Rund um Boulevard und Marktstrasse soll die Sanierung und Erweiterung der Verwaltungsliegenschaften realisiert werden. zVg
10.03.2022 06:30
Kundenservice im Mittelpunkt
Stadtrat legt Kreditbegehren für Architekturwettbewerb «Alternativprojekt Stadthaus» dem Gemeinderat vor
Am 17. März beschliesst der Gemeinderat über ein Kreditbegehren von 1,4 Millionen Franken für Wettbewerb und Projektierung bis zur Volksabstimmung zum Alternativprojekt Stadthaus vor. Damit will die Exekutive die Initiative für eine freie Festwiese umsetzen.
Kreuzlingen «Nachdem am 7. März 2021 die Initiative für die Freihaltung der Festwiese vom Souverän angenommen wurde, machte sich der Stadtrat umgehend daran, diesen Auftrag anzupacken», erklärte Stadtpräsident Thomas Niederberger anlässlich der Medienkonferenz am Montagabend. An einem Workshop seien die Punkte «Organisation der Verwaltung», «Auswirkungen des Standortes mit Einfluss auf die Zentrumsentwicklung» sowie «Gesamtbetrachtung Verwaltung und Tiefgarage» detailliert betrachtet worden.
Mehrere Phasen
Der Stadtrat habe Ende Juni 2021 die Entscheidung getroffen, zwei Planungskredite in den Gemeinderat zu bringen. Das vom Volk bewilligte Projekt «Schlussstein» bestehe aus drei Elementen: Neubau Verwaltung, Tiefgarage und Gestaltung Festwiese. «Mit den Planungskrediten will der Stadtrat die Elemente parallel behandeln», so Thomas Niederberger. Das Kreditbegehren für die Durchführung eines Architekturwettbewerbs und Projektierung bis und mit Volksabstimmung sehe zur Umsetzung «Alternativer Standort Stadthaus» mehrere Phasen vor.
Zunächst werde das Raumprogramm aktualisiert. Danach folge eine Zustandsanalyse der bestehenden Verwaltungsgebäude. «Die Qualität der durch die Verwaltung genutzten Liegenschaften ist sehr unterschiedlich», erklärte Niederberger. In manchen Bereichen wie Brandschutz, energetischen Vorschriften und Behindertengleichstellungsgesetz bestehe dringender Handlungsbedarf, führte er weiter aus. Die Liegenschaften Hauptstrasse 62, Marktstrasse 4, Hauptstrasse 88 und 90 stehen unter Denkmalschutz.
Wertvolles Gebiet
Vor der konkreten Planung würden zwei Varianten ins Auge gefasst. Die Realisierung eines Alternativprojektes im Bereich Marktstrasse/Boulevard ohne die Nutzung der Liegenschaften Hauptstrasse 88 und 90 sowie eine Variante mit der Nutzung beider Liegenschaften. «Im strategisch wichtigen und für die Zentrumsentwicklung wertvollen Gebiet Marktstrasse/Boulevard sind auch Vorhaben privater Bauherrschaften geplant», heisst es in der Botschaft. Ein koordiniertes Vorgehen sei daher zwingend notwendig. Der Wettbewerbsperimeter umfasst das Areal von Hauptstrasse und Marktstrasse bis Sonnenstrasse, inklusive der neu erworbenen Parzelle «Schlemmerzentrum», was der Stadt einen grösseren Handlungsspielraum biete, so Niederberger.
Die Peripheriefläche umfasst das Sallmansche Haus und die beiden Liegenschaften Hauptstrasse 88 und 90. Werde auf die Nutzung zumindest der beiden Gebäude Hauptstrasse verzichtet, müsste an Haupt- und Marktstrasse ein grösseres Volumen geschaffen werden. Beide Häuser würden im Eigentum der Stadt verbleiben und vermietet. Das Sallmansche Haus an der Hauptstrasse 74 sei sehr gut genutzt und bauliche Anpassungen für den Betrieb bereits erfolgt, die heutige Nutzung könne verbleiben. Die Machbarkeitsstudie soll aufzeigen, welche Variante die besten Voraussetzungen bietet, «wir werden dem Gemeinderat die entsprechende Botschaft vorlegen». Die Machbarkeitsstudie soll unter Beteiligung verschiedenster Interessengruppierungen erstellt werden.
Abstimmung Ende 2024
«Noch vor dem Architekturwettbewerb werden die beauftragten Planer in der Machbarkeitsstudie die Varianten und deren Realisierbarkeit prüfend gegenüberstellen», heisst es in der Botschaft. Im Fokus stehe immer der Einfluss der einzelnen Lösungen auf den Kundenservice. Die Ergebnisse, inklusive dem ausgearbeitetem Perimeter Kernfläche, bildeten die Grundlage für die Ausschreibung des Architekturwettbewerbs. Wenn der Gemeinderat dem Kreditbegehren am 17. März zustimmt, soll Mitte 2023 der Architekturwettbewerb publiziert und das Siegerteam Anfang 2024 ausgewählt werden. Die Volksabstimmung soll dann Ende 2024 stattfinden.
Von Kurt Peter