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13.06.2024 15:00
Park-Chaos während den Messen?
Felsen-Parkhaus wird bis 2027 saniert
Bis 2027 soll das in die Jahre gekommene Felsen-Parkhaus saniert werden.. In der ersten Bauphase stehen den Parkhausnutzern 172 statt den 306 Parkplätze zur Verfügung. Von Mitte 2025 bis Anfang 2027 nochmal dreissig weniger. Bauherr Thomas Iten ist sich bewusst, dass sie in den nächsten Jahren nicht allen eine Freude bereiten werden
Weinfelden „Die Sanierung war zum Teil nicht ganz freiwillig“, sagt Bauherr Thomas Iten fast schon entschuldigend. So seien neue Brandschutzmassnahmen angeordnet worden. „Wir nahmen dies zum Anlass, das ganze Parkhaus zu modernisieren.“ Ein Parkleitsystem, neue Bodenbeläge und einen hellen Anstich soll das „Felsen“ aufwerten. Die Zeit bis dahin wird herausfordernd, ist sich die Rössli-Felsen AG bewusst. Der normale Tagesbetrieb sollte trotz weniger Plätze keine grossen Komplikationen bereiten.
Doch Weinfelden ist die Messehauptstadt des Kantons. Alleine die Schlaraffia belegte im Frühling fünf Wochen lang den Marktplatz. Zusätzlich fehlen den Kunden künftig 134 Plätze im Parkhaus. Wir haben Gregor Wegmüller, Geschäftsführer der Messen Weinfelden AG, kontaktiert.
Messen Weinfelden in Kontakt mit Bauherr
Er erzählt, dass sie am 27. Mai wie alle betroffenen Detaillisten und Anwohner ein Infoschreiben mit der Botschaft erhielten, dass in zwei Wochen die Sanierungsarbeiten im Felsen-Parkhaus beginnen. Mit Details spart die Betreibein. Es beinhaltet Aussagen wie „wir sorgen für minimale Unannehmlichkeiten“ oder „die Nutzer erwartet ein komfortables Parkerlebnis“. Auf der Webseite werde regelmässig über die Bauetappen informiert, so die Randnotiz. Der „Big Player“ Messe Weinfelden zeigt sich etwas überrascht über den „zackigen“ Start. So stand wohl im Januar im Raum, dass das Parkhaus „irgendwann saniert wird, doch dass die Arbeiten bereits in wenigen Tagen beginnen, wussten wir nicht“, so Geschäftsführer Gregor Wegmüller. „Wir informierten, dass wir im Frühling beginnen“, präzisiert Thomas Iten das „irgendwann“ von Wegmüller. Unabhängig davon „schleckt es kei Geiss eweg“, dass sich die Parkplatzsuche für Kundinnen und Kunden der Weinfelder Geschäfte noch schwieriger gestalten wird, als bisher schon. Dieses Jahr war der Marktplatz wegen der Schlaraffia und anschliessender Events fünf Wochen lang gesperrt. Der Messeveranstalter sieht sich nicht in der Pflicht, ihr Park-System massgeblich anzupassen. Er nimmt die WEGA als Beispiel: „Die Messebesucher werden bereits beim Stadteingang zu den Parkplätzen geleitet. Von denen aus werden sie bekanntlich mit dem Shuttel-Bus gratis direkt ins Zentrum gefahren“, so Wegmüller. Für sie ändere sich quasi nichts, trotz der fehlenden Parkplätze im Felsen. Dass sich Messebesucher als „Migros-Kunden“ ausgeben, könne nicht vermieden werden. Er denkt kurz darüber nach, wie man dies verhindert könnte, findet aber auf die Schnelle keine Lösung.
Stadt will nicht den Lead übernehmen
Wie Messen Weinfelden möchte und kann sich auch die Stadt nicht der Parkplatz-Problematik während den Veranstaltungen annehmen. So sei die Stadt Weinfelden nicht die Betreiberin des Parkhauses – wohl seien nicht Wenige der Meinung, dass das „Felsen“ der Stadt gehört. Einzige „Zusammenarbeit“: Stadtkasse übernimmt die Kosten für die ersten 90-Gratisparkminuten. Weinfelden handle in dieser Sache „im Sinne der Einwohnerinnen und Einwohner“ und ist um einen guten Kontakt zur Bauherrschaft bemüht. Ein eigenes Parkkonzept während der Grossevents werde es seitens der Stadt aber nicht geben. Ein Fokus liege aber in der Stadt-Kommunikation darin, zusammen mit der Betreiberin künftig zu schauen, dass die Bevölkerung transparent und rechtzeitig informiert wird. So wie der Fakt, dass der Bau während den Messen nicht gestoppt wird. Dies sei nicht möglich, sagt Thomas Iten. „Auch wenn wir das tun würden, die gesperrten Parkplätze könnten sowieso nicht genutzt werden.“ Die verschiedenen Bauphasen seien komplex, vor allem deshalb, weil das Parkhaus nie ganz schliessen wird.
Detaillisten rund ums Parkhaus sind am schwersten von der Sanierung betroffen. Roland Engeli von der Aemisegger Apotheke ist dieser generell positiv gegenüber gestimmt. Die Kommunikation der Betreiberin sei aber bisher in der Tat etwas gering ausgefallen. „Wir würden einen Informationsanlass begrüssen“, so Engeli. Anstatt der schriftlichen Informationen würden er und sein Bruder Dominik den persönlichen Kontakt zur Betreiberin schätzen. Vor allem, da sie einen Lagerraum sowie Mitarbeiterparkplätze im Parkhaus gemietet haben. Thomas Iten nimmt dies gerne so auf und verspricht, einen Infoanlass in die Wege zu leiten.
Lukas Madörin geht auf die Barrikaden
Gute Kommunikation hin oder her – Detailhändler Lukas Madörin schluckt schwer bei der Nachricht, dass es während den Messen keinen Baustopp gibt. Seine Kunden parken mitunter im Parkhaus. Die Messewochen sorgen seit Jahren für ein Minus in seiner Kasse. Er befürchtet, durch die fehlenden Plätze weitere Kunden zu verlieren. Er sieht die Stadt in der Pflicht, für Parklösungen während den Veranstaltungen zu sorgen. Doch diese weist die Verantwortung bekanntlich zurück. Madörin hat bereits Idee: So spricht er unter anderem von Strassen, die während der WEGA und Schlaraffia gesperrt und als Parkplätze benutzt werden könnten. Alles Massnahmen, welche unweigerlich die Stadt tangieren. Ihre Stellung will er so nicht hinnehmen und das Thema ansprechen.
von Desirée Müller