Kreuzlinger bleiben ein gern gesehener Gast
Auch im zweiten Auswärtsspiel der noch jungen NLB-Saison gehen die Männer des HSC Kreuzlingen als Verlierer vom Platz. Gossau gewinnt das Derby verdient 32:30.
Paul Kaletsch verwertete alle fünf Penalties und avancierte damit zum erfolgreichsten Kreuzlinger Schützen in Gossau. Felix Walker
Auch im zweiten Auswärtsspiel der noch jungen NLB-Saison gehen die Männer des HSC Kreuzlingen als Verlierer vom Platz. Gossau gewinnt das Derby verdient 32:30.
Handball In fremden Hallen kommen die Kreuzlinger nicht vom Fleck. Den drei Heimsiegen gegen Schaffhausen (30:25), Baden (28:25) und Stans (35:28) stehen nun zwei Auswärtsniederlagen in Winterthur (24:29) und Gossau (30:32) gegenüber. Damit ist der Rückstand auf Tabellenführer Wädenswil/Horgen bereits auf vier Punkte angewachsen.
Insgesamt muss nach fünf Spieltagen festgestellt werden, dass die hoch gehandelt Mannschaft von Cheftrainer Werner Bösch die Erwartungen bislang nicht erfüllt hat. Die unbestritten starken Individualisten haben sich noch nicht gefunden. Dazu werden offensichtlich auch die taktischen Vorgaben zu wenig umgesetzt. Stattdessen soll es die individuelle Klasse richten. Immerhin figurieren gleich vier kosovarische Nationalspieler sowie ein NLA- und Bundesliga-erprobter Goalgetter im hochkarätigen Kreuzlinger Kader. Was mit geschlossenen Reihen, maximaler Einsatzbereitschaft und schnörkellosem Angriffsspiel möglich ist, hat die auf dem Papier unterlegene Gossauer Mannschaft den Kreuzlingern deutlich vor Augen geführt. Mit dem Derbysieg haben die Fürstenländer den Playoff-Anwärter vom Bodensee überholt und liegen neu auf Platz drei. Dagegen ist der HSCK auf Platz sechs abgerutscht. Der Druck wird damit am Sonntag, 17. Oktober, im nächsten Auswärtsspiel beim Tabellenvorletzten TV Birsfelden definitiv nicht kleiner. Zuvor bietet sich den Kreuzlingern in der 1. Hauptrunde des Schweizer Cups aber die Chance zur Revanche. Dort treffen sie am Mittwoch, 6. Oktober, 20 Uhr, nämlich erneut auf Gossau.
Die Kreuzlinger kommen in dieser Saison regelmässig verspätet aus den Startpflöcken. Das war am Samstag in Gossau nicht anders. Die Einheimischen legten entschlossen los und führten in der 10. Minute bereits mit 7:4. Der Dieselmotor des HSCK benötigte fast eine Viertelstunde, ehe er auf Betriebstemperatur kam. Nach dem Ausgleichstor des treffsichersten Kreuzlinger Angreifers Paul Kaletsch schien den Thurgauern die Wende zu gelingen. In der Phase zwischen der 20. und 25. Minute verpassten sie es aber mehrfach auf drei Treffer wegzuziehen. Statt 9:12 für Kreuzlingen hiess es plötzlich 12:11 für Gossau. Und die Gastgeber brachten die Eintore-Führung auch in die Pause, weil Bujar Ramosaj mit der letzten Aktion der ersten 30 Minuten am Pfosten scheiterte.
Zur zweiten Halbzeit erwischten die Kreuzlinger einen vielversprechenden Start. Aus dem 12:13 zur Pause machten sie innerhalb von sechs Minuten ein 17:16. Gossau hatte im ehemaligen NLA-Goalie Jonas Kindler nach der Pause allerdings einen herausragenden Mann zwischen den Pfosten. Er zwang die Kreuzlinger mit seinen Paraden zu noch mehr Präzision beziehungsweise Risko, was nun öfters in Fehlwürfen endete. Angeführt von Kindler und den abschlussstarken Kevin und Lukas Linde (zusammen 15 Tore) stellten die Gossauer innerhalb von nur fünf Minuten die Weichen: Vom 20:20 zogen sie auf 25:21 (49.) davon und verteidigten ihren Vorsprung in der Schlussphase hartnäckig. Die Kreuzlinger spielten viel zu fehlerhaft, als dass sie den entfesselten Gastgeber nochmals hätten ernsthaft in Bedrängnis bringen können. Die letzten drei Kreuzlinger Treffer in Serie zum 32:30-Endstand fielen erst, als die Entscheidung in diesem Derby schon längst gefallen war.
red
TSV Fortitudo Gossau – HSC Kreuzlingen 32:30 (13:12)
Buechenwald. – 200 Zuschauer. – Sr. Hardegger/Neumann.
Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Gossau, 5-mal 2 Minuten gegen Kreuzlingen.
Gossau: Niedermann (1.-30./2 Paraden), Kindler (31.-60./11 Paraden, 1 Tor); L. Linde (7), Ham, Inauen, Bischofberger, Schiller (5), Bucher (1), Mosimann, Knauth (3/2), Rüegg, Niedermann, Schneider (1), Zeller (3), Brülisauer (3), K. Linde (8).
Kreuzlingen: Berisha (4 Paraden), Nahaj (5 Paraden); Bärtschi (1), Lutz (2), Dedaj (5), R. Wipf (1), Briegmann, Bär (1), Heim (2), Kaletsch (8/5), Portmann (1), Kun, Ramosaj (5), Zeller, Tahirukaj (4).
Penaltystatistik: Gossau 2 von 2, Kreuzlingen 5 von 5.
Bemerkungen: Kreuzlingen ohne Schneider (rekonvaleszent) und O. Wipf.
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