Raclette auf «hoher See»
Schiff Ahoi! Ein Besuch der See-Chalets in Ermatingen
Das Eventschiff Ermarina geht in die zweite Wintersaison und lädt im Chalet an Deck zu Fondue und Raclette ein. Wir haben das Angebot unter die Lupe genommen.
Ermarina
Das Eventschiff Ermarina geht in die zweite Wintersaison und lädt im Chalet an Deck zu Fondue und Raclette ein. Wir haben das Angebot unter die Lupe genommen.
Ermatingen Pulli und Winterstiefel oder doch ein Shirt und Sneakers? Der Raclette-Plausch an Deck eines Schiffs zum Winterbeginn stellt mich vor gewisse Herausforderungen – zumindest was die Garderobe betrifft. Ich entscheide mich für den Zwiebellook und mach mich mit meinem Mann auf den Weg nach Ermatingen. Es ist bereits am Eindunkeln, als wir auf die dezent beleuchtete erMarina zu schlendern. Den urchigen Begriff «Fondue-Plausch» streiche ich wieder aus meinem Notizbuch. Der Empfangsbereich ist stylisch elegant ausgestattet und als uns dann noch der höchst charmante Eventmanager Hedi mit ausgebreiteten Armen herzlich auf dem «Dampfer» willkommen heisst, ist es um uns geschehen: Das Traumschiff- Feeling ist perfekt.
Wir nehmen die paar Treppenstufen und tauchen ins See-Chalet ein. Von einem Schiffsdeck, wie man es von Sonntagsausflügen auf dem See kennt, ist nicht mehrviel zu erkennen. Die Seitenwände sind mit hellem Holz verkleidet, karierte kleine Vorhänge zieren die Fenster und auf den Stühlen laden kuschlige Decken und Felle zum gemütlichen Abend ein. Die Heizstrahler hüllen uns in einen mollig warmen Mantel und so landen unsere Winterjacken bald an der Stuhllehne. Hedi platziert eine Lautsprecherbox neben der Bar in Form eines Schiffbugs und legt dezent chillige Musik auf. Und schon wird der Nüsslisalat mit Ei und Speck serviert. Das Dressing mit dem sich der «chüschtige» Saft des Specks vereint, ist der Hammer. Wann nach Apéro und Vorspeise das Raclette serviert wird, können die Gäste selbst entscheiden. So vertieften sich zwei Pärchen in der Lounge in ein Gespräch, bis sich dann um halb acht doch der Hunger meldete und sie sich an ihren Platz begaben. Sie haben ein feines Fondue bestellt. Wir fragen Hedi, ob es denn sonst noch etwas Kulinarisches zu entdecken gibt. Wir erfahren, dass es zu Raclette (sogar mit Tischgrill), Käsefondue und Fondue Chinoise auch eine Auswahl an à la Card Gerichte gibt. Die Stimmung ist enorm entspannt und man fühlt sich mehr wie bei Freunden zu Hause als in einem Restaurant auf «hoher See».
Hedi steckt das Racletteöfeli mit sechs Personen an den Strom und fragt nach unseren Wünschen. «Sind euch Dreierlei Käse, Gschwellti und klassische Beilagen recht?». Und ob! So tischt der Chef de Service ganze 600 Gramm Raclettekäse auf. Ein wahres Festmahl. Bald warf unser erster Käse «Blootere» und wir verteilten ihn auf den Kartoffeln. Nach dem ersten Biss verspür ich eine Mischung aus einer kulinarischen Ekstase und Bedauern darüber, dass ich bisher «nur» den handelsüblichen Raclettekäse gespeist habe. So etwas sagt man eigentlich nicht laut, aber vier Scheiben Käse habe ich ohne Herdöpfel gegessen. Einfach so vom Schäleli in den Mund. Doch der hochwertige Käse von der Chäsi Fredi Beer in Langrickenbach ist nicht alles, was in Erinnerung bleibt. So auch das Dessert, in der Karte liebevoll «Lake Dream» genannt von Küchenchef-Smutje Stefan, der sich nach dem Schmaus zu uns setzt und von seinen Erlebnissen als Koch auf der Queen Elizabeth II erzählt und dass die Arbeit auf der ErMarina quasi ein Nachhausekommen sei. Auch der Rundgang durchs Schiff mit Hedi war eindrücklich. Vor allem der Salon Achtern scheint sehr gemütlich zu sein. Wir haben das Gefühl, als Gäste gekommen zu sein und als Freunde zu gehen. Das See-Chalet ist gemütlich und elegant zugleich. Und das kulinarische Angebot sehr empfehlenswert.
Von Desirée Müller
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