27.06.2023 16:34
Kemmental muss neu wählen
Christina Pagnoncini hat in Arbon eine neue Herausforderung gefunden
Die Kemmentaler Gemeindepräsidentin Christina Pagnoncini tritt vorzeitig aus ihrem Amt zurück und wird Parlamentssekretärin in Arbon. Sie verlässt die Gemeinde mit einem «lachenden und einem weinenden Auge».
Kemmental Die Meldung kam am Dienstag: «Aus persönlichen und beruflichen Gründen hat Christina Pagnoncini ihren Rücktritt als Gemeindepräsidentin per 30. September erklärt», heisst es aus der Gemeindekanzlei Kemmental. «Die Entscheidung hat mit meinem Wegzug aus der Gemeinde einerseits, mit einer neuen beruflichen Herausforderung andererseits zu tun», sagte die Gemeindepräsidentin auf Anfrage. Ihr sei von ihrem Vermieter mitgeteilt worden, dass er beabsichtige, die Liegenschaft zu verkaufen. «Für mich galt es zu entscheiden, wo ich meine Zukunft verbringen möchte». Gemeinsam mit ihrem Partner sei so die Entscheidung gefallen, zu ihm nach Berg zu ziehen.
Zu Parlamentsdiensten
«Ich kann auch beruflich eine neue Herausforderung annehmen», erklärte sie. Sie trete die Stelle als Parlamentssekretärin in der Stadt Arbon an. Dieser Job sei schon seit längerem ausgeschrieben gewesen, nach erfolgreicher Bewerbung habe sie es in Zukunft wieder mit einem guten Bekannten zu tun, mit dem ehemaligen Münsterlinger Gemeindepräsidenten und jetzigen Arboner Stadtpräsidenten René Walther. Das heisse aber auch, dass sie aus dem Grossen Rat des Kantons Thurgau zurücktreten werde. «Die beiden Aufgaben lassen sich nicht miteinander vereinbaren».
Die Rücktrittsentscheidung habe sie am Montagabend dem Gemeinderat mitgeteilt. Dieser «bedauert den Entscheid, hat jedoch Verständnis», heisst es in der Medienmitteilung. «Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge», hält Christina Pagnoncini weiter fest. Die Aufgabe an der Spitze der Gemeinde Kemmental sei herausfordernd, spannend und sehr interessant. Dabei sei es wichtig, im Kanton Thurgau und der Region gut vernetzt zu sein. Neben dem Sitz im Grossen Rat ist Christina Pagnoncini Co-Präsidentin der Regio Kreuzlingen, Vorstandsmitglied der Agglomeration Kreuzlingen-Konstanz und Präsidentin der Regionalen Tierkörpersammelstelle.
Härtere Zeiten
«Die notwendigen Schritte für die Ersatzwahl werden zeitnah eingeleitet», heisst es in der Medienmitteilung der Gemeinde. «Es wäre schön, wenn die Wahl im Oktober stattfinden könnte», sagte Christina Pagnoncini ergänzend. Das Amt verlange viel Engagement und familiären Rückhalt, «wir reden hier von 24 Stunden an sieben Tagen». Ein dickes Fell sei auch eine Voraussetzung. Das politische Klima sei seit der Corona-Pandemie allgemein deutlich härter geworden. Die Einwohnerinnen und Einwohner verlangten seither mehr Mitsprache, kritisierten immer öfter die Behörden, wollten sich gleichzeitig aber auch nicht engagieren.
Von Kurt Peter