Thomas De Geeter stellte sein Siegerprojekt vor. mul
27.01.2022 00:00
Pionierprojekt für eine Schule der Zukunft
Die Schule Bürglen wird ihr Gelände in den nächsten Jahrzehnten weiterentwickeln
In der Mehrzweckhalle Bürglen wurden die eingereichten Entwürfe des Wettbewerbes für ein Schulgelände der Zukunft präsentiert. Architekt Thomas De Geeter war vor Ort und stellte sein Siegerprojekt vor.
Wie ein kleines Dorf schaut die Zukunftsschule von Bürglen aus. Mit verschiedenen Gebäuden, teils nicht höher als ein Haus, geschwungenen Wegen und einem kleinen Park wird das Schulgelände zumindest auf Papier in der Mehrzweckhalle präsentiert. Auch die Illustrationen der Innenräume machen einen «heimeligen» ersten Eindruck. Die Klassenzimmer und Aufenthaltsräume sollen ein zweites Zuhause werden für die Kinder. Reine Holzbauten seien es, so Schulpräsident Rolf Gmünder. Die Lärmemissionen seien viel geringer beim Bau und da die Elemente vorproduziert werden können, gingen die Arbeiten viel schneller von statten als bei einem Betonbau. Da die Gebäude modular aufgebaut sind, kann die Schule über Jahre gar Jahrzehnte hinweg Stück für Stück weiterentwickelt werden. Ein grosser Vorteil der Bauweise ist, dass der Schulbetrieb stets weitergeführt werden kann. Die Schule Bürglen möchte für den erwarteten Anstieg der Schülerzahlen gewappnet sein - aber nicht wie vor zwanzig Jahre auf leere Klassenzimmer schauen und diese sogar wie damals vermieten müssen. Rolf Gmünder erinnert sich noch gut an die Zeit, ist er doch seit bereits 23 Jahren Behördenmitglied.
Vor zwei Jahren gab die Schule Bürglen eine Machbarkeitsstudien in Auftrag und führte einen selektiven Projektwettbewerb durch, bei dem die Schulraumentwicklung im Fokus stand. Sie liess sich somit Zeit und investierte 300'000 Franken allene für den Wettbewerb. Nebst guten anderen Vorschlägen, hob sich die Lösung mit dem Namen «Herbstzeitlose» vom jungen Architekten Thomas De Geeter deutlich ab. Er setzte sich mit seinem Entwurf, den er gemeinsam mit Landschaftsarchitekt Markus Cukrowicz erarbeitete gegen die neun Mitbewerber durch. Die Entscheidung traf eine Jury, die aus Fachleuten, Behördenmitglieder sowie dem Gemeindepräsidenten von Bürglen bestand. De Geeters Vorschlag besteht aus fünf Gebäuden, welche über die Jahre je nach Bedarf gebaut werden könnten. Dazu eine Sporthalle, welche aus einer Zweifach- und einer Einfachhalle bestehen wird und ein Gebäude mit der Mensa, Büroräume der Verwaltung und dem Singsaal. Die Gesamtkosten werden für alle Gebäude, welche voraussichtlich in drei Etappen gebaut werden, auf rund 40 Millionen Franken. Die Abrissbirne hat nur wenige Einsätze. Ausser dem ehemaligen Sekschulhaus und dem Lehrerhaus können alle Gebäude erweitert werden oder bleiben in ihrer jetzigen Form. Markus Cukrowicz machte sich Gedanken über die Aussengestaltung. 35 Parkplätze sollen entstehen, kritische Stimmen sagen, dass dies knapp werden könnte, da der Bedarf schon heute während den Veranstaltungen sehr gross ist. Ein Anreiz für die Besucher von Veranstaltungen, das Auto zu Hause zu lassen und zu Fuss zu kommen, heisst es seitens des Landschaftsarchitekten. Bisher eher beengte Gebiete, sollen im neuen Gestaltungsplan mehr Platz erhalten.
Die erste Etappe soll im Verlauf dieses Jahren in die Planung gehen und den Baukredit bereits im Herbst der Stimmbevölkerung vorstellen. In einem ersten Schritt soll das Gebäude für den Zyklus ein sowie die unterirdische Einfachturnhalle entstehen. Laut Rolf Gmünder eine sportliche und optimistische Planung.