Nachdenkliche Blicke auf eine Multipolare Welt; KKDT Walser mit Hansjörg Huber und Urs Ehrbar vom Verein Festungsgürtel. Josef Mattle
03.04.2024 08:17
Neue Herausforderungen
Ein Blick auf die Ausbildungssituation der Schweizer Armee beim Verein Festungsgürtel Kreuzlingen
Korpskommandant Hanspeter Walser sprach an der 21. Generalversammlung des Vereins Festungsgürtel Kreuzlingen in Bottighofen. Gearbeitet wird auch an einem Leitbild.
Bottighofen Die Generalversammlung im Gemeindezentrum Bottighofen war gut besucht; regelmässig nehmen rund 20 Prozent der über 700 Mitglieder des militärhistorischen Vereins teil. Es waren nicht nur die statutarischen Geschäfte sowie der gepflegte Imbiss, sondern vor allem die Aufführungen des Ausbildungschefs der Armee, die die Zuhörerinnen und Zuhörer, darunter Regierungspräsident Urs Martin, angezogen hatten. Vereinspräsident Hansjörg Huber führte zuerst zügig durch die Versammlung, der Verein erfreut sich überaus vieler aktiver und engagierter Mitglieder und ausgeglichener Finanzen. Derzeit wird ein Leitbild erarbeitet, das das Profil des grössten historischen Vereins im Thurgau noch mehr schärfen und diesen in die Zukunft führen soll.
Nur in Zusammenarbeit
Ein ernstes Bild der Herausforderungen für die Schweiz im Bereich der Ausbildung der Armee zeichnete in ruhiger und nachdenklicher Weise der Kommandant Ausbildung Hans-peter Walser: Ausgehend von der sich seit rund zwei Jahren geänderten sicherheitspolitischen Lage wurden die Anforderungen und Lehren an die Ausbildung ausgebreitet, zuerst inhaltlich, dann auch finanziell. Die Ereignisse in der Ukraine und die sich abzeichnende multipolare Weltordnung zwingen zu Einsichten und Handlungsfeldern für die Schweiz.
Einiges davon wird heute in Politik, Medien und Öffentlichkeit schon breit diskutiert; wenigen dürfte wohl aber bekannt gewesen sein, dass es in der Schweiz schlicht an grossen Ausbildungsplätzen für den Kampf im überbauten Gelände fehlt und dass dieser Mangel nur in Zusammenarbeit mit Ländern wie Österreich und Deutschland gelöst werden kann. Also WK im Ausland für Übungen grosser Verbände im Ausland, wie es die Flugwaffe und Spezialkräfte schon tun? Wie viele andere Fragen, etwa der Weiterentwicklung und Neuformulierung der Dienstpflicht, müssen und werden solche Fragen schliesslich nicht von der Armee sondern von der Politik, also schliesslich den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern entschieden.
Korpskommandant Walser machte keinen Hehl darauf, dass die Friedensdividende teilweise nun wieder in die Verteidigungsanstrengungen fliessen müsste – wenn man denn am Auftrag für die Schweizer Armee festhalten und die Ausrüstungs- und Ausbildungslücke schliessen wolle. Walser dankte schliesslich den aktiven und früheren Dienstleistenden in der Schweiz für ihren Einsatz für die Gemeinschaft.
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