Die Schulzahnklinik soll verselbstständigt werden. zVg
09.11.2023 06:00
«Keine Kernkompetenz»
Stimmberechtigte werden über Privatisierung der Schulzahnklinik befinden
Die Primarschulgemeinde will die Schulzahnklinik verkaufen. Diese medizinische Versorgung ist nach Meinung der Behörde keine Kernkompetenz der Schule. Dennoch betont sie Behörde, dass die Zahngesundheit der Kinder weiterhin oberste Priorität hat. Die Stimmberechtigten werden über die Vorlage am 26. November darüber befinden.
Kreuzlingen Die Primarschulgemeinde beschäftige sich seit einiger Zeit mit der Schulzahnklinik Kreuzlingen, heisst es in der Botschaft. «Ausschlaggebend dafür ist die Frage, ob das Führen einer Zahklinik Aufgabe der Schule ist», schreibt die Behörde. Sie sei zum Schluss gekommen, die Schulzahnklinik in die Selbstständigkeit zu entlassen, wie dies in anderen Schulgemeinden geschehen sei. «Die jetzige Leiterin der Schulzahnklinik, Vania Roeniger Vargas, hat ihr Interesse bekundet, gemeinsam mit einem externen Geschäftspartner die Schulzahnklinik als Eigentümergemeinschaft zu erwerben», so die Botschaft.
40 Prozent bei Kariesbehandlung
Die Schulbehörde hat mit der neuen Eigentümerschaft einen Kaufvertrag sowie eine Leistungsvereinbarung ausgehandelt. Im Kaufvertrag, Verkaufspreis 330'000 Franken und Amortisation Infrastruktur 120'000 Franken, über fünf Jahre im Rahmen des Mietvertrages, sei auch die Sicherstellung der schulzahnärztlichen Betreuung, der Standort Kreuzlingen und die Übernahme des Personals zu vergleichbaren Bedingungen geregelt. «In der Leistungsvereinbarung ist die konkrete Umsetzung der schulzahnärztlichen Betreuung und Prophylaxe, das administrative Vorgehen und die Beteiligung der Schulgemeinde an den Kariesbehandlungen aufgeführt», schreibt die Behörde in der Botschaft. Zudem sei der Abrechnungstarif fixiert und ein Mietvertrag über fünf Jahre, mit Option auf Verlängerung, ausgehandelt worden.
«Die Zahngesundheit der Kreuzlinger Schülerinnen und Schüler habe für die Primarschulbehörde weiterhin oberste Priorität». Dies sei auch der Grund, weshalb die Schule in Kreuzlingen weiterhin 40 Prozent der Kosten für die Kariesbehandlung zum festgehaltenen SSO-Dentotar-Sozialtarif übernehmen werde. «In der aktuellen Wirtschaftslage soll diese Massnahme verhindern, dass die Zahngesundheit der Kinder leidet». Kieferorthopädische Behandlungen wie Zahnkorrekturen hingegen würden zukünftig nicht mehr subventioniert. «Zahnkorrekturen, die aufgrund eines Geburtsgebrechens notwendig sind, übernimmt die Invdalidenversicherung», hält die Primarschulbehörde in der Botschaft fest.
Zum Sozialtarif abrechnen
Weiterführende zahnärztliche Behandlungen werden den Eltern direkt in Rechnung gestellt. Allgemeine zahnärztliche Behandlungen wird die Schule mit 40 Prozent subventionieren- Die neuen Eigentümer sind gemäss Botschaft verpflichtet, einerseits die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen und andererseits die subventionsberechtigten Leistungen bei der Kariesbehandlung zum Dentotar-Sozialtarfif CH 1 zu erbringen. Die Rechnungstellung für die Subvention erfolgt laut Botschaft direkt von den Vertragspartnern an die Schule Kreuzlingen.
Zahnarztpraxen im Bezirk Kreuzlingen, die zu den gleichen Bedingungen Schülerinnen und Schüler aus Kreuzlingen behandelten, hätten ebenfalls die Möglichkeit, eine Leistungsvereinbarung mit der Schule Kreuzlingen abzuschliessen. Das berechtige die Praxen, die ihren Patienten abgezogenen 40 Prozent Rabatt auf Kariesbehandlungen monatliche der Schule Kreuzlingen in Rechnung zu stellen, so die Botschaft der Schulbehörde.
Von Kurt Peter