Der Boulevard gehört zu den von "Posern" besonders beliebten Strassen. Kurt Peter
07.04.2022 07:00
Posern einen Riegel schieben
Kantonspolizei will an den neuralgischen Verkehrsachsen vermehrt Kontrollen durchführen
Der Stadtrat anerkennt die «Autoposer»-Problematik, die ärgerlich und belastend sind. Mit regelmässigen Kontrollen durch die Kantonspolizei hofft er auf Beruhigung.
Kreuzlingen Am 7. Oktober 2021 reichte Gemeinderat Ruedi Herzog für die SP/GEW/Juso-Fraktion die Interpellation betreffend unnötigen und vermeidbaren Verkehrslärm ein. Er schreibt von «unzumutbaren Beeinträchtigungen und Belästigungen für die Bevölkerung. Die massiven Ruhestörungen resultieren aus absichtlich lärmverursachenden Fahrweisen und unzulässigen Abänderungen der Motorfahrzeuge». Der Stadtrat beantwortet nun die Fragen und stellt zunächst fest, dass «der Stadtrat die Problematik mit so genannten Autoposern, die vor allem nachts vereinzelt auf bestimmten Strassenabschnitten unnötigen Lärm verursachen erkennt».
Sachbezogener Kontrollauftrag
Bis zur Beantwortung der Interpellation seien zwei konkrete Beschwerden zum Thema eingegangen. Der Unmut der Bevölkerung zeige sich vor allem in persönlichen Gesprächen des Stadtrates mit der Bevölkerung. Insbesondere in den Nachtstunden an der Löwenstrasse und am Boulevard sowie an Haupt- und Romanshornerstrasse seien Fahrerinnen und Fahrer mit übersetzter Geschwindigkeit, dröhnenden auspuffen und quietschenden Rädern negativ aufgefallen. Im Juni 2021 sei der Hauptpostenchef der Kantonspolizei um Unterstützung gebeten worden.
«Der Stadtrat ist der Auffassung, dass mit regelmässigen, punktuellen Kontrollen eine Beruhigung der Situation möglich ist», heisst es in der Antwort. Die Polizei nehme aufgrund diverser Reklamationen die Thematik auch in Kreuzlingen ernst. Es bestehe für Kreuzlingen seitens der Regionalpolizei ein sachbezogener Kontrollauftrag. Auch die Verkehrspolizei wurde entsprechend informiert. «In Gesprächen wurde der Stadt zugesichert, dass je nach dienstlicher Verfügbarkeit vermehrt Kontrollen an den neuralgischen Verkehrsachsen durchgeführt werden und zusätzlich durch sichtbare Präsenz für die öffentliche Sicherheit und Ordnung gesorgt wird».
An Hotspots mehr Kontrollen
In den vergangenen zwei Jahren habe es auf dem Stadtgebiet rund drei Dutzend Verzeigungen gegeben, schreibt der Stadtrat weiter. Grösstenteils wegen unnötigem Hochdrehen und um übermässigen beziehungsweise vermeidbaren Lärm mit Personenwagen. «Aufgrund des personellen Unterbestandes bei der Verkehrspolizei sowie der Auswirkungen der Pandemie wurden 2021 bedeutend weniger Kontrollen durchgeführt», hält der Stadtrat fest. Die Stadt stehe in Kontakt mit den Verantwortlichen der Kantonspolizei. «Der Stadtrat beantragte, die Kontrollen an den Hotspots der Stadt verstärkt durchzuführen und eine Statistik durchzuführen».
Der Stadtrat rege zudem an, Lärmmessungen aus den Patrouillenfahrzeugen zu tätigen, wie sie bereits im Kanton Zürich durchgeführt würden. «Diese Form der direkten Überwachung und Kontrolle erachtet der Stadtrat als effiziente und direkte Massnahme». Die Bauverwaltung führe regelmässig verdeckte Verkehrsmessungen in den Begegnungs- und Tempo-30-Zonen durch. «Sollte im Zug dieser Messungen festgestellt werden, dass vermehrt oder regelmässig hohe Geschwindigkeiten gemessen werden, wird die Kantonspolizei informiert», hält der Stadtrat fest. Diese könnte dann gezielt Kontrollen durchführen, zum Beispiel zu bestimmten Uhrzeiten oder veranlassen, dass in den Gebieten häufiger patrouilliert werde.
Von kurt Peter