Der Stadtrat will einen neuen Wettbewerb zur Gestaltung der Festwiese und den Bau einer Tiefgarage. zVg
10.03.2022 00:00
Projekt «Diagolos» hat ausgedient
Für die neue Planung Tiefgarage und Gestaltung Festwiese beantragt der Stadtrat 600 000 Franken
Der Gemeinderat soll am 17. März die Initiative «Tiefgarage mit Stadtwiese beim Bärenplatz» für gültig erklären. Gleichzeitig stellt der Stadtrat ein Kreditbegehren, um die Umsetzung an die Hand nehmen zu können.
Kreuzlingen Die Volksinitiative «Tiefgarage mit Stadtwiese beim Bärenplatz» soll vom Gemeinderat für gültig erklärt werden. Zudem soll laut Botschaft der «Stadtrat beauftragt werden, auf der Grundlage des Planungskreditbegehrens für das Alternativprojekt Tiefgarage/Festwiese einen formulierten Gemeindebeschluss in Form eines Baukreditbegehrs für die Erstellung einer Tiefgarage beim Bärenplatz und Gestaltung Festwiese auszuarbeiten».
Neuer Wettbewerb
Die Initiative verlangt, ein Projekt auf der Grundlage des aus dem Jahr 2007 stammenden Siegerprojekts «Diagolos» auszuarbeiten. Der zuständige Stadtrat Ernst Zülle verwies an der Medienkonferenz aber darauf, dass sich «die Anforderungen, Zielsetzungen und Rahmenbedingungen für die Tiefgarage seit 2007 verändert haben». So gebe es einen reduzierten Bedarf an Parkplätzen im Zentrum aufgrund der vom Stadtrat inzwischen beschlossenen Strategie einer dezentralen Verteilung von Parkiermöglichkeiten und damit Änderung des eigentlichen Raumprogramms. Es gebe unter anderem auch Änderungen bei den Brandschutzvorschriften und beim Energiegesetz.
«Wir haben geprüft, ob wir das damalige Siegerprojekt verwenden können oder nicht und sind zum Schluss gekommen, dass ein neuer Wettbewerb durchgeführt werden muss», erklärte Ernst Zülle. Unbestritten sei, dass die «hässliche Situation auf dem Bärenplatz aufgehoben werden muss». Der Stadtrat stellt dem Gemeinderat nun ein Kreditbegehren von 600 000 Franken für die Durchführung eines Wettbewerbs und die Projektierung bis und mit Volksabstimmung,
Dreispitzpark sanieren
«Wir wollen wissen, was man machen kann und was es kostet, auch im Vergleich mit dem vom Volk bewilligten Projekt Schlussstein», sagte Ernst Zülle weiter. Er verwies auch auf die seit 2007 geänderten Anforderungen für die Gestaltung der Festwiese. Es gelte die Wahrung des von der Denkmalpflege geforderten Sichtbezugs zur Basilika St. Ulrich vom Ortskern her. Ausserdem müsse es die Möglichkeit geben, weiterhin den Jahrmarkt und andere Veranstaltungen auf der Festwiese zu platzieren. Besondere Aufmerksamkeit verdient laut Botschaft das Zusammenspiel mit den in der Nähe zur Festwiese gelegenen Grün- und Freiräumen.
«Der Dreispitzpark ist eine historische Anlage aus den 1930er Jahren und soll in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden», hielt der Stadtrat fest. Der Sallmannpark sei eine Anlage, die im Zuge der geplanten Überbauung des Löwenareals aufgewertet und der Öffentlichkeit besser zugänglich gemacht werden solle. «Mit der Gestaltung der Festwiese kann das bestehende und künftige Angebot im Stadtzentrum sinnvoll ergänzt werden». Auf der Festwiese sei auf eine differenzierte Gestaltung zu achten, damit das zusätzliche Freiflächenangebot als Aufenthaltsort wahrgenommen und durch Nutzung belebt werde.
Verbindungen prüfen
«Die Schule braucht dringend Raum und hat deshalb nach Möglichkeiten angefragt», so Ernst Zülle. Im Wettbewerb werde ein Baufenster, auch für kleinere Infrastrukturbauten ausgeschieden. Die räumliche Klärung müsse gegen Nordosten im Bereich des Schreiberschulhauses und des Sport- und Kulturzentrums vorgenommen werden. Im Wettbewerb sei natürlich auch die von der Initiative verlangten Prüfung der Fussgängerverbindungen aus der Tiefgarage zum Dreispitz und dem Familien- und Freizeitbad Egelsee enthalten.
«Die Alternativprojekte waren bereits in Arbeit, als die Initiative Ende April 2021 eingereicht worden», hielt Stadtpräsident Thomas Niederberger fest. Der Gemeinderat soll den Stadtrat deshalb beauftragen, einen formulierten Gemeindebeschluss in Form eines Kreditbegehrens auszuarbeiten. Für den Stadtrat ist klar: «Wenn der Gemeinderat zustimmt, ist der Auftrag der Initiative erfüllt».
Von Kurt Peter