Stichwort «Stempel-Steuer weg»
Mehr Widerspruch geht nicht: Die Corona-Pandemie kostet uns Unmengen von Geld, und da getraut sich der Gewerbeverband und eine Mehrheit unseres Parlaments (und auch der Kanton Thurgau!), Steuersenkungs-Initiativen zur Abstimmung zu bringen. Wer soll das verstehen? Man liest, die Wirtschaft blüht, gleichzeitig sollen Steuern gesenkt werden, angeblich zwecks Erhaltung von Arbeitsplätzen etc.. Das kann glauben wer will, aber bei genauem Hinsehen strotzt diese Initiative von Widersprüchen. Nr. 1: Steuersenkungen jedwelcher Art nützen ausschliesslich den Vielverdienenden. Den kleinen KMUs, den Wirten, den Handwerksbetrieben, den Startups, den Familien mit kleinen Einkommen und den Leuten an der Armutsgrenze bringen diese Steuersenkungen nichts, gar nichts. Der Mittelstand und die zahlreichen Klein- und Kleinstverdiener bezahlen letztendlich die Steuerausfälle, denn gespart werden muss ja, und das geschieht ganz klar auf dem Buckel der sogenannten Kleinen. Nr. 2: Bei Abstimmungen und Wahlen hätten der Mittelstand plus die Kleinen plus die KleinstverdienerInnen die Mehrheit! Hätten sie! Wirklich! Damit ist das Nein zur Stempelsteuer-Sache eine reine Sache der (sozialen) Logik.
Jürg Hartmann, Frauenfeld
Aus Überzeugung Dominik Diezi
Mit Dominik Diezi kandidiert für den vakanten Sitz im Regierungsrat ein herausragender Politiker. Ich weiss, wovon ich schreibe; seit Jahren erlebe ich Dominik Diezi als klugen, engagierten Ratskollegen. Er hat sich über alle Fraktionsgrenzen hinaus einen Namen gemacht als Politiker ohne ideologische Scheuklappen, als Jurist, als unaufgeregter, dossiersicherer Präsident von Kommissionen. Dass er zudem als Stadtpräsident reichlich Erfahrungen aus der Exekutive mitbringt, vervollständigt seinen Rucksack für die künftige Regierungstätigkeit. Darum wähle ich aus Überzeugung Dominik Diezi als Regierungsrat.
Toni Kappeler, Kantonsrat Grüne, Münchwilen
Offener Brief an den Gesundheitsminister, den santésuisse-Präsidenten und den Preisüberwacher
Sehr geehrte Herren, auf der Abrechnung meiner Krankenkasse habe ich festgestellt, dass das Medikament Eylea für eine Behandlung bei Makuladegeneration Fr. 1063.35 kostet. Für eine Spritze ein skandalöser Preis. Mein Augenarzt hat mir bestätigt, dass damit seit Jahren eine Abzockerei stattfindet, da dieses Medikament nicht durch aufwendige Forschung, sondern eher durch Zufall für diese Anwendung gefunden wurde. Der Erfolg des Medikamentes war sensationell, so wurde schnellstmöglich das Ursprungsmedikament (gegen Darmkrebs) geringfügig verändert und mit neuem Namen (und Preis) auf den Markt gebracht. In Deutschland wird die entsprechende Spritze mit ca. Fr. 50.-verrechnet (keine kleine Differenz!). Bei geschätzten 120'000 Spritzen pro Jahr in der Schweiz generiert dieser Preis einen Umsatz von 120 Millionen Franken (gegenüber von 6 Millionen). Von diesem Betrag kann der Hersteller (Novartis) locker mehrere Millionen Franken in die richtigen Taschen fliessen lassen, damit dieser Geldsegen nicht unterbunden werde. Es ist ein Skandal und höchste Zeit, diesem Zustand ein Ende zu bereiten, insbesondere da es in Fachkreisen ein offenes Geheimnis sei. Ich muss davon ausgehen, dass dieses Vorgehen kein Einzelfall ist und unsere Gesundheitskosten so auf unhaltbare Art und Weise in die Höhe getrieben werden. Ich bitte die Verantwortlichen inständig, die Sache in Ordnung zu bringen.
NB: günstige und gute wirksame Medikamente werden nicht mehr hergestellt, weil damit zu wenig verdient werden kann. Reicht denn verdienen nicht, muss es denn immer sehr viel sein?
Erika Bühler, Lanterswil




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