27.06.2023 13:52
Kontakt zwischen Behörden und Gewerbetreibenden
Nach einem mehrjährigen Unterbruch lud der Gemeinderat der Politischen Gemeinde Bussnang zu einem weiteren Unternehmer-Apéro ein. Zu Gast waren die 80 Unternehmer und Landwirte anlässlich der sechsten Durchführung dieses Anlasses bei der Firma Letrona AG in Friltschen.
Friltschen «Wir freuen uns, sie nach einer längeren Pause hier bei der Letrona AG, mit fantastischer Sicht auf das Thurland, in Friltschen willkommen heissen zu dürfen», sagt Gemeindepräsident Ruedi Zbinden zur Begrüssung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim anfänglichen Brunch. Als Grund für die Durchführung des Anlasses nannte er die Möglichkeit, den Betrieb während der Fabrikation besichtigen zu können. Gastgeber des Unternehmer-Apéros sind Peter Schütz und sein Sohn Delio, Inhaber des in Friltschen ansässigen Unternehmens. «Unsere Gemeinde zählt 18 Dörfer und Weiler, umfasst eine Fläche von 1869 Hektaren und zählt 2553 Einwohner», hält der Gemeindepräsident fest. Als kantonal und schweizweit ausserordentlich nennt er die Anzahl Arbeitsplätze: «Unsere Gemeinde zählt 2925 Arbeitsplätze, also deutlich mehr als Einwohner, und das ist schon seit vielen Jahren so.»
Begonnen mit Produkten für privaten Radio- und Fernsehempfang
«Was im Jahr 1965 mit einem Einmannbetrieb am Standort Friltschen begann, ist heute zu einem Industriebetrieb mit 120 Mitarbeitenden geworden», stellt Peter Schütz fest. Er vermittelt einen Einblick über die Entwicklung im Verlaufe dieser 58 Jahre. Firmengründer Ingenieur Konrad Lenzinger erwarb die einstige Schuhfabrik in Friltschen und begann als Firmengründer mit der Herstellung von Produkten, die damals gebraucht wurden für den privaten Radio- und Fernsehempfang. Mit dem Aufkommen des Kabelfernsehens folgte die technische Weiterentwicklung und das Unternehmen begann mit der Produktion von Gehäusen und grösseren Masten für die Versorgung von Gemeinden und Städten im Bereich des Kabelfernsehens. «Wir sind konventionelle Metall- und Stahlbauer, die sich spezialisiert haben auf gewisse Märkte im Bereich der Tele- und Mobilkommunikation», sagt Schütz. Schon früh erkannte das Unternehmen die Wichtigkeit der Mobilkommunikation und etablierte sich als Zulieferer in diesem Bereich. Vor rund zehn Jahren stellte das Unternehmen einen markanten Rückgang im Bereich der Mobilkommunikation fest. «Schon vorher suchten wir nach Alternativen und kamen zum Schluss, dass wir auch dazu prädestiniert sind, Produkte im Kundenauftrag zu produzieren», stellt Schütz fest. So ist die Letrona AG vor zwanzig Jahren vom Telekommunikationsanbieter zum Lohnfertiger geworden. Heute verfügt das Unternehmen über die Bereiche: Telekommunikation und Fertigungstechnik. «Wir sind daran interessiert, Produkte mit hohen technischen Ansprüchen produzieren zu können», hebt Schütz hervor. Sein Unternehmer ist heute Zulieferer für die Stadler Rail AG und die Mowag Eagle in Tägerwilen, heute die beiden grössten Umsatzträger. Den dritten und kleinsten Teil der Produktion betrifft denjenigen der Sicherheitstechnik. Bedeutende Herausforderungen sind für Peter Schütz trotz rekordhoher Auftragslage den Mangel an Arbeitskräften und der Bereich Ausbildung. «Wir wollen im Rahmen einer sozialen Verantwortung gegenüber jungen Menschen Lehrstellen anbieten», so Schütz. Sorge bereitet ihm die Tatsache, dass seit drei Jahren zwei Lehrstellen als Anlage- und Apparatebauer nicht besetzt werden können. Gesamthaft sind zurzeit zehn Lernende im Betrieb angestellt. «Nur eine funktionierende Wirtschaft sorgt für den Erhalt unseres Wohlstandes», schliesst Schütz seine Ausführungen.
Während eines umfassenden Rundgangs konnten sich die Teilnehmenden ein umfassendes Bild machen über die aktuelle und moderne Produktion.
Von Werner Lenzin