Richard Lüthi hat im kommenden Jahr noch eine Saison auf dem Minigolf-Platz. Ab 2016 kann er sich seinen Hobbis widmen. Kurt Peter
22.08.2024 05:00
«In 25 Jahren viel erlebt»
Stadt sammelt Projekte für eine Nutzung des Minigolf-Areals - Baurechtsvertrag läuft im Februar 2026 aus
Ende Februar 2026 läuft der Baurechtsvertrag zwischen der Stadt und Richard Lüthi für die Minigolfanlage aus. Die Stadt sammelt Vorschläge für die künftige Nutzung, Richard Lüthi blickt auf 25 Jahre zurück.
Kreuzlingen Im Mai 2001 hat Richard Lüthi den Baurechtsvertrag für die Minigolfanlage von Willi und Dora Truninger übernommen. Im Februar 2026 läuft dieser nun aus und Richard Lüthi geht in den Ruhestand. «Truningers haben mir die Anlage in einem Top-Zustand übergeben, ich habe aber im kulinarischen Segment einiges angepasst und erweitert», erzählt er. Er habe die Nachfolge aber nicht geschenkt bekommen: «Truningers wollten von allen Bewerbern ein ausgefeiltes Konzept mit Familienfreundlichkeit im Vordergrund».
Kioskbau muss ersetzt werden
Die Anlage, vor allem das Kioskgebäude, seien in die Jahre gekommen. «Die Minigolf-Bahnen werden gepflegt, Ausbesserungen und Reparaturen sind immer wieder fällig, das hilft aber auch, die Anlage in Schuss zu halten». Sicher nicht mehr zeitgemäss seien Kiosk und Küche, bei einem neuen Baurechtsnehmer sei der Bau zwingend zu ersetzen und den gesetzlichen Anforderungen anzupassen. «Ich habe vor 20 Jahren bereits Pläne für einen zweckmässigen Ersatzbau erarbeiten lassen, leider aber konnte ich mit der Stadt damals keine Einigung erzielen».
Richard Lüthi blickt dankbar auf die 25 Jahre zurück. Er habe viele liebe Gäste und tolle Leute kennengelernt. Die meisten Besucher seien Stammgäste, sowohl in der Gastronomie wie auch auf der Minigolf-Anlage. «Diese entspricht einem echten Bedürfnis, es wäre schade, wenn sie im neuen Konzept nicht mehr berücksichtigt würde», zeigt er sich überzeugt. Und er wünscht sich, dass auch in Zukunft viel Wert auf Familienfreundlichkeit und faire, erschwingliche Preise geachtet wird: «Ich habe diese immer so gestaltet, dass sie nicht nur für die Gäste, sondern auch für mich stimmen, das entspricht meinem sozialen Verständnis».
In der Bauverwaltung zur Prüfung
In den vergangenen 25 Jahren habe sich einiges verändert, vor allem sei ihm aufgefallen, dass der Respekt gegenüber den Anlagen aber auch gegenüber dem Personal deutlich abgenommen habe. «Der Vandalismus hat enorm zugenommen. Wir bieten unseren Gästen eine schöne Anlage mit gepflegter Umgebung an, dass einige Menschen das nicht wertschätzen, stört mich sehr». Im November wird Richard Lüthi 72 Jahre alt, «Zeit, meine Hobbies Malen, Zeichnen und Musik wieder intensiver zu pflegen», sagt er.
Der Stadtrat hat bereits im Februar 2022 entschieden, dass die Minigolfanlage oder eine andere Nutzung für die breite Bevölkerung am bestehenden Standort weitergeführt werden soll. Das 2500 Quadratmeter grosse Grundstück liegt in der Erholungs- und Freizeitzone. Es besteht Sanierungsbedarf, aufgrund der unklaren Nachfolgeregelung des Baurechtsnehmers will der Stadtrat die Parzelle im Baurecht ausschreiben.
Damit können die Nutzung überprüft und auch neue Angebote ermöglicht werden. Kiosk und Gartenwirtschaft sollen weiter betrieben werden. Ein Baufeld für einen eingeschossigen Ersatzbau steht dafür zur Verfügung. Interessierte hatten bis 30. Juni Zeit, sich um die Nachfolge von Richard Lüthi zu bewerben. «Es sind einige Vorschläge eingetroffen», bestätigt Stadtschreiber Michael Stahl. In einer ersten Übersicht könne er auch «von guten Projekten sprechen». Alle eingegangenen Vorschläge lägen bei der Bauverwaltung zur Prüfung. «Denn die Projekte müssen auch zonenkonform realisierbar sein». Aktuell sei also noch nichts spruchreif, nach der Prüfung werde der Stadtrat entscheiden, welcher Vorschlag weiter verfolgt werde und schliesslich dem Gemeinderat einen entsprechenden Baurechtsvertrag vorlegen.
Von Kurt Peter