Kreisläuferin Vanda Gulyas (rechts) war mit sechs Treffern aus acht Versuchen die klar beste Kreuzlinger Offensivkraft. Felix Walker
05.04.2022 00:00
Klare Niederlage im Spitzenkampf gegen Thun
Am Samstag gegen Arbon muss Leistungssteigerung her
Der HSC Kreuzlingen kassiert in der Auf-/Abstiegsrunde SPL1/SPL2 nach drei Siegen die erste Niederlage. Diese fällt mit 20:29 beim DHB RW Thun deutlich aus.
Handball Wo war der Kampfgeist, wo der unbändige Durchsetzungswillen? Die Kreuzlingerinnen schienen diese beiden wichtigen Tugenden am Bodensee vergessen zu haben. Die Berner Oberländerinnen waren in jeder Hinsicht das bessere Team, hatten Leaderinnen in ihren Reihen, und verdienten sich den Erfolg auch in dieser Höhe. Dagegen erreichten nur ganz weniger HSCK-Leistungsträgerinnen ihre Normalform. Am ehesten noch Torfrau Frederikke Siggaard (10 Paraden), Kreisläuferin Vanda Gulyas (6 Tore) oder Spielmacherin Anna Mayer. Am nächsten Samstag im Derby vor eigenem Publikum gegen den HC Arbon muss deshalb eine deutliche Leistungssteigerung gelingen, um die beiden wichtigen Punkte auf das HSCK-Konto verbuchen zu können. Anpfiff in der Egelseehalle ist um 19 Uhr.
Nicht parat
Die Kreuzlingerinnen erwischten einen schlechten Start in dieses Spitzenspiel Erster vs. Zweiter. Da passte bei den Gästen wenig bis gar nichts zusammen. In der Abwehr bekamen sie keinen Zugriff auf die Bernerinnen, die den ihnen gewährten Freiraum konsequent zu erfolgreichen Abschlüssen nützten. Allen voran Andriana Lehmann, die mit vier Treffern aus ebenso vielen Versuchen die effektivste Thuner Angreiferin in der Startphase war. Den Gegenpol zu ihr bildete beim HSCK die Rückraumspielerin Petra Skoricova, der aus sieben Versuchen nur gerade ein Treffer gelang. Die offensiv völlig ungenügende Angriffsleistung aber an der jungen Slowakin festzumachen, wäre definitiv nicht korrekt. Der gesamte HSCK-Rückraum inklusive Routiniers brachte kaum etwas Zählbares zustande. Erst mit der Einwechslung von Anna Mayer und der Umstellung auf eine siebte Offensivkraft anstelle der tadellosen Torfrau Frederikke Siggaard konnten die Thurgauerinnen den Druck zumindest leicht erhöhen. So reduzierten sie den 3:11-Rückstand nach 20 Minuten bis zur Halbzeit wenigstens noch um einen Treffer auf 7:14. Aber schon beim Gang in die Kabine war klar, dass sich der HSCK massiv steigern musste, um Thun in der zweiten Halbzeit nochmals aus dem Tritt bringen zu können.
Zu wenig Besserung
Wer nun eine entschlossene Reaktion der Kreuzlingerinnen nach dem Seitenwechsel erwartet hatte, wurde allerdings enttäuscht. Das Trainerduo Ertl-Hug/Zilm konnte wechseln wie es wollte, der HSCK-Express nahm nie Fahrt auf. Weil sich die Niederlage schon früh abzeichnete, wurden in der Schlussphase diverse Stammspielerinnen geschont. Ihr Ersatz machte seine Sache zwar ordentlich, doch an eine Aufholjagd war nicht mehr zu denken. Am Ende waren es neun Tore Differenz gegen einen Widersacher, den man in der SPL1-Hauptrunde an gleicher Stätte noch besiegen konnte.
Nach dieser Niederlage bleibt den Kreuzlingerinnen aber nichts anderes übrig, als die Leistung von Thun zu analysieren, die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen und am kommenden Samstag gegen das punktelose Tabellenschlusslicht aus Arbon vor eigenem Publikum wieder eine deutlich verbesserte Leistung abzurufen. Ein deutlicher Derbyerfolg wäre die richtige Motivationsspritze für das heikle Auswärtsspiel gegen GC Amicitia Zürich vier Tage später.
red
DHB RW Thun – HSC Kreuzlingen 29:20 (14:7)
SH Gotthelf. – 123 Zuschauer. – Sr. D. Maurer/Ph. Maurer.
trafen: 1-mal 2 Minuten gegen Thun, 3-mal 2 Minuten gegen Kreuzlingen.
Thun: Peronino (12 Paraden, davon 2 Penalties), Kuslys (5 Paraden); Wegmüller (5), Nora Gerber, Lehmann (9), Kaeslin (2), Hostettler, Schildger (2), Nina Gerber, Strupler, Zürni (4/2), Eberhart (2), Schmied (3/1), Siegenthaler (1), Oliveira de Almeida (1).
Kreuzlingen: Siggaard (10 Paraden), Wörner (0); Mayer (2), Kampelmühler (1), Skoricova (2), K. Novotna (1/1), Klein, Weidmann (3), Rothacker, Marku (3), Gulyas (6/3), P. Novotna (1), Lischka, Olsovska, Heinstadt (1).
Bemerkungen: Kreuzlingen komplett. – Penaltystatistik: Thun 3 von 4, Kreuzlingen 4 von 6. - Best-Player: Adriana Lehmann (T) und Selina Weidmann (K).