Susanne Burgmer (links) und Serainia Perini präsentierten zwei Schulrechnungen mit Gewinn. Kurt Peter
21.04.2022 06:30
Keine Corona-Auswirkungen
Primar- und Sekundarschule mit schliessen Rechnungen 2021 deutlich besser ab als budgetiert
Sowohl die Primar- wie auch die Sekundarschulgemeinde Kreuzlingen schliessen mit Gewinn ab. Die Ergebnisse sind vor allem auf höhere Einnahmen bei den juristischen Personen und auf sehr hohe Grundstückgewinnsteuern zurückzuführen.
Kreuzlingen «Beide Schulgemeinden schliessen ihre Rechnungen deutlich besser als budgetiert ab», erklärte Schulpräsidentin Seraina Perini anlässlich der Medienkonferenz am Dienstagnachmittag. Die Primarschule verzeichnet einen Ertragsüberschuss von 2,3 Millionen Franken. Vorgesehen war ein Aufwandüberschuss von 1,227 Millionen, so dass die Rechnung 3,51 Millionen besser abschliesst. Die Sekundarschulgemeinde hat mit einem Ertragsüberschuss von 436'000 Franken gerechnet, die Rechnung zeigt einen Gewinn von 3,6 Millionen Franken.
Steuern und Finanzausgleich
Susanne Burgmer ging als Leiterin Finanzen detailliert auf die Rechnungen ein. Der Gewinn in der Primarschule sei darauf zurückzuführen, dass 1,2 Millionen Franken mehr an Steuereinnahmen juristische Personen verzeichnet worden seien. Zudem seien 700'000 Franken höherer Erträge aus den Grundstückgewinnsteuern geflossen und 700 000 Franken hätten weniger an den Finanzausgleich bezahlt werden müssen. Geringere Abweichungen gegenüber dem Budget seien in den Personalkosten, den Anschaffungen Hardware und Beratungshonoraren zu verzeichnen.
Das selbe Bild ergibt sich in der Sekundarschulgemeinde. «Auch hier haben wir 1,2 Millionen Franken höhere Steuereinnahmen juristische Personen und 400'000 Franken höhere Grundstückgewinnsteuern als budgetiert zu verzeichnen», erklärte Susanne Burgmer. Auch der Beitrag an den Finanzausgleich sei gegenüber dem Vorjahr nochmals gesunken und um 600'000 Franken tiefer gelegen. Bei den Personalkosten seien 400'000 Franken weniger aufgewendet worden, «das ist eine coronabedingte Position». Das gute Resultat bei der Sekundarschule werde im Budgetprozess 2023 berücksichtigt, eine nochmalige Steuerfussreduktion werde in der Behörde diskutiert.
Zusätzlicher Schulraum dringend
«Es war nochmals ein Jahr, das durch die Pandemie geprägt war», blickte Seraina Perini zurück. Aufwändiges Testen, unterschiedliche Haltungen bei den Corona-Massnahmen und viele Ausfälle sowohl bei den Schülerinnen und Schülern wie auch den Lehrkräften hätten herausgefordert. Dennoch sei der Grundsatz «Schule findet statt» aufrecht erhalten worden. Seit dem 9. März werde die Schule durch den Ukraine-Krieg gefordert. «Nothilfe wurde sofort geleistet, die Integrationsklassen wurden aufgestockt, seit Beginn dieser Woche wird eine neue, zusätzliche Klasse geführt», so die Schulpräsidentin. Eingesetzt würden pensionierte Lehrkräfte, Studierende im letzten Jahr und eine Klassenassistenz mit Schutzstatus S. Auch hier gelte: Wir haben viele Kinder und wenig Schulraum». Aktuell gehen in Kreuzlingen 25 Kinder aus der Ukraine in die Schule.
Die Primarschule investierte im vergangenen Jahr 5,84 Millionen in Schulbauten investiert. Davon entfielen 1,4 Millionen auf den Hortneubau Seetal, 1,1 Millionen auf den Kindergarten Freieweg und 1,5 Millionen auf den Neubau und die Sanierung Hort Bernegg. Die Sekundarschule investierte 4,165 Millionen Franken in Schulliegenschaften, davon eine Million ins Familien- und Freizeitbad Egelsee. Das gute Rechnungsergebnis lasse es zu, dass die Primarschule 1,7 Millionen Franken Reserve für Baufolgekosten bilden, die Sekundarschule zwei Millionen Franken für die Erneuerung der Heizanlage Egelsee als Vorfinanzierung zurückstellen könne. Mit Sorge blickt die Schulpräsidentin auf den fehlenden Schulraum, vor allem im Kreuzlinger Zentrum. «Wir können den fehlenden Schulraum nur noch mit Provisorien abdecken, wir verlassen langsam unsere Komfortzone», sagte sie.
Kurt Peter