Ruedi Wolfender (links) und Jürg Schlatter schauen nicht in die Röhre sondern in ein Stahlrohr, welches später die Steg-Konstruktion trägt. Kurt Peter
17.02.2022 06:30
«Projekt ist grosse Herausforderung»
Voll im Zeitplan ist die Genossenschaft Schwimmbad Hörnli mit dem Steg-Bau
Um eine Attraktion reicher wird das Hörnli, wenn mit Saisonbeginn der neue Steg in den See in Betrieb genommen werden kann. Im Winter ist der Zutritt auch ohne Schwimmbad-Eintritt zugänglich.
Kreuzlingen «Mit dem wegweisenden Projekt sind wir im Zeitplan», sagte Genossenschenschaftspräsident Jürg Schlatter anlässlich einer Baustellenbegehung. Den 80 Meter langen Steg bezeichnete er weitere Attraktivitätssteigerung für das Schwimmbad Hörnli. Die Unterstützung des Projektes durch die Stadt «ist ein Zeichen dafür, dass das Hörnli einen wichtigen Stellenwert hat». Der Steg biete nicht nur den behindertengerechten Zugang zum See, im Winter sei er öffentlich zugänglich und könne als Beobachtungsplattform dienen.
Im Rahmen der Kostensteigerung
«Auch für die Stadt ist die neue Anlage eine deutliche Attraktivitätssteigerung, die Infrastruktur des Hörnli wird ja immer wieder erneuert», erklärte die zuständige Stadträtin Dorena Raggenbass. Zusammen mit dem Familien- und Freizeitbad Egelsee verfüge Kreuzlingen über modernste Hallen- und Freibäder. «Wir diskutieren derzeit die Zusammenlegung der Bäder unter ein Dach», bestätigte Jürg Schlatter. Das sei sicher ein sinnvoller Weg und könne Synergie nutzen.
«Die Investitionen sind mit 850'000 Franken hoch und seit der Kostenschätzung im April 2020 gibt es hohe Preissteigerung bei Stahl und Holz», erläuterte Projektleiter Ruedi Wolfender. Aber der Bau befinde sich im Rahmen der allgemeinen Kostensteigerung des Schweizerischen Baupreisindexes. «Und was die Termine angeht, da sind wir auf Kurs. Denn er macht klar, dass die Saison Ende April beginne und der Steg dann seine Funktion erfülle, Installations- und Schlussarbeiten seien bis Mitte Mai geplant.
Im Winter ganz öffentlich
Der Zugang zum Steg führt unter der bestehenden Brücke unter dem Fussweg direkt auf die Anlage. Dazu muss der Weg deutlich weniger steil umgebaut werden, um die behindertengerechte Erschliessung zu gewährleisten. Der Steg weist eine Länge von 80 Meter und eine Breite von 2,5 Meter auf. Am Kopf befindet sich eine Haupttreppe, zudem wird eine 63 Quadratmeter grosse Plattform mit fixen Sitzbänken realisiert. Zwei Seitentreppen, nach 30 und 45 Meter, ermöglichen weitere Seezugänge, auf Wunsch von Stammgästen wird ein zusätzlicher Handlauf westlich des Steges gebaut. Einen barrierefreien Einstieg bei der Haupttreppe wird durch einen Treppenlift garantiert.
Derzeit werden die 32 Stahlpfähle in den Seegrund gerammt, «diese Arbeiten sollten bis Ende Februar fertig sein», so der Projektleiter. Die Stegkonstruktion besteht aus 26 Tonnen Stahlträger und Stahlteilen. Die Besucherinnen und Besucher bewegen sich nach Abschluss der Arbeiten auf 1100 Bodenbrettern aus Douglasienholz. «Die Umsetzung des Projekts nach BfU-Richtlinien war aufwändig, weil der Steg oberhalb des Wasserstandes andere Vorschriften aufweist wie Stegteile, die vom Wasser überspült werden».Übrigens dürfen sich nicht nur regelmässige Gäste des Freibades auf den Steg freuen. Ab Brücke beim «Fischerhaus» wird ein Weg realisiert, der von Mitte September bis Ende April den Zugang ohne Zutritt zum Schwimmbad-Gelände möglich macht. Von Kurt Peter