Die Vorbereitung und auch die Kaderplanung verliefen doch ziemlich harzig. Felix Walker
06.09.2021 11:34
Knappe Startniederlage gegen Finalrunden-Konkurrent Thun
Turboknopf zum Schluss gedrückt
Eine alles andere als zwingende 22:23 (12:10)-Heimniederlage setzte es für die SPL1-Frauen des HSC Kreuzlingen ab. Vor allem in Angriff hinterliess das Team von Cheftrainerin Kristina Ertl-Hug einen zwiespältigen Eindruck.
Handball In der letzten Saison hatte der HSCK die Berner Oberländerinnen noch zweimal knapp geschlagen und sich damit den Weg zur erstmaligen Finalrunden-Qualifikation geebnet. Auch in der soeben gestarteten Meisterschaft 2021/2022 erwartet man ein Duell zwischen diesen beiden Teams um Platz vier.
Auf Kreuzlinger Seite war die Stimmung vor dem Startspiel gegen Thun allerdings nicht wirklich euphorisch, verliefen die Vorbereitung und auch die Kaderplanung doch ziemlich harzig. Dazu verletzte sich eine kurzfristig verpflichtete Ausländerin im Abschlusstraining und dürfte längerfristig ausfallen. Die Kreuzlinger Clubführung will sich schnellstmöglich um Ersatz bemühen, zumal mit der rekonvaleszenten Rückraumspielerin Maria Olsovska (Kreuzbandriss im Mai) eine Teamleaderin frühestens Anfang 2022 ins Team zurückkehren wird und eine eigentlich als Ersatz verpflichtete ungarische Ex-Nationalspielerin kurzfristig aus familiären Gründen um die Auflösung ihres Vertrags gebeten hatte.
Bei Halbzeit noch auf Kurs
Dass der HSCK im Rückraum derzeit einige Probleme hat, wurde in der Startpartie gegen Thun schnell einmal augenscheinlich, zumal auch die Linkshänderin Petra Skoricova grosse Ladehemmungen offenbarte. Trotzdem bissen sich die Grenzstäderinnen in die Partie hinein und boten den aggressiv verteidigenden Gästen die Stirn. Bei Halbzeit hatte das Team des neuen Trainerduos Ertl-Hug/Zilm auch dank der Treffsicherheit von Pashke Marku und Selina Weidmann die Nase mit 12:10 vorne.
Doch Ex-Nationaltrainer Urs Mühletaler auf der Thuner Bank sorgten mit einer taktischen Finte nach der Pause für den Umschwung. Er ersetzte seine starke Torfrau Sybille Peronino im Angriff durch eine zusätzliche Feldspielerin. Dagegen fand der HSCK kein probates Mittel und kassierte immer wieder Gegentore durch die treffsichere Rechtsaussen Adriana Lehmann. Zudem hatte Thun in der Person von Michelle Schmied eine äusserst sichere Penaltyschützin ihren Reihen, die alle fünf Chancen verwertete. Ab der 37. Minute kippte die Partie vollends. Thun ging unmittelbar nach einem von den Kreuzlingerinnen verschossenen Penalty beim 13:14 erstmals überhaupt in Führung und lag fortan mit bis zu drei Treffern vorne. Dieser Vorsprung hatte auch noch rund fünf Minuten vor dem Abpfiff Bestand. Erst ganz zum Schluss fand der HSCK dann endlich doch noch den Turboknopf und schaffte prompt den 22:22-Gleichstand. Es wäre vielleicht das gerechte Resultat gewesen, doch Rechtsaussen Lehmann hatte etwas dagegen und schoss Thun mit ihrem sechsten persönlichen Treffer ins späte Glück.
Gastspiel beim Meister
Den Kreuzlingerinnen bleibt nicht allzu viel Zeit, diese unglückliche Niederlage zu verdauen. Bereits am nächsten Samstag gastieren sie am 2. Spieltag beim LK Zug, wo sie allerdings ohne grossen Druck aufspielen können. Sie sind beim Doublegewinner (Meister und Cupsieger) der klare Aussenseiter. Das nächste Heimspiel für den HSCK steht dann am Samstag, 18. September, 19.00 Uhr, gegen den HV Herzogenbuchsee auf dem Programm. Allerspätestens dann sind zwei Punkte gefordert. pd
HSC Kreuzlingen – DHB RW Thun 22:23 (12:10)
Egelsee. – 150 Zuschauer. – Sr. Feld/Müller.
Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Kreuzlingen, 9-mal 2 Minuten inklusive zwei Disqualifikationen (32. N. Gerber, 56. Strupler) gegen Thun.
Kreuzlingen: Wörner (1.-30./43.-60./4 Paraden/1 Tor), Siggaard (31.-43./1 Parade); Kampelmühler-Rink, Skoricova (2), K. Novotna (2/2), Klein (2), Weidmnann (4), Rothacker, Marku (7/3), Gulyas (3), Singer-Duhanaj, P. Nototna (1), Heinstadt.
Thun: Peronino (1.-60./7 Paraden); Lehmann (6), Kaeslin, Negroni (5), Hostettler, Gerber (3), Strupler, Lauper, Eberhart (2/2), Schmied (6/5), Siegenthaler (1).
Penaltystatistik: Kreuzlingen 3 von 4 (37./13:13 Marku scheitert an Peronino), Thun 5 von 5.
Bemerkungen: Kreuzlingen u.a. ohne Olsovska (rekonvaleszent).