Mr. Egelsee schwärmt vom Holz und von der Technik
Interview mit Ruedi Wolfender, Abteilungsleiter Gesellschaft, über die Teileröffnung des Bad Egelsee am 7. Oktober.
Ruedi Wolfender: «Dieses Gebäude verlässt kein Kubikmeter Luft oder Wasser ungenutzt...» IDSK
Interview mit Ruedi Wolfender, Abteilungsleiter Gesellschaft, über die Teileröffnung des Bad Egelsee am 7. Oktober.
Ruedi Wolfender, als Abteilungsleiter Gesellschaft sind Sie an vorderster Front, wenn es um Sportanlagen geht, deshalb auch der Übername «Mr. Egelsee». Wie sehen Sie der Teileröffnung des Bades entgegen?
Ruedi Wolfender: Wir freuen uns, das neue Sport- und Lernschwimmbecken in Betrieb zu nehmen. Die Atmosphäre im neuen Badbereich ist sehr schön und mit dem vielen Holz in der Halle fühlt man sich sofort wohl.
Mit der Teileröffnung stellen das Schwimmbad der Pädagogischen Maturitätsschule definitiv und das bestehende Egelsee bis im Herbst 2024 den Betrieb vorübergehend ein. Reicht die Wasserfläche für alle aus?
Ruedi Wolfender: Definitiv. Mit 10 Bahnen à 25m und dem grossflächigen Hubboden ist ausreichend Kapazität geschaffen. Einzig für Familien wird es bis zur Eröffnung der Gesamtanlage inklusive Attraktivitätssteigerung im Herbst 2024 ein reduziertes Angebot geben. Während dieser Übergangsfrist schaffen wir an den Wochenenden mit Hilfe des Hubbodens eine Wasserwelt für die Kinder.
Vermutlich kennen Sie jeden Winkel im Neubau. Was gefällt oder fasziniert sie am Gebäude besonders?
Ruedi Wolfender: Neben der schönen und auch zweckmässigen Architektur des Gebäudes fasziniert mich das hochkomplexe Zusammenspiel der Gebäude- und Wasseraufbereitungstechnik. Dieses Schwimmbad verlässt kein Kubikmeter Luft oder Wasser ungenutzt, alles ist auf Energierückgewinnung konzipiert. Diese aufwendige Technik und die Steuerung der verschiedenen Anlagen ermöglichen einen besonders energieeffizienten Betrieb. Da werden wir als Betreiber sehr gefordert sein, in Zusammenarbeit mit den Fachspezialisten die Anlage für einen energieeffizienten Betrieb fortlaufend zu optimieren.
Das Bad wird mit Thermalwasser gespiesen. Reicht die Quelle, um alle Becken zu befüllen?
Ruedi Wolfender: Die Konzession für den Bezug von 50'000 Kubikmeter Thermalwasser mit 28°C aus einer maximalen Tiefe von 600 Meter ist ein Glücksfall. Die Wassermenge reicht vollumfänglich für den Bedarf an Badwasser aus. Zusätzlich kann das Thermalwasser als Reinigungswasser und Spülwasser der WC-Anlagen genutzt werden, analog zum Kultur- und Sportzentrum Dreispitz. Die Qualität und die Sauberkeit des Thermalwassers ist beeindruckend und stellt einen wesentlichen Faktor für die Energiebilanz dar. Das Leitungswasser aus dem städtischen Netz mit einer Durchschnittstemperatur von 8°C müsste zuerst auf die Betriebstemperatur aufgeheizt werden. Dieser enorme Energieaufwand entfällt Dank unserer Thermalquelle.
Seit Juli führt die Stadt den Betrieb des Bad Egelsee, ab 2024 geht auch das das Schwimmbad Hörnli in die Betriebsführung der Stadt über. Was bedeutet dies für Ihre Abteilung?
Ruedi Wolfender: Dank der Unterstützung durch die neue Ressortleitung Sportanlagen und Betriebe, Susanne Schulz, und dem erfahrenen Team um Chefbadmeister Peter Ehrbar, sehen wir diesen zusätzlichen Aufgaben gespannt und sehr positiv entgegen. Unsere Abteilung be-treibt neben den Themenbereichen Gesellschaft und Liegenschaften auch den Campingplatz Fischerhaus. Ab nächstem Jahr zählen wir zusammen mit den Bädern rund 40 Mitarbeitende in unserer Abteilung. Ein grosses Augenmerk legen wir auf Synergien, die sich aus ähnlichen Anforderungen der Betriebe ergeben.
Die Stadt verfügt über zahlreiche und moderne Freizeit- und Sportanlagen. Welche Projekte stehen nach der Eröffnung der Gesamtanlage des Bad Egelsee im Oktober 2024 an?
Ruedi Wolfender: Zurzeit beschäftigt uns die Bodensee-Arena mit ihrem grossen Sanierungsbedarf. Aufgrund der notwendigen Massnahmen in den Bereichen Haustechnik, Energie und Raumprogramm entsteht die einmalige Chance, eine energetisch optimale Anlage mit vertretbaren Betriebskosten zu planen, um den Eissport in der Region zu halten. Für den Tennis- und Handballsport müssen mittelfristig ebenfalls Weichen gestellt werden, da die vorhandenen Anlagen oder Hallen für den Bedarf nicht ausreichen.
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