Priska Sieber leitete 10 Jahre lang die PHTG. Am Montag wurde sie verabschiedet.
03.03.2022 07:55
Priska Sieber: Reiseleiterin, Navigatorin und Pfadfinderin
Die Rektorin der Pädagogischen Hochschule wurde verabschiedet
Ein buntes Potpourri an musikalischen Beiträgen, amüsanten Erinnerungen in einem Video festgehalten, Bildern, lieben Worten und zum Schluss ein «digitales Feuerwerk»: Die Verabschiedung von Priska Sieber und die Willkommensheissung ihrer Nachfolgerin Sabina Larcher war ein Fest der Extraklasse in der Aula der PMS mit rund 200 geladenen Gästen.
Kreuzlingen Priska Sieber wurde als Mensch und Rektorin von ihren Kolleginnen und Kollegen von Herzen geschätzt - das gaben die Redner des Abends dem Publikum zu spüren. Monika Knill machte als Vertreterin des Thurgauer Regierungsrates und Vizepräsidentin des Hochschulrates der PHTG (Pädagogische Hochschule Thurgau) den Anfang und begrüsste amüsiert die «illustre Gästeschar» von Siebers Geburtstagsfest. Denn es gab gleich zwei Anlässe - oder eigentlich drei zu feiern. Zum einen zehn erfolgreiche Jahre als Rektorin der PHTG, zum anderen ihren Geburtstag und nicht zu vergessen den Beginn einer neuen Reise. Unter diesem Motto leitete der Präsident des Hochschulrats Sebastian Wörwag eloquent durch den kurzweiligen Abend. Knill blickte auf ein Jahrzehnt zurück, dass von «Baustellen» geprägt war. Und «Wetterkapriolen», wie sie sinnbildlich die Hoch- und Tiefs beschrieb. Doch Priska Siebers Feuer brannte unentwegt. Mails wurden auch mitten in der Nacht postwendend beantwortet, Ziele gleich zu Beginn ihrer Tätigkeit definiert und allesamt mit Bravour abgeschlossen. Sieber schaffte es, dass die PHTG international an Kraft und Ansehen gewann, rückte mit der Eigentümerstrategie Bildungspolitische Ziele ins Licht und schaffte es mit ihrem initiativen Schaffen die PHTG-Familie noch näher zusammenzurücken.
Videoeinspielungen sorgte für Schmunzeln
Vor allem Priska Siebers verschiedene Frisuren amüsierten das Publikum - und die Trägerin am meisten. Sebastian Wörwag und die verabschiedete Rektorin teilten eine kurze aber intensive Zeit. Er bezeichnet sie als Reiseleiterin, Navigatorin, Pfadfinderin und Quartiermeisterin und griff so das Thema des Abends geschickt auf. Sie schaffte es, aus der noch jungen Schule eine Heimat zu gestalten. Für Studentinnen und Studenten wie auch für die Mitarbeitenden. Von einem perfekt funktionierenden Kompass in alle fachlichen Richtungen sprach Wörwag.
Vertretung glänzte
Thomas Merz übernahm die letzten drei Monate at Interim Siebers Stelle und wurde für seinen Einsatz an dem Abend aufs Höchste gelobt. «Ich habe die Zeit als intensive Weiterbildung erlebt. Ich dachte bisher, dass ich einen guten Einblick in die Arbeit von Priska Sieber habe, doch es steckt noch viel mehr dahinter als angenommen. Ich habe grossen Respekt, was sie alles geleistet hat», so Merz. Nach der lehrreichen Zeit, freue er sich aber auch, wieder in sein «altes Leben» zurückzukehren, bemerkte er am Rande. Denn der Rektor-Posten hat es in sich. Sieber verzichtete in den letzten zehn Jahren auf sehr vieles. Das Privatleben, ihre Hobbys und Freunde traten in den Hintergrund. Die PHTG hatte Priorität, wie sie in ihrer Abschiedsrede sagt, welche mit Minuten langem Standing Ovation goutiert wurde. Vor allem in den letzten zwei Jahren habe Sieber gemerkt, wie gut die PHTG funktioniert, wie schnell und kompetent gehandelt wurde in der Pandemie und das mit 82 Vollzeitstellen. 1487 Frauen und Männer wurden in «ihrer» Zeit an der PH ausgebildet, 1,3 Millionen Medien ausgeliehen und 150'000 Weiterbildungsstunden von ihren Mitarbeitenden geleistet. Dazu hunderte Forschungsprojekte lanciert und durchgeführt. Zahlen, welche die Gäste wie auch Priska Sieber selbst beeindrucken. Als Abschiedsgeschenk überreichten Wörwag und Merz ihr einen Rucksack, gefüllt mit symbolischen Reisebegleitern.
Nachfolgerin freut sich
Sabina Larcher tritt wahrlich in grosse Fussstapfen - hinterliess in ihren bisherigen Engagements aber genau so grosse. Sie ist gewappnet für das Amt. Thomas Merz habe die Schule umsichtig geleitet und sie: «gezielt in Ruhe gelassen». «Ich wusste nicht, dass das Fest in der Aula der PMS stattfindet. Hier, wo ich vor 35 Jahren mein Diplom in Empfang genommen habe. Hier, wo ich mir geschworen habe, niemals zu unterrichten oder in der Bildungslandschaft zu arbeiten», sagt sie und lacht herzlich. Und doch stand sie an diesem Abend auf die Bühne als Frau, die überzeugter von ihrer künftigen Arbeit nur sein kann. Sie werde Bestehendes hinterfragen, alt Bewährtes weiterführen, Neues hineintragen und für eine Balance sorgen. «Ich freue mich auf meinen offiziellen Stellenantritt.»
Desirée Müller