Ob aus einer stärkeren Integration von Kindern und Jugendlichen ein eigenes Parlament entsteht, lässt der Satdtrat offen. Colin Bieri
08.12.2022 00:00
Kreuzlinger Jugend beteiligen
Die Frage nach einem Jugendparlament hängt von der Beteiligungsbereitschaft der Betroffenen ab
Niederschwellig und themenspezifisch möchte der Stadtrat Kinder und Jugendliche stärker in das städtische Geschehen miteinbeziehen. Ob sich später Jugendrat oder Jugendparlament bilden, lässt er offen.
Kreuzlingen Am 18. November 2021 reichte Gemeinderat Ruedi Herzog namens der SP-Gemeinderatsfraktion das Postulat «Initiierung eines Kreuzlinger Jugendparlaments» ein. Der Gemeinderat nahm das Postulat am 16. Juni 2022 an. Nun liegt der Bericht des Stadtrates dem Gemeinderat vor. «Nach der Annahme des Postulats fanden erste interne Gespräche statt, wie die Jugend von Kreuzlingen besser in das Stadtgeschehen integriert werden kann», heisst es zu Beginn im Bericht.
Aufbau von Plattformen
Der Stadtrat habe der eingesetzten Kerngruppe, bestehend aus Stadträtin Dorena Raggenbass, Ruedi Wolfender (Leiter Gesellschaft und Liegenschaften) Zejka Blank-Antakli (Leiterin Fachstelle Integration und Familie) und Stadtschreiber Michael Stahl den Auftrag, das weitere Vorgehen zu erarbeiten. Die gesellschaftlichen Veränderungen, Erwartungshaltungen und neuen Angebote, vor allem für Jugendliche, bildeten einen anderen Hintergrund und böten bessere Voraussetzungen, mit Jugendlichen in Kontakt zu kommen, als die früher der Fall gewesen sei, heisst es im Bericht.
«In den vergangenen Jahren konnte die Jugendarbeit mit dem Verein Offene Jugendarbeit im eigenen Jugendhaus aufgebaut und etabliert werden», schreibt der Stadtrat. Infrastrukturen wie das Begegnungszentrum Trösch, Bewegungs-, Sport- und Spielanlagen seien aus- und neu gebaut worden. Das aktive Mitmachen sei in allen Bereichen angeregt und unterstützt worden. «Der nächste Schritt ist der Aufbau von Plattformen für die Beteiligung aller Gesellschaftsschichten und Altersstufen zu allen Themen der Weiterentwicklung von Kreuzlingen».
Eine dieser möglichen Plattformen habe die Stadt wieder aufgenommen: Das Bürgerforum «Stadt für alle» am 10. Juni sei erfolgreich gewesen. Die Erkenntnis daraus sei, dass diese Form der Beteiligung ein sehr guter Ansatz sei, Betroffene zu aktiv Beteiligten zu machen. «Dieser Ansatz kann auch auf andere Zielgruppen angewendet werden. Jugendlich könnten auf diese Weise konkret angesprochen und einbezogen werden», heisst es im Bericht.
Workshop als nächster Schritt
Die Teilhabe, Mitsprache und Mitwirkung von Kindern und Jugendlichen und die Verankerung in der Stadt betreffe eine Vielzahl von verschiedenen Akteuren. Daher solle in einem nächsten Schritt ein Workshop stattfinden, an dem politische und fachliche Interessensgruppen vertreten seien, um eine dauerhafte Form der Jugendintegration zu diskutieren und eventuell auch eine erste Umsetzungsmöglichkeit zu eruieren. Die Frage der geeigneten, lokalen Beteiligungskultur für Kinder, Jugendliche und weitere Generationen sei von zentraler Bedeutung für das Gelingen.
Im November/Dezember finde der Workshop «Partizipationskultur für Kinder und Jugendliche» statt. Einfliessen würden dabei die Ergebnisse von «Stadt für alle», die des Unicef-Massnahmenkatalogs und das sich in Arbeit befindliche Strategiepapier «Crescendo» der Offenen Jugendarbeit. «Bis im Frühjahr 2023 werden die konkreten Schritte und Aktionen mit den beteiligten Institutionen und der noch einzusetzenden Arbeitsgruppe ausgearbeitet und vorgestellt. Die Umsetzung soll ab Juni 2023, zu Beginn der neuen Legislatur, starten», so der Bericht abschliessend.
Von Kurt Peter