23.05.2024 00:00
Kinder stehen im Vordergrund
Der Tägerwiler Yanek Schiavone und «Des sourires pour le Togo» helfen zur Selbsthilfe
Wasserversorgung, Bildung und Gesundheit. Diesen Schwerpunkten widmet sich der Verein «Des sourires pour le Togo» seit zehn Jahren. Und die Bilanz kann sich sehen lassen. Neun Brunnen, drei Schulen und ein Gesundheitszentrum wurden realisiert.
Tägerwilen Der gemeinnützige Verein «Des sourires pour le Togo» - «Lächeln für Togo» wurde am 21. Mai 2014 in Tägerwilen gegründet. Das Ziel ist es, unter dem Motto «Hilfe zur Selbsthilfe» nachhaltige Projekte in den Bereichen Bildung, sauberes Trinkwasser und Gesundheit zu realisieren. Seit Beginn setzt sich der Verein vor allem für Kinder in Togo ein. Nach zehn Jahren kann Präsident Yanek Schiavone von einer Erfolgsgeschichte berichten. «60 Projekte wurden umgesetzt, darunter neun Brunnen, die inzwischen für 50 000 Menschen den Zugang zu frischem Trinkwasser bedeuten».
Bildung für mehr als 1000 Kinder
Sauberes Wasser sei lebensnotwendig, betont Yanek Schiavone. Noch immer stellten der Zugang zu einer nahe liegenden Wasserquelle und der Konsum von dreckigem Wasser besonders für die ländliche Bevölkerung grosse Probleme dar. Dies führe oft zu ungewollten Krankheiten. Weite Wege seien jeden Tag nötig, um die eigene Familie mit Wasser versorgen zu können. «Die Einrichtung von Wasserfiltern und die Erbauung von Brunnen tragen zur gesunden Wasserversorgung der Bevölkerung bei». Nicht nur bei Brunnen, bei allen Projekten werde das Motto «Hilfe zur Selbsthilfe» verfolgt.
Im Bereich Bildung seien bisher drei Schulen gebaut worden. «Das ermöglicht mehr als 1000 Kindern den Zugang zur Bildung, das Lehrpersonal wird vom Verein unterstützt und die Kinder werden jährlich mit Schulmaterial ausgerüstet». Aktuell laufe das Projekt für den Bau einer vierten Schule. Yanek Schiavone bezeichnet es als Referenzschulhaus. In Togo sei es nicht üblich, Pausenplatz, Sportplatz, Schulhaus und Lehrerhaus, also ein richtiges Schulareal wie in der Schweiz, anzubieten. «Um das umzusetzen ist es nötig, die lokale Bevölkerung in das Projekt miteinzubeziehen, ohne diese Zusammenarbeit läuft es nicht».
Fortbestand der Projekte sichern
Ohnehin gelte es, die Regeln einzuhalten. «Zu Beginn eines Projektes werden immer die Bedürfnisse und die Wünsche der Bevölkerung abgeklärt. Nur so können wir ein Projekt erfolgreich umsetzen. Und die Vereinsmitglieder prüfen jährlich vor Ort, ob es funktioniert oder wo nachgebessert werden muss». Es sei wichtig, bei den Einheimischen Feuer und Flamme für ein Projekt zu entfachen, von der Planung bis zur Realisation. «Neue Projekte werden erst in Angriff genommen, wenn die Abgeschlossenen auch tatsächlich erfolgreich sind».
Und so hat sich «Des sourires pour le Togo» der grossen Aufgabe gestellt, ein Gesundheitszentrum in Togo zu realisieren. «Die Konstanzer Margarete Kupka-Stiftung hat uns da finanziell grosszügig unterstützt», so Yanek Schiavone. Im Norden Togos sei so ein Zentrum entstanden, in dem die medizinischen Grundbedürfnisse wie Geburtshilfe, Erstversorgung bei Unfällen oder Impfungen abgedeckt werden könnten. Die medizinischen Geräte und Einrichtungen seien in der Schweiz gesammelt und nach Togo transportiert worden. Auch hier sei, zusammen mit der Stiftung, grösster Wert darauf gelegt worden, dass nach der Entstehung der Fortbestand des Projektes gesichert sei. «Neue Projekte sind in Arbeit, im Sommer werden wir uns wieder auf den Weg machen, um diese vor Ort abzuklären».
Von Kurt Peter
Alles mit 10 am Jubiläumstag
Am Samstag, 1. Juni, feiert der Verein «Des sourires pour le Togo» sein 10-Jahr-Jubiläum. Neben einem Rückblick auf zehn Jahre Hilfe in Togo werden an diesem Tag auch zehn Programmpunkte geboten. Start ist um 16.10 Uhr im Apollo in Kreuzlingen. Es gibt unter anderem eine Modeschau, eine Fotobox, Köstlichkeiten vom Grill, einen Infostand, eine Torwand und Kinderyoga. Special Act ist Ayi, eine Tanztruppe aus dem Togo. Infos über die Jubiläumsveranstaltung und den Verein: www.dessourirespourletogo.com