Ligaerhalt vertagt
Schwache Viertelstunde kostet HSCK zwei Punkte
Aus dem frühzeitigen Ligaerhalt ist nichts geworden: Die SPL1-Frauen des HSC Kreuzlingen verlieren überraschend gegen GC Amicitia Zürich mit 26:29 (16:11).
Kein Durchkommen für die Kreuzlinger Spielmacherin Pavlina Novotna. Felix Walker
Aus dem frühzeitigen Ligaerhalt ist nichts geworden: Die SPL1-Frauen des HSC Kreuzlingen verlieren überraschend gegen GC Amicitia Zürich mit 26:29 (16:11).
Handball Trotz herrlichem Frühlingswetter fand das Rückspiel der Auf-/Abstiegsrunde SPL1/SPL2 zwischen dem HSC Kreuzlingen und GC Amicitia Zürich in einer durchaus stimmungsgeladenen Atmosphäre statt. Für die Musik sorgten allerdings primär die zahlreich mitgereisten Zürcher Fans. In der ersten Halbzeit wollte bei ihnen allerdings keine gute Stimmung aufkommen, sah sich ihr Team doch mehrheitlich in Rücklage. Der Kreuzlinger Blitzstart (3:0) veranlasste den dänischen Gästetrainer Kent Ballegaard zu einem frühen Time-out (6. Minute). Zwar kam sein Team danach kurzzeitig auf 4:3 heran, doch wenig später nahm der HSCK-Express wieder Fahrt auf. Aus einer kompakten Abwehr heraus und mit Torfrau Nathalie Wörner als grossem Rückhalt erhöhten die Thurgauerinnen bis auf 10:4 (18.). Fünf Treffer Vorsprung brachte der favorisierte HSCK, der das Hinspiel auswärts mit 33:20 gewonnen hatte, in die Pause. Nach der Startviertelstunde mit nur drei erfolgreichen Abschlüssen ersetzte Ballegaard im Angriff jeweils seine Torfrau durch eine siebte Feldspielerin.
Diese Taktik trug nach dem Seitenwechsel erste Früchte. Der 16:11-Halbzeitvorteil, der aus Kreuzlinger Sicht eigentlich eher zu knapp ausgefallen war, schien den HSCK in trügerischer Sicherheit zu wähnen. GC Amicitia Zürich steigerte sich nun aber von Minute zu Minute und bot dem Favoriten entschlossen die Stirn. Der HSCK beklagte beim Stand von 19:16 gleich zweimal hintereinander Pech, als der Ball vom Innenpfosten wieder zurück ins Feld prallte. Nur drei erzielte Treffer in der ersten Viertelstunde war aber gegen diesen Gegner trotz dieses Abschlusspechs schlichtweg viel zu wenig. Die Kreuzlinger Anhänger trauten wohl ihren Augen kaum, als den entfesselten Zürcherinnen sechs (!) Tore in Serie zum 19:21 gelangen. Auch ein Time-out des Kreuzlinger Trainerduos Ertl-Hug/Zilm und mehrere Wechsel brachte keine Besserung. Abgesehen von Rückraumschützin Petra Skoricova, die nach dem verletzungsbedingten Saisonende von Pahske Marku neu das Mobiliar-Topscorer-Shirt trägt, brachte keine der Leistungsträgerinnen (Olsovska, Gulyas, K. Novotna) ihre gewohnte Leistung. Fünf Minuten vor Schluss bot GC Amicitia durch das 22:26 von Topscorerin Leonie Aellen auf die Siegerstrasse ein. In den letzten Minuten reagierten der HSCK mit einer doppelten Spezialdeckung, was wiederum Zürich nochmals etwas aus dem Tritt brachte. War es zuvor bei Zürich die Rückraumshooterin Antonia Rakaric (total neun Tore), die nicht zu stoppen war, traf nun auf der anderen Seite die Linkshänderin Petra Skoricova am Laufmeter. Die Kreuzlinger Niederlage besiegelte beim Stand von 25:27 rund 100 Sekunden vor dem Abpfiff ein von Vanda Gulyas verschossener Penalty.
Am Ende lagen sich die Zürcherinnen jubelnd in den Armen. Sie schafften dank beeindruckendem Kampfgeist und viel Willen einen Überraschungscoup, der ihnen im Vorfeld nicht zugetraut wurde. Auf der anderen Seite besitzt der HSC Kreuzlingen zwar immer noch drei Chancen, um den Klassenerhalt fix zu machen, doch mit einer Leistung wie jener in der zweiten Halbzeit gegen GC Amicitia Zürich wird es auch gegen die letzten drei Gegner Olten (7. Mai/auswärts), Herzogenbuchsee (14. Mai/auswärts) und Thun (21. Mai/heim) schwierig.
red
HSC Kreuzlingen – GC Amcitia Zürich 26:29 (16:11)
Egelsee. – 200 Zuschauer. – Sr. Schaad/Müller.
Strafen: je 3-mal 2 Minuten.
Kreuzlingen: Wörner (1.-52./7 Paraden/1 Tor), Siggaard (52.-60/2 Paraden, davon 1 Penalty); Mayer, Kampelmühler (2), Skoricova (8), Suter, K. Novotna, Klein, Weidmann (2), Rothacker (2), Gulyas (2/2), P. Novotna (3), Lischka (4), Olsovska (1), Heinstadt (1).
Zürich: Bach (1.-60./9 Paraden), Ennen (für 2 Penalties/1 Parade); Näf (1), Erni, Aellen (7/1), Dormann (4), Thomas, Isenring (3), Suter, Schläpfer (2), Dolci, Hartmann, Rakaric (9).
Bemerkungen: Kreuzlingen ohne Marku (verletzt). – Penaltystatistik: Kreuzlingen 2/3, Zürich (1/2).
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