In diesem Bereich der Weiher sollen die Amphibiengewässer entstehen. Kurt Peter
27.10.2022 07:00
Mehr Platz für Frosch und Co.
Pro Natura will zwei neue Amphibiengewässer beim Grossweiher realisieren
Mit zwei Amphibiengewässer will Pro Natura beim Lengwiler Weiher stark gefährdete Arten schützen und fördern. Insgesamt sieht das Projekt neue Wasserflächen im Umfang von 170 Quadratmeter vor.
Kreuzlingen In der Kreuzlinger Bauverwaltung liegt das Gesuch für die Realisierung eines Amphibiengewässers auf, die Parzelle ist im Besitz von Pro Natura. Da das Projekt aber die Gemeindegrenze überschreitet und das zweite, grössere Gewässer in Lengwil realisiert werden soll, muss dieses separate Gesuch noch nachgereicht werden. «Wir legen dieses auf, sobald es vollständig vorliegt», bestätigte Gemeindepräsident Ciril Schmidiger.
Grosses Schutzgebiet
Die beiden Parzellen seien Teil des grossen Schutzgebietes Lengwiler Weiher, welches zu den grössten Schutzgebieten von Pro Natura im Thurgau gehöre, heisst es im Projektbericht. Ausserdem sei es ein Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung. «Neben dem Grossweiher, dem Paffen- und Neuweiher gibt es im Gebiet zahlreiche Kleingewässer». Zahlreich sind die hier lebenden Amphibienarten: Neben Bergmolch, Gras- und Wasserfrosch listet der Bericht auch Fadenmolch, Erdkröte, Kammmolch, Teichmolch oder Laubfrosch auf, zum Teil sehr gefährdete Arten.
«Derzeit sind auf beiden Parzellen artenarme und nicht wertvolle Wiesen, Brachflächen, Sträucher und Bäume vorhanden», so der Bericht. Nun sollen hier zwei neue Amphibiengewässer realisiert werden. Der auf Kreuzlinger Stadtgebiet liegende Teich hat eine Grösse von 40 Quadratmetern, das auf dem Lengwiler Gemeindegebiet liegende Gewässer ist 130 Quadratmeter gross. Die Wassertiefe wird bei beiden bis zu einem Meter reichen. Das Aushubmaterial wird abgeführt und die Umgebung, wenn nötig, mit standortgerechten Pflanzen und Saatgut ergänzt. Um den Gewässern genügend Sonnenlicht zu gewährleisten, müssen zusätzlich vier Bäume gefällt werden.
Für die Amphibien sei es wichtig, dass zusätzlich fischfreier Lebensraum gewonnen werden könne, stellt der Bericht im Baugesuch fest. Die neuen Gewässer seien für die Bevölkerung gut zugänglich und damit ein spannender Begegnungsort mit der gefährdeten Natur.
Von Kurt Peter