherheit gebracht und der Sanität übergeben. Anita Zumkehr stellte ihre Wohnung als Übungsort zur Verfügung: «Es war ein interessanter und spannender Abend», sagte sie. Kein Wunder: 60 Feuerwehrleute waren im Haus und in der Umgebung an der Übung beteiligt.
Grossbrand unwahrscheinlich
Das Alterszentrum Kreuzlingen sei dank seiner Bauweise wenig brandgefährdet, sagte Marco Styner. Kleinere Brände wie bei der Übungsannahme seien nicht auszuschliessen, ein Grossbrand aber «ist sehr unwahrscheinlich». Zudem sei der Sicherheitsbeauftragte Marcel Mössmer immer auf dem aktuellsten Stand. «Wir üben Evakuierungen regelmässig, denn das Problem ist, dass wir es bei uns im Haus mit vielen steigunfähigen Personen zu tun haben. Das Treppensteigen geht nicht und im Brandfall sind die Lifte natürlich gesperrt», so Marco Styner. Jährlich stattfindende Brandschutzübungen aller Angestellten des Alterszentrums gehörten ebenfalls zum umfangreichen Sicherheitskonzept, ergänzte Alexander Salzmann. «Die Übung hat gezeigt, dass die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr gut klappt und wir baulich und betrieblich im Alterszentrum top sind».
Von Kurt Peter