02.10.2024 08:00
Mit Spiel und Spass durch 200 Jahre Schifffahrtsgeschichte
Familienfreundliche Sonderausstellung im Seemuseum gewährt Einblicke in die Entwicklung der Bodenseeschifffahrt
Es ist eine neue Art von Ausstellung im Seemuseum, die auf spielerische Art und Weise die ganze Familie anspricht. Ein begehbares «Leiterlispiel» führt die Besucherinnen und Besucher durch die neue Sonderausstellung «Mit Volldampf ins Würfelglück».
Kreuzlingen Vor 200 Jahren fuhr der erste Bodensee Dampfer erstmals auf Kurs - Dampfer «Wilhelm» verband ab 1824 die Städte Friedrichshafen, Rorschach und Romanshorn. «Wir feiern das Jubiläum ohne klassische Ausstellung. Für diesen Anlass, haben wir uns etwas Neues überlegt», erzählt Christian Hunziker, Leiter des Seemuseums. Mit einem eigens dafür entwickelten «Leiterlispiel» wolle das Seemuseum die 200-jährige Geschichte, in der es wie im Spiel auch um Rückschläge geht, auf familienfreundliche Art und Weise den Besuchenden näher bringen. «Die Besucher erhalten zum Start eine Art Spielfigur sowie einen Würfel und eine Stempelkarte. Im Verlaufe des Spiels gibt es fünf Prüfungen, angefangen beim Heizer bis hin zum Kapitän. An jeder Prüfung kann man Stempel sammeln. Ist die Karte voll, erhält man an der Kasse ein kleines Geschenk», sagt Hunziker. Man spiele sich durch die Geschichte und zudem komme auch etwas Bewegung in die Dauerausstellung. Dafür wurden die Schiffsmodelle in den Vitrinen umgestellt.
Körperliche und Geschicklichkeitsspiele an den Prüfungen
Die erste Prüfung die man im Rahmen des Spiels absolviert, ist die zum Heizer. «Hier kommt es ein wenig auf die Kraft an. Seinen Stempel verdient man, in dem man fünf Liegestütze absolviert. Wer es schwerer will und drei Stempel verdienen möchte, der hat etwas mehr zu absolvieren», erklärte der Leiter des Seemuseums. Bei der zweiten Prüfung steigt man schon zum Matrosen auf. Hier geht es darum, Seile zu sortieren, zu zählen und Knoten zu lernen. «Vorgängig haben wir rund ein Dutzend Testfamilien eingeladen und gutes Feedback erhalten. So haben wir etwa von einem 6er-Würfel auf einen 3er-Würfel umgestellt. Auch haben wir daraufhin die Prüfungen auf verschiedene Altersstufen angepasst.» Prüfung drei ist die Kassierprüfung, nach der vierten Prüfung ist man Maschinist. «All diese Prüfungen spiegeln auch den heutigen Werdegang eines Mitarbeiters auf dem Schiff wider.»
Schifffahrt im Wandel der Zeit
Neben dem Spiel wird die Geschichte und die Entwicklung der Bodenseeschifffahrt erzählt, vom Wandel der Dampfschiffe zu Motorschiffen, von Kursfahrten zu Eventfahrten. Stand die Schifffahrt zu ihrer Anfangszeit für Gütertransport, wurde dieser Rang über die Jahre durch die Eisenbahn abgelaufen. Auch der Personentransport sei immer mehr zurückgegangen. Der letzte Teil des Spiels und der Ausstellung spiegelt den jüngsten Wandel wider. «In den 90ern wurde die Schifffahrt immer mehr privatisiert. Waren anfangs noch die DB und die SBB verantwortlich, sind es heute die BSB, die URh und die SBS, die ihren Augenmerk verstärkt auf diverse Eventfahrten richten.» Im letzten Teil der Ausstellung findet sich auch die fünfte, und letzte Prüfung, die Kapitänsprüfung. «Wir erhoffen uns von dieser spielerischen Ausstellung ein Familienpublikum, gerne auch generationenübergreifend», so Hunziker.
Neben dem für die Ausstellung entwickelten Spiel wird ein umfangreiches Rahmenprogramm geboten. Als nächste Veranstaltung findet am Mittwoch, 16. Oktober, 14 bis 17 Uhr, ein Spielnachmittag statt. Auch Abendveranstaltungen, zum Beispiel mit Silvan Paganini oder Nationalrätin Nina Schläfli, gehören zum Programm.
Infos unter: www.seemuseum.ch
Von Nico Wrzeszcz