«Mein Ziel war ein Podestplatz»
Jasmin Wagner hat an der Hundesport-WM der Fédération Mondiale du Berger Belge (FMBB) in Rumänien den 2. Platz erreicht. Was zum Hundesport dazugehört und wie lange sie schon dabei ist, erzählt sie im Interview.
Jasmin Wagner gewann mit Hund Prior Silber an der Hundesport WM im Canicross. zVg
Jasmin Wagner hat an der Hundesport-WM der Fédération Mondiale du Berger Belge (FMBB) in Rumänien den 2. Platz erreicht. Was zum Hundesport dazugehört und wie lange sie schon dabei ist, erzählt sie im Interview.
Wie kamen Sie zum Hundesport?
Hundesport im Allgemeinen fasziniert mich schon immer. Mit meinen Hunden konnte ich bereits in mehreren Disziplinen Einblicke erhalten und Erfahrungen sammeln. Jede Disziplin hat seine Herausforderungen. Das macht es für mich sehr interessant, die verschiedenen Disziplinen persönlich zu erleben. Das Wichtigste bei allen ist, das Team und die Freude am Sport, die Erlebnisse mit den Kameraden.
Wie lange trainieren Sie mit ihrem Hund schon?
Für Canicross trainiere ich seit Anfang 2022. Grundsätzlich mache ich gerne Sport und wenn ich die Hunde mitnehmen kann, macht es mir umso grössere Freude. Das Rennen mit den Hunden ist für mich ein guter Ausgleich zum Alltag. Zudem ist es mir ein grosses Anliegen, dass die Hunde ausreichend Bewegung haben und eine gute Muskulatur aufweisen. Das Canicross-Training fördert die Koordination und vermindert das Verletzungsrisiko. Prior ist der Hund von meinem Lebenspartner. Zusammen starten sie in der Disziplin Mondioring.
Haben Sie mit dem 2. Platz bei der Hundesport WM gerechnet?
Zughundesport betreibe ich erst seit anfangs 2022. Somit konnte ich das Niveau, welches an einer WM vorgegeben ist, nicht einschätzen. Mein Ziel war trotzdem einen Podestplatz zu erzielen. Mit dem Vizeweltmeistertitel bin ich somit sehr zufrieden.
Was muss man sich unter der Hundesport WM vorstellen?
Die «Fédération Mondiale du Berger Belge» (FMBB) ist der französische Name für den «Weltverband der Belgischen Schäferhunde». Es handelt sich um eine internationale Organisation, die das Ziel hat, die Rasse des Belgischen Schäferhundes weltweit zu fördern und zu erhalten. Die FMBB organisiert unter anderem internationale Wettkämpfe und Veranstaltungen, um die Schönheit, den Charakter und die Leistungsfähigkeit der Belgischen Schäferhunde zu präsentieren und zu würdigen.
Welche Disziplinen gehören zur Weltmeisterschaft dazu?
Die FMBB Weltmeisterschaft umfasst verschiedene Disziplinen, welche mit Belgischen Schäferhunden (Malinois, Groendael, Laekenois oder Tervuerenl) absolviert wird. Sie ist eine der Weltweit grössten Hundesportveranstalltungen.
Canicross gehört zum Zughundesport und Hundeführer absolvieren zwei Mal einen Geländelauf. An der WM weist die erste Strecke eine Distanz von 5 Kilometer, die zweite eine Distanz von 2 Kilometer auf. Die Teamarbeit von Hund und Hundeführer ist entscheidend. Um ein möglichst schnelles Tempo zu erzielen, müsse beide über eine hohe Fitness verfügen.
Beim Bikejöring wird die gleiche Strecke wie beim Canicross absolviert. Der Hundeführer fährt die Strecke mit dem Bike, der Hund läuft vor dem Fahrrad her.
Die Sportart Mondioring erfordert eine hervorragende physische und mentale Kondition. In einem Abwechslungsreichen Programm wird der Hund im Gehorsam, der Sprungkraft und im Schutzdienst, auf Vollanzug, geprüft.
Obedience ist eine Disziplin, bei der Gehorsam und Präzision des Hundes in Harmonie geprüft wird. Verschiedene Aufgaben wie Gehorsamübungen in der Freifolge, Kontrolle auf Distanz, apportieren mit Richtungsanweisung und Senden in ein Quadrat werden getestet.
IGP besteht aus den drei Teilen Fährtenarbeit, Gehorsamsübung und Schutzdienst.
Beim Agility wird ein Parcours mit Hindernissen auf Zeit absolviert. Die Geschicklichkeit, Geschwindigkeit und die Koordinationsfähigkeit des Teams stehen im Vordergrund.
Bei der Disziplin Schau wird das Aussehen der Hunde bewertet.
Wie läuft ein Wettkampf ab?
An der FMBB wurden am Tag vor dem Wettkampf die Hunde bei der Veterinärkontrolle auf ihren Gesundheitszustand überprüft. Die Strecke, welche im Canicross absolviert wird, kann einen Tag im Voraus besichtigt werden. Dies ist wichtig, um die Kräfte von Hund und Läufer effektiv einzuteilen.
Zuerst war das Bikejöring starberechtigt, die Teilnehmer starten mit einem Abstand von 60 Sekunden. Direkt anschliessend ist der Canicross Start, diese haben ein Intervall von 30 Sekunden. Die Strecke ist mit Schildern versehen. Sie führte durch ein naturverbundenes Waldstück, war sehr abwechslungsreich und wies 70 Höhenmeter auf. Auf der 5 Kilometer-Strecke konnte ich bei fünf Teams ein Überholmanöver durchführen.
Die Zwei-Kilometerstrecke wurde zwei Tage danach in Angriff genommen. Die Startzeit richtete sich nach der Laufzeit der 5 Kilometer-Strecke. Die Schnellen vor. Die Strecke führte über eine relativ flache Wiese. Das bedeutete Vollgas. Auf der Strecke erreichte ich eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 19,54 km/h. Das tolle am Anlass ist, dass die ganze Schweizer Delegation sich gegenseitig anfeuert. Das Erlebnis mit dem ganzen Canicross- und Bikejöring-Team hat unglaublich viel Spass bereitet.
Gibt es neben der Weltmeisterschaft auch andere Wettkämpfe?
Um an der FMBB WM teilzunehmen, muss man die vorgegebenen Qualifikationen erreichen. Um diese zu erreichen müssen Rennen der zwei Verbände Schweizerischer Canicross Verband oder Féderation Sportive Cynologique Suisse absolviert werden. Ich hoffe, dass ich mich für das Jahr 2023 wieder Qualifiziere und in Italien starten kann.
Interview: Nico Wrzeszcz
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