Lesung und Preisverleihung
Die Schweizerische Schillerstiftung verleiht Ralph Tharayil anlässlich seiner Lesung im Bodmanhaus Gottlieben am heutigen Donnerstag um 19.30 Uhr den Terra nova Preis 2024.
Ralph Tharayil wird ausgezeichnet. zVg
Die Schweizerische Schillerstiftung verleiht Ralph Tharayil anlässlich seiner Lesung im Bodmanhaus Gottlieben am heutigen Donnerstag um 19.30 Uhr den Terra nova Preis 2024.
Gottlieben Für sein literarisches Debüt «Nimm die Alpen weg» wird Ralph Tharayil, dem in Liestal in der Schweiz aufgewachsenen Sohn indischer Einwanderer der renommierte Terra nova Preis der Schweizerischen Schillerstiftung zugesprochen. Diese Auszeichnung wird in Kenntnis des literarischen Schaffens in der ganzen, mehrsprachingen Schweiz für ein Erstlingswerk verliehen.
Schon die Form von Ralph Tharayil poetischem Erstling lässt aufhorchen: Sätze, fast unverbunden sind locker über die Seiten verstreut. Ein jeder lädt ein zum Innehalten und zum Nachdenken. Ist das nicht eher ein langes Gedicht als ein Roman? Oder ein Theaterstück, ein langer Monolog von zwei Geschwistern, die in der Wir-Form ihren Alltag protokollieren. Rasch wird die spezielle Atmosphäre ihres Aufwachsens erlebbar: Der Emigrationshintergrund bedeutet Enge. Vater und Mutter, als vierarmiges Doppelwesen wahrgenommen, rackern sich ab, die beiden Kindern sind ihnen ausgeliefert, aber durch ihren Integrationsvorsprung auch überlegen. Schulkameraden, die sie zuhause besuchen, machen ihnen ihr Fremdsein bewusst. Mit ihren Fahrrädern brechen sie aus in ihre Spielrefugien am Stadtrand. So kommen sie auf ihre eigenen Beine. Die Präzision im Detail und der Verzicht auf alles Ausmalen erlauben Verallgemeinerung und gestatten es Leserinnen und Lesern, in dieser ganz speziellen Kindheit und Adoleszenz ihre eigene wiederzufinden.
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