Thomas Niederberger (links) und Thomas Knupp präsentierten das Budget 2023. Kurt Peter
22.09.2022 06:00
Optimistisch in die Zukunft
Stadtrat will Steuerfuss um zwei Prozent reduzieren - Der finanzielle Spielraum ist gegeben
Das Budget 2023 sieht einen Verlust von 2,4 Millionen Franken vor. Eingerechnet dabei ist eine Steuerfussreduktion von zwei Prozent. Der Stadtrat sieht diese Senkung vor, um in den kommenden Jahren finanziellen Handlungsspielraum zu haben.
Kreuzlingen Bei einem Ertrag von 77,633 Millionen Franken und einem Aufwand von 80,029 Millionen Franken sieht das Budget 2023 der Stadt Kreuzlingen einen Verlust von 2,396 Millionen Franken vor. «Berücksichtigt bei diesen Zahlen ist die vom Stadtrat vorgeschlagene Steuerfussreduktion von zwei Prozent», erklärte Stadtpräsident Thomas Niederberger. Mit Blick auf die Rechnung 2022: «Wir sind auf dem Kurs und sehen aktuell einen Gewinn von 3,5 Millionen Franken, der aber vor allem auf eine Neubewertung der Liegenschaften an Werft- und Promenadenstrasse zurückzuführen ist».
Steuererträge steigen
Die grössten Abweichungen gegenüber dem Budget 2022 wurden von Thomas Knupp, Leiter Finanzen, erläutert. So müssen beim Mehraufwand 0,6 Millionen Franken mehr für den Betrieb des Familien- und Freizeitbads Egelsee ausgegeben werden. Der Personalaufwand steigt wegen der Teuerung von 2,1 Prozent und höherem Stellenetat um 0,4 Millionen, die Honorare Drittere Bauverwaltung um 0,2 Millionen Franken. Ebenso um 0,2 Millionen höher fällt der Beitrag an den regionalen Personenverkehr aus. 0,1 Millionen mehr gegenüber dem Budget 2022 werden an Beiträgen für die Tagesstruktur der Primarschulgemeinde aufgewendet.
Beim Minderaufwand sieht das Budget weniger Ausgaben in der Sozialhilfe vor. Da es im kommenden Jahr kein Stadtfest gibt, fallen auch 0,5 Millionen Franken weg. Beim Mehrertrag rechnet der Stadtrat mit 0,4 Millionen Franken höheren Steuererträgen. «Da ist die Steuerfussreduktion bereits eingerechnet», so Thomas Knupp. Die höheren Steuereinnahmen sollen vor allem von den juristischen Personen kommen, «bei den natürlichen Personen haben wir einen stabilen Sockel». Der Anteil der Stadt an den Grundstückgewinnsteuern wird um 0,3 Millionen Franken höher geschätzt. Aus den Campingplatz-Gebühren werden 02, Millionen mehr erwartet, aus dem Agglomerationsverkehr 0,2 Millionen mehr.
Hohe Investitionen bis 2026
Der Stadtrat plant für das kommende Jahr Investitionen von 23,56 Millionen Franken. Neue und Erhöhung von Krediten sind im Umfang von 12,2 Millionen vorgesehen. Mit 8,1 Millionen Franken stehen Investitionen in Gemeinde- und Kantonsstrassen an der Spitze. 3,6 Millionen fliessen in das Familien- und Freizeitbad, 2,2 Millionen in den Schutz vor Naturgefahren. Die Abwasserbeseitigung braucht Investitionen in Höhe von 2,0 und die Schifffahrt von 1,8 Millionen Franken. In den Planungskredit Alternativ-Projekt Stadthaus werden 0,6 Millionen Franken investiert.
Der Finanzplan 2023 bis 2026 sieht Investitionen von 115 Millionen Franken vor. «Das sind noch einige Projekte, die zunächst vom Parlament und dem Stimmvolk abgesegnet werden müssen», erklärt Thomas Niederberger. So etwa die 17 Millionen Franken Investitionen in die Bodensee-Arena oder die Investitionen ins Kulturzentrum Schiesser von 7,1 Millionen. Im Finanzplan 2027 bis 2031 sind 63,1 Millionen Franken Investitionen vorgesehen, unter anderem 46,2 Millionen in Stadthaus, Tiefgarage und Gestaltung Festwiese und 7,6 Millionen in den Unterhalt Gemeindestrassen.
Robuste Finanzsituation
«Die Steuerfussreduktion von zwei Prozent wird im Gemeinderat wohl zu Diskussionen führen», blickte Niederberger auf die Sitzung vom 6. Oktober voraus. Der Stadtrat habe sich für diese Reduktion aus verschiedenen Gründen entschieden. Der Minderertrag an Steuern belaufe sich auf eine Million Franken. Kreuzlingen könne sich auf eine gute und robuste Finanzsituation abstützen. Ende 2021 habe die Stadt über 62 Millionen Franken freies Eigenkapital verfügt. Der Stadtrat wolle Projekte umsetzen, um der Bevölkerung eine zeitgemässe Infrastruktur und gute Lebensqualität zu sichern. «Trotz der hohen Investitionen behalten wir mit der beantragten Steuerfussreduktion den finanziellen Spielraum».
Von Kurt Peter