Der Stadtrat klärt das Bedürfnis für ein Kreuzlinger Jugendparlamet ab. Dachverband Schweizer Jugendparlamente DSJ
09.06.2022 07:00
Jugendrat für Kreuzlingen ist denkbar
Kreuzlinger Stadtrat klärt den Bedarf und Interesse zusammen mit Partnerinnen und Partnern ab
Der Stadtrat kann sich einen Kreuzlinger Jugendrat sehr gut vorstellen und will den Bedarf dafür abklären. Dies schreibt er auf ein Postulat, welches die Prüfung eines Jugendparlaments fordert.
Kreuzlingen Die Gemeinderats-Fraktion SP/GEW/Juso reichte im November 2021 das Postulat «Initiierung eines Kreuzlinger Jugendparlaments» ein. Das Postulat möchte vom Stadtrat einen Bericht darüber, «welche Massnahmen hierzu nötig wären und welche infrastrukturellen, personellen und/oder finanziellen Mittel dazu bereit gestellt werden müssten».
Jugendrat mit wenig Interesse
«Die Stadt Kreuzlingen ist sehr daran interessiert, möglichst viele Anspruchsgruppen der Bevölkerung anzuhören und aktiv einzubeziehen», antwortet der Stadtrat. Es habe schon in der Vergangenheit einen Jugendrat gegeben. Dieser sei im November 2003 gegründet und nach nur sechs Jahren aufgelöst worden. «Die Gründe für die Auflösung waren vielfältiger Natur», heisst es im Bericht. Das geringe Interesse der Jugendlichen, sich politisch einzusetzen, sei der Hauptgrund für die Auflösung des Vereins und in der Folge auch für die Auflösung einer entsprechenden stadträtlichen Kommission gewesen. Mit dem Ausbau der Jugendarbeit unter der Führung der Offenen Jugendarbeit (OJA) und dem Neubau des Jugendhauses an der Seestrasse seien einige wichtige Forderungen der Jugendlichen erfüllt, hält der Stadtrat in seiner Antwort fest.
«Zur Abklärung eines Aufbaus eines Jugendparlaments wurde Kontakt mit anderen Gemeinden und dem Dachverband Schweizer Jugendparlamente aufgenommen». Aktuell gebe es in der Schweiz mehr als 80 Jugendparlamente beziehungsweise Jugendräte, die alle sehr individuell aufgebaut seien. Die Erfahrungen dieser Arbeiten zeigten, dass die Jugendlichen von sich aus selten die Initiative ergreifen würden, heisst es.
Kein starres Konstrukt
Die Zielgruppe sei in einer Altersspanne von 14 bis 25 Jahren. «Ein wichtiger Faktor bei der Gründung wie auch später ist, dass die Anforderungen und Erwartungen an die Jugendlichen möglichst einfach verständlich und der Zugang niederschwellig sein sollten». Die Schlüsselfrage bleibe jedoch immer, ob es überhaupt Jugendliche gebe, die einen Jugendrat wünschten. Der Stadtrat bezeichnet einen Verein als die einfachste Form einer Trägerschaft. Der Stadtrat könne sich einen Jugendrat gut vorstellen. «Es ist wichtig, dass kein starres Konstrukt durch eine Leistungsvereinbarung aufgebaut wird». Dies würde die Jugendlichen eher abschrecken, meint der Stadtrat. Die Parteien könnten die Vielfalt der Meinungsbildung und die Freiheit des individuellen Engagements mithelfen aufzubauen. Der Stadtrat kläre mit Partnerinnen und Partnern den Bedarf und eine mögliche Initiative, um dann die Initialzündung zur Gründung eines Jugendrats zu beschliessen.
Von Kurt Peter