Christoph Simon, morgen Donnerstag im Kult-X. Michale Isler
09.01.2023 00:00
Miteinander kommts besser
«Strolch» ist ein Solo-Kabarett-Stück von Christoph Simon über die Zwickmühlen und Verstrickungen eines Midlife Cowboys. Bis ein Betrügerring versucht, die Leute im Quartier auszunehmen. Nicht mit dem Strolch. Zu sehen am Freitag, 13. Januar, 20 Uhr im Kult-X. Ein Abend des Theaters an der Grenze.
Kreuzlingen Ein Wohnquartier in der Stadt. Und im Zentrum des Quartiers: Die Kaffee-Bar. Sie ist ein Durchgangsheim für Reisepublikum, ein Büro für Online-Broker. Es gibt Studierende im Chatt, Bundesbeamte in Sachfragen, Mütter in der Stillpause, Väter im Versteck. Bei bisschen Sonne dehnt sich die Kaffee-Bar auf die ganze Strasse.
Inmitten dieses alltäglichen Treibens: Der Strolch. Ein freier Zeitungsmitarbeiter. Ein Mann, der jeden Tag drei Dinge ins Tagebuch schreibt, die ihm heute gelungen sind. Oft sind es nur zwei Dinge. Er ist Vater dreier Töchter von drei verschiedenen Müttern. Die Töchter finden ihn peinlich und uncool. Sein Bodybuilding bezeichnen sie als «Altersturnen». Aber er lässt sich nicht davon abbringen, ihnen dabei zu helfen, mit den Hürden einer ganz normalen Jugend fertig zu werden.
Ein Midlife Cowboy also. Überzeugt davon, dass «ab heute alles anders» wird. Und als er ins Kaffee geht, wird auch alles anders. Aber nicht so, wie er es sich erträumt hat. Nein, es sind keine Global Players, von denen im «Strolch» erzählt wird. Und doch - bestenfalls führt uns die Geschichte im genussvollen Tempo vom stressigen, mitunter kühlen, befremdlichen Hier und Jetzt in ein auch mögliches Hier und Jetzt, das Menschlichkeit und solidarisches Handeln verspricht. Nicht alles kommt gut, aber Miteinander kommt's besser.
red