Simon Engeli inszeniert «Prometheus». zVg
15.11.2023 09:00
«Promotheus»: Revolution im Götterreich
Das See-Burgtheater bringt unter der Regie von Simon Engeli eine griechische Sage auf die Bühne
Am Kreuzlinger Bodenseeufer lodern in 2024 die Flammen der Revolution. Bildgewaltig inszeniert das See-Burgtheater mit «Prometheus» eine der bekanntesten Sagen der griechischen Mythologie.
Kreuzlingen Das See-Burgtheater entmachtet und ermächtigt dabei grausame Götter, haucht den ersten Menschen Leben ein und schenkt ihnen das Feuer. Regisseur Simon Engeli hat dabei den klassischen Verlauf vieler Revolutionen im Sinn, deren Aufbruchsstimmung von der Machtgier Einzelner erstickt wird – was folgt, ist die nächste Diktatur. Spürbar macht er diese Dynamik auch durch Pyrotechnik, Puppenspiel, ins Herz treffende Livemusik – und viel Humor. Gespielt wird vom 11. Juli bis zum 7. August 2024.
«Ich finde es spannend, dass man bei der Bearbeitung eines antiken Stoffes immer etwas Eigenes, Neues daraus erschafft», so Simon Engeli, der in 2024 bei «Prometheus» im See-Burgtheater Regie führt. Darum werde die Bühne am Seeufer auch als Baustelle arrangiert – mit einem Gerüst in luftiger Höhe und aus der Erde emporsteigender, feuerspeiender Ungeheuer. Engelis Fokus liegt bei der von ihm geschriebenen Stückfassung von «Prometheus» stark auf der Dynamik von Revolutionen: Denn oft schlägt die Machtgier ihre Krallen in die Hoffnung, dass nun alles besser wird – aus ehemals charismatischen Aktivisten wird die nächste Riege autokratischer Herrscher. In der Figur des Prometheus sieht der Regisseur dabei einen Hoffnungsträger, der sich auch im Angesicht roher Gewalt die Menschlichkeit bewahrt.
Bei der Produktion wird Simon Engeli von Rahel Wohlgensinger, Giuseppe Spina, der auch in der Rolle des Zeus zu sehen sein wird, und der virtuose Akkordeonspieler Goran Kovacevic unterstützt, er übernimmt die musikalische Leitung. Die Kostüme entwirft Beate Fassnacht.
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