22.06.2023 15:03
Landtausch, Abbruch und Erhalt
Zwei Varianten für die neue Kreuzlinger Verwaltung werden vorgestellt
Mit der Verabschiedung der Machbarkeitsstudie setzt der Stadtrat einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zu einem neuen Verwaltungsgebäude. Zwei mögliche Varianten wurden an einer Medienorientierung vorgestellt.
Kreuzlingen «Können Sie nochmals zusammenfassen, was die beiden Varianten auszeichnet», so unsere Frage nach der stündigen Presseinformation der Stadt zum Thema «Sanierung und Erweiterung der Verwaltungsliegenschaften». Das Thema ist komplex, die möglichen Varianten grundverschieden und doch irgendwie ähnlich. Mehr oder weniger Land wird abgetauscht, Gebäude abgerissen, umgenutzt, vermietet oder als Reserve behalten. Gemeinsam mit der Bauherrenvertreterin Dominique Wyttenbach, Firma Helbling Beratung + Bauplanung AG aus Zürich, führte Stadtpräsident Thomas Niederberger die Medienschaffenden am Dienstagmorgen in den aktuellen Stand ihrer Arbeit ein. Die Machbarkeitsstudie ist abgeschlossen, mögliche Varianten wurden verworfen, zwei sind noch im Rennen – gelten aber für den anschliessenden Studienauftrag für 6 bis 8 Architekturbüros nur als Vorschlag oder Idee. Was jedoch eingehalten werden muss, sind die Bestimmungen oder Empfehlungen des Amts für Denkmalschutz. Bei einer vorgängigen Begehung aller Gebäude wurde gemeinsam mit der Stadt definiert, welche Häuser erhalten werden müssen und von welchen sie sich «trennen können», wie Dominique Wyttenbach sagt.
So viel ist sicher
Bei beiden Varianten findet Landabtausch mit der Häberlin AG statt, das ehemalige Kino Bodan an der Hauptstrasse 58, die Gebäude an den Standorten Marktgasse 4 und 4a (einstiges Volksbad) sowie das bisherige Stadthaus bleiben stehen. Häberlin würde auf dem jetzigen Parkplatz der Verwaltung etwas nach hinten versetzt zur Hauptstrasse eine vom Standort her attraktive Wohnanlage bauen und der Stadt für beide Varianten wichtiges «Nachbarland» abgeben – zu welchen Konditionen wird aktuell in einem Vertrag ausgearbeitet. Das «Schlemmerzentrum» und das Gebäude «Copyshop» werden unabhängig der Varianten abgerissen, um Platz für den Neubau zu schaffen. Im Fall der Variante «Mäander» wird laut Wyttenbach «Von Anfang an mehr gebaut, so dass die ganze Verwaltung in dem Neubau Platz findet. Das Stadthaus selbst würde nicht gebraucht werden und würde als Reserve behalten.» Bei der Variante «Punkt» wären zwei Neubauten mit einer Verbindungsbrücke geplant. Im Stadthaus würden Abteilungen ohne oder mit wenig Publikumsverkehr einquartiert. Eine Sanierung – Einhaltung des Behindertengesetzes – wäre dann zwar nötig, doch laut der Bauherrenvertreterin «einfach umsetzbar.» Die Plantanenbäume und der Signer Brunnen könnten an ihrem Standort bleiben.
Soziale Dienste bleiben
Parkplätze für Verwaltungsbesuchende gäbe es in der Tiefgarage unter den Neubauten. Für die Bewohner der Häberlin-Wohnanlage ist eine eigene geplant. An den Abenden und Wochenenden seien die Parkplätze der Verwaltung öffentlich zugänglich, so Niederberger. Die beiden Gebäude an der Marktstrasse 4 und 4a sind in beiden Varianten nicht als Raum für die Verwaltung eingeplant. «Sie bieten sich optimal als Wohnraum an. So sehen wir eine Möglichkeit, dass wir diese als Wohnungen umnutzen und vermieten oder sie die Häberlin AG zusätzlich übernimmt», so Thomas Niederberger. Die Sozialen Dienste werden in jedem Fall im Haus Sallmann bleiben. Nach der Besichtigung des Denkmalschutzes stellte sich heraus, dass die Scheune geschichtlich hergesehen als wertvoll eingestuft werden kann. So soll diese bestehen und ausgebaut werden.
In einem nächsten Schritt erfolgen im Juli 2023 die Ausschreibungen eines Studienauftrags im selektiven Verfahren für den Kernperimeter rund um das bestehende Stadthaus und einer Planerwahl im selektiven Verfahren für das Haus Sallmann. Nach der Beurteilung und Auswahl folgt die Weiterbearbeitung des Siegerprojekts, bevor es dem Souverän zur Abstimmung vorgelegt wird. Niederberger geht davon aus, dass es zu einer «Mammutabstimmung kommt», da über verschiedene Anträge abgestimmt werden muss. So kann es aber auch sein, dass über die einzelnen Begehren einzeln abgestimmt wird. Zum Budget möchte sich der Stadtpräsident nur ungern äussern, so seien noch zu viele Punkte offen. Doch die Investition von rund 47 Millionen, wie sie damals für das Projekt «Schlussstein» budgetiert war, möchte die Stadt wenn möglich nicht überschreiten.
Von Desirée Müller